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Top-Vereine des Landes schmieden Aktionsbündnis gegen Corona-Folgen

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18:18 20.05.2020
Leeres Stadion, kein Spielbetrieb, keine Einnahmen. Der FC Hansa gehört zum Bündnis der Vereine aus MV, die mit der Landesregierung in Kontakt stehen, um die Corona-Folgen zu begrenzen. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Wir sind wichtig! Wir müssen überleben! Dazu müssen wir gehört werden! – mit diesen Leitsätzen lässt sich die Motivation von acht Top-Sportvereinen aus Mecklenburg-Vorpommern zusammenfassen. Sie haben sich im Bündnis „Team Sport MV“ zusammengeschlossen, um aus Sorge um die Zukunft nach der Corona-Krise gemeinsam ihre Interessen gegenüber der Landespolitik zu vertreten. Dem Bündnis, das sich am Mittwoch der Öffentlichkeit vorstellte, gehören Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock, Volleyball-Bundesligist SSC Palmberg Schwerin, die Handball-Drittligisten HC Empor Rostock, Stralsunder HV und Mecklenburger Stiere Schwerin, Basketball-Zweitligist Rostock Seawolves, Volleyball-Zweitligist SV Warnemünde sowie die Zweitliga-Footballer der Rostock Griffins an.

„Wir vergessen sportliche Rivalitäten und formieren das Bündnis. Zusammenhalt ist unsere Strategie“, erklärte Griffins-Manager Jens Putzier, der die Idee zur Kooperation hatte. „Der Spitzensport in MV ist gefährdet. Wir müssen uns Gehör verschaffen. Das könnte jeder für sich tun. Doch gemeinsam geht es besser“, verdeutlichte Hansa-Vorstandschef Robert Marien bei der Pressekonferenz im Ostseestadion.

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Alle Vereine – unabhängig von Sportart, Ligazugehörigkeit und Mitgliederzahl – seien von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Spielzeiten wurden ab- oder unterbrochen. Zuschauereinnahmen und Merchandising-Erlöse brachen weg. Ob sich Sponsoren, die selbst mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen haben, in Zukunft für den Sport engagieren können, ist ungewiss.

Die Mitglieder des Bündnissen haben die Landesregierung in Schwerin um Hilfe gebeten. Ein erstes digitales Treffen mit Sportministerin Stefanie Drese (SPD) hat vor zwei Wochen stattgefunden. „Vertreter der Sportvereine haben erklärt, mit welchen Problemen sie kämpfen. Und sie haben konkrete Zahlen vorgelegt. Aufgrund abgesagter Spiele fehlen allein den acht Sportklubs in dieser Saison insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Für die kommende Saison droht ein Minus von bis zu 5,5 Millionen Euro, sollten Sportveranstaltungen mit Zuschauern für weitere Monate untersagt bleiben. Das Land hat zwar ein Rettungspaket mit 3,5 Millionen Euro für die insgesamt 2400 Sportvereine in MV geschnürt. Um den Profi-Klubs zu helfen, wird das wahrscheinlich nicht genügen.

„Uns geht es nicht darauf, Druck auf die Politik auszuüben. Wir wollen den Finger heben und zeigen, das wir da sind. Unsere Sportler gehören zu einer Berufsgruppe. Im Sport steckt Wirtschaftskraft“, hob Hansa-Chef Marien hervor. Nach dem ersten Kontakt mit der Sportministerin hatten alle Teilnehmer ein positives Gefühl. In den kommenden Wochen wollen die Vereine mit der Landespolitik Möglichkeiten besprechen, mit denen die gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen abgemildert werden können. „Wir wollen Arbeitsplätze schützen und Nachwuchsarbeit erhalten“, sagte Andre Jürgens, Vereinschef der Rostocker Seawolves. Als Beispiel nannte er 250 Sportler und Übungsleiter bei den Bündnis-Partnern, denen nicht mit Kurzarbeitergeld geholfen werden konnte und deren Zukunft ungewiss ist.

Die Vereinsvertreter betonten, sie würden nicht nur die Hand aufhalten. Sie hätten die Kosten so weit wie möglich gesenkt und Ideen – zum Beispiel dem Verkauf von Geisterspieltickets, Fanshop-Hamsterkäufe und Trikots zum Mundschutz-Masken – verwirklicht, mit denen Umsatzverluste gemildert werden konnten. Die Vereine des Bündnisses haben zugleich ein Versprechen abgegeben: Sie wollen gemeinsam etwas zurückgeben, wenn die Pandemie vorbei ist und das Leben auf den Sportplätzen und in den Arenen wieder pulsieren kann.

Von Christian Lüsch

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