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Fussball regional Tor-Spektakel in Stralsund und Grimmen
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Tor-Spektakel in der Landesliga Nord

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17:49 02.11.2020
Moritz Schumann traf erstmals für die Stralsunder Herren – und dann gleich doppelt.
Moritz Schumann traf erstmals für die Stralsunder Herren – und dann gleich doppelt. Quelle: Foto: Antje Gernetzki
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Stralsund/Grimmen

Wären am Wochenende Zuschauer auf den Fußballplätzen des TSV 1860 Stralsund und Grimmener SV zugelassen gewesen, wären sie auf ihre Kosten gekommen. Die Sundstädter verabschiedeten sich in einem irren Spiel gegen Blau-Weiß Baabe mit 7:4, der GSV dank starkem Auftritt gegen den Doberaner FC mit 5:1 in die coronabedingte Sportpause aus der Landesliga Nord. Das Duell VfL Bergen gegen SG Empor Richtenberg fiel kurzfristig aus.1860 Stralsund – Blau-Weiß Baabe 7:4 (4:3).Die Anzeigetafel im Stadion der Freundschaft stand beim Elf-Tore-Spektakel nicht lange still.Zwischen Minute 17 und 27 wechselte der Spielstand gleich fünfmal. Alex Stoll brachte die dritte Stralsunder Großchance im Tor zur Führung unter (9.). Dann wurde es wild. Paul-Christoph Hänsel stocherte einen Freistoß, den Torhüter Alexander Gernetzki nicht festhalten konnte, in die Maschen zum Ausgleich (17.). Kurz darauf war Marcel Gebhardt bei einem weiteren Freistoß aus dem Halbfeld am gedankenschnellsten (21.), ehe er nach einer Ecke einnetzte (24.).

Plötzlich lag der Tabellenletzte, der in sechs Partien zuvor insgesamt nur drei Tore erzielt hatte, mit 3:1 vorn. „Wir konnten nicht wirklich glauben, was passiert“, gestand Stralsunds Moritz Schumann. „Wir waren alle ziemlich sauer.“

Mit Wut im Bauch war es der 18-Jährige, der die nächste Wende perfekt machte. Zunächst leitete Kevin Kutz’ Treffer diese ein (26.). Dann markierte Schumann mit satten Schüssen das 3:3 (27.) und 4:3 (38.) und damit seine ersten Pflichtspieltreffer im Männer-Bereich. „Zwei Mal ganz gut getroffen. Leichte Freude über die Premiere war erst nach dem Spiel da. In den Momenten nimmt man es nicht richtig wahr, weil man einfach nur froh war, sich zurückgekämpft zu haben“, sagte Schumann, der mit seinem Doppelpack nicht allein war. Denn neben Baabes Gebhardt, trafen auch Hänsel – allerdings einmal ins eigene Tor – sowie Stoll und Kutz zweifach.

Nach dem erneuten Baaber Ausgleich per Foulelfmeter durch Christian Handschug (52.) und dem Eigentor durch Hänsel nach Stralsunder Ecke (55.), trafen beide Teams lange nicht mehr ins Netz. Erst kurz vor Abpfiff erlöste sich Stralsund mit dem 6:4 und 7:4.

Schumann pustete nach Abpfiff kräftig durch und fasste dann knackig zusammen: „Selbstbewusst gestartet, dann Führung, dann Totalausfall, dann zusammengerissen, zurück ins Spiel gekämpft und übers Ziel gebracht. Ich denke auch recht verdient.“

TSV:Gernetzki – Pompe, Brunk (46. Bergmann), Hamm, Rieck (52. Schuldt), Schumann, Fröhlich, Stoll, Lindberg, Kutz, Strubel (66. Sommer).

BWB: Offermann – Schröder, Handschug, Teneqja, Hänsel, Gebhardt, Kalam, Wanke, Tebus (53. Möller), Wolski (66. Prüßing), Birk.

Tore:1:0 Stoll (9.), 1:1 Hänsel (17.), 1:2, 1:3 Gebhardt (21., 24.), 2:3 Kutz (26.), 3:3, 4:3 Schumann (27., 38.), 4:4 Handschug (52./FE), 5:4 Hänsel (55./ET), 6:4 Stoll (89.), 7:4 Kutz (90.+1).

Grimmener SV – Doberaner FC 5:1 (3:0). Mit so einem deutlichen Ergebnis hatte im Vorfeld der Partie wohl keiner gerechnet. Der Grimmener SV ließ dem Doberaner FC aber keine Chance und gewann das Spiel verdient mit 5:1. „Wir waren bissiger in den Zweikämpfen, hatten von Beginn an das Heft in der Hand und wollten den Sieg insgesamt einfach mehr“, bilanzierte GSV-Trainer Marcel Max die überzeugenden 90 Minuten seines Teams.

Die Taktik der Trebelstädter ging gegen den ambitioniert in die Saison gestarteten DFC von Beginn an auf. Den ersten schnellen Angriff verwertete Jonas Thesenvitz aus dem Gedränge in der Mitte zum 1:0 (8. Minute). 20 Minuten später legte Thesenvitz mit einem sehenswerten Kopfballtreffer zum 2:0 nach. Als Paul Scholz in der 35. Minute mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze zum 3:0 traf, wirkten die Doberaner machtlos.

Nach dem Seitenwechsel überließen die Hausherren den Spielaufbau den Gästen. Die schafften es trotz am Ende vier Stürmern auf dem Feld aber nicht, zu aussichtsreichen Chancen zu kommen. Stattdessen konterete der GSV effektiv. Erst traf Nico Wehlitz (81.), dann war es wieder Scholz (85.), der die weitaufgerückte Gäste-Defensive aushebelte. Die kamen durch Andre Grenz kurz vor Schluss nur noch zum Ehrentreffer.

„Wir haben uns heute gute Chancen und schöne Tore herausgespielt. Mit Platz zwei in der Tabelle stehen wir über unseren Erwartungen. Ziel war es, nach dem turbulenten Sommer der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben und das ist uns gelungen“, zieht Max ein Fazit vor der Zwangspause.

GSV:Wühn – Reinhauer, Fischer, Piechotka, Zabel, Scholz (86. Arendt), Berndt, Peter, Wehlitz, Ziems, Thesenvitz.

Tore:1:0, 2:0 Thesenvitz (8., 28.), 3:0 Scholz (35.), 4:0 Wehlitz, 5:0 Scholz (85.), 5:1 Grenz (89.).

Von Niklas Kunkel