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Wildcats-Kapitänin Lene Scheuschner hört auf

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14:40 15.04.2020
Lene Scheuschner, Stralsunder Wildcats, Saison 2019/20 Quelle: FarbSpielFotografie
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Stralsund

Der Entschluss fiel ihr sehr schwer, dennoch steht er fest: Lene Scheuschner wird nicht mehr für die Stralsunder Wildcats angreifen. Die 23-Jährige fährt ihre Volleyballambitionen zurück, ihr Medizinstudium rückt noch mehr in den Fokus. Somit muss sich der Zweitligist vom Strelasund eine neue Außenangreiferin und Kapitänin suchen. „Ich hatte schon zu Beginn der nun beendeten Saison gesagt, dass ich wahrscheinlich nicht alle Spiele mitmachen werde. Letztlich habe ich vier verpasst und hatte stets ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht beim Training oder Spiel dabei sein konnte“, sagte Scheuschner.

Besonders bitter: Die Art des Abgangs der einstigen Junioren-Nationalspielerin. Die Stralsunder Wildcats waren erstmals in ihrer Geschichte auf Zweitliga-Meisterkurs, bekamen nach Abbruch der Saison den Titel aber nicht anerkannt. „Natürlich hätte ich gern die Meisterschaft mitgenommen, wir hätten sie als Team verdient gehabt“, behauptet Scheuschner. So avancierte der 3:1-Heimerfolg gegen RPB Berlin am 29. Februar ungewollt zu ihrem letzten Spiel im Wildcats-Dress. „Das ist schade, denn da wusste ich noch nicht, dass es mein letztes Spiel sein würde.“ Ihren Abschied konnte sie also nicht gebührend genießen.

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Ein Karriereende mit 23 kommt früh. Ob es sie jemals zurück auf die Volleyballplatte zieht, weiß sie nicht. „Ich habe gefühlt mein ganzes Leben Volleyball gespielt. Und vielleicht merke ich nach einem halben Jahr, dass er mit zu sehr fehlt. Aber mein Entschluss steht und das werde ich jetzt durchziehen“, sagt die Stralsunderin, die die künftig spielfreien Wochenenden für ihr Studium an der Uni Rostock benötigen wird.

In der „4. oder 5. Klasse“ (Scheuschner) stieß sie nach Versuchen in der Leichtathletik zum Volleyball. Beim 1. VC Stralsund debütierte Scheuschner 2011 als damals 14-Jährige in der ersten Mannschaft. „So viele Spielerinnen waren krank. Da hat sogar Biene (Sabrina Dommaschke, eigentlich Libera/d. Red.) mit mir Außen gespielt. Und wir haben tatsächlich gewonnen“, erinnert sich die Spielerin, die zwei Tage nach ihrer Premiere zu Stralsunds Nachwuchs-Sportlerin des Jahres 2010 gekürt wurde. Im Sommer 2011 ging Scheuschner nach Schwerin, spielte schnupperte dort Bundesliga- und sogar Champions-League-Luft. Für die Juniorennationalmannschaften kommt Scheuschner auf etwa 60 Spiele, darunter ein 7. Platz bei der EM. Während des Abiturs trainierte und spielte sie am Bundesstützpunkt VCO Berlin. Ein Jahr später verließ sie die Hauptstadt Richtung Aachen, wo sie dauerhaft in der ersten Liga unter Profibedingungen agierte. Diese Erfahrung zählt Scheuschner neben der mit Schwerin gewonnenen deutschen U 18-Meisterschaft zu ihren Karrierehöhepunkten.

Doch schon damals ahnte Scheuschner, dass sie nicht ausschließlich vom Volleyball leben kann und will. Parallel zum Engagement bei den Ladies in Black begann die 1,80 große Außenangreiferin ein Medizinstudium. Mit der drohenden Insolvenz in Aachen ging die gebürtige Stralsunderin zurück in ihre Heimat. Und spielte in den vergangenen Monaten die Saison ihres Lebens. „Die gehört definitiv auch zu meinen Highlights“, bekräftigt Scheuschner, die dem 1. VC dankbar für diese Zeit ist. „Der Verein kommt einem sehr entgegen, sodass man Beruf und ambitionierten Sport vereinen kann.“

Den Zweitliga-Stress hat Scheuschner jetzt abgelegt. Sie werde sich beim Uni-Sport irgendwas Neues suchen und den Wildcats als Zuschauerin treu bleiben. In der Angelegenheit um ihre Kapitäns-Nachfolge hält sich die 23-Jährige allerdings raus.

Von Horst Schreiber

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