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Fussball regional Wildcats-Kapitänin vor Pokal-Duell: Ich hätte gern noch für Aachen gespielt
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17:27 31.10.2019
Im November 2015 griff Lene Scheuschner noch für die Ladies in Black Aachen an. Ein Jahr blieb die Stralsunderin in der Stadt am Dreiländereck. Es war ihre letzte Saison in der ersten Volleyballliga. Quelle: foto: Imago images
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Stralsund

Frühjahr 2016: Für Lene Scheuschner geht es in Aachen sportlich nicht weiter. Der Volleyball-Erstligist aus Nordrhein-Westfalen musste Insolvenz anmelden, die Mannschaft ausgetauscht werden. Das Ende nach nur einer Saison bei den Ladies in Black (LiB) kam ungewollt für die Stralsunder Außenangreiferin. Gern hätte sich Scheuschner weiter auf national höchstem Niveau durchgebissen. Stattdessen kehrte die Medizin-Studentin zurück in die Heimat, wechselte beruflich nach Rostock und sportlich in ihre Geburtsstadt. Nach dreieinhalb Jahren trifft die Wildcats-Kapitänin nun im Achtelfinale des DVV-Pokals auf ihren Ex-Klub, mit dem sie schon im Cup-Halbfinale stand. Die 23-Jährige erinnert sich zurück an ihre Zeit in der Domstadt.

Lene Scheuschner, wie groß ist Ihre Pokal-Anspannung?

Es ist immer toll, ein Achtelfinale spielen zu dürfen. Für mich war die Qualifikation natürlich besonders reizvoll, seit klar war, dass wir dann auf Aachen treffen würden.

Nach Ihrem Abitur im Sommer 2015 haben Sie nach Stationen in Stralsund, Schwerin und Berlin den Schritt nach Aachen gewagt. Warum?

Für mich war klar, dass ich nicht ausschließlich Volleyball spielen möchte. Ich brauche etwas für den Kopf. Ein Medizin-Studium stand für mich fest, so war die Vereinsauswahl schon eingeschränkt. In Aachen haben mich der Studienberater und die Fans überzeugt. Ich hatte das Gefühl, dass dort das Gesamtpaket stimmt.

Sie waren als Lady in Black also kein Vollprofi.

Nein. Ich habe die Hälfte der Uni-Kurse belegt. Mehr ging nicht, da wir zweimal pro Tag Training hatten.

Gab es im Sommer 2015 Alternativen?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch mit Felix Koslowski (Trainer SSC Palmberg Schwerin/Anm. d. Red.) und VT Aurubis Hamburg (damals ebenfalls Erstligist) gesprochen.

Sie kamen als mehrfache Jugend-Nationalspielerin nach Aachen. Dort hatten Sie mit den Auswahlspielerinnen Miroslava Kuciakova und Laura Weihenmaier, Georg-Grozer-Schwester Dora und Zoe Liedtke viel Konkurrenz auf der Außenangreifer-Position. Trotz regelmäßiger Einsatzzeiten gelang Ihnen der Schritt zur Stammkraft nicht. Waren Sie dennoch zufrieden mit der sportlichen Entwicklung?

Ja. Ich weiß nicht, wohin es sich entwickelt hätte, wenn ich länger dort geblieben wäre, was ich ja wollte... Mindestens ein Jahr hätte ich gern noch für Aachen gespielt.

Ihr Abschied fiel nicht freiwillig und war am im Nachhinein unnötig.

Uns wurde offen gesagt: Wir haben kein Geld. Es sah also nicht danach aus, dass es für mich dort weiterging. Ich musste für einen Uni-Wechsel Fristen einhalten. Nachdem ich schon in Rostock zugesagt hatte, konnte LiB doch weitermachen. Mein Wechsel stand aber schon fest.

Hätten Sie nicht woanders Erstliga-Volleyball spielen können?

Ich hätte mein Studium sowieso irgendwann in den Vordergrund gestellt. Halbtags Medizin studieren – das dauert ja ewig! Zudem habe ich in Aachen gemerkt, dass ich Sehnsucht nach der Küste hatte. Ich brauchte immer acht, neun Stunden nach Hause, während unsere Niederländerin oder Italienerin im Team in nur einer Stunde da waren. Das hat es leichter gemacht, zurückzukommen.

Die LiB-Mannschaft und -Betreuerstab sind komplett ausgetauscht worden seit Ihrem Wechsel. Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Aachenern?

Nicht so richtig. Über Social Media bekomme ich mit, was die ein oder andere macht. Und wenn man sich bei Turnieren oder Testspielen über den Weg läuft, ist das Wiedersehen schön.

Schauen Sie am Wochenende in der Bundesliga als erstes auf das Ergebnis der Ladies in Black?

Ich verfolge vor allem Schwerin und Aachen. Im direkten Duell bin ich allerdings für den SSC, weil ich früher selbst auch dort aktiv war und mittlerweile meine beste Freundin Kimberly Drewniok spielt.

Wie groß ist die Chance, dass ihr am Sonnabend den Fünf-Satz-Krimi aus dem Vorjahr gegen Straubing wiederholen könnt?

Das wird sehr schwer! Aachen ist sehr gut drauf, noch ungeschlagen.

Die Wildcats sind auch seit eineinhalb Monaten unbesiegt...

Wir sind personell ausgeglichen. Das macht uns stark. Unser Vorteil am Sonnabend ist, dass wir keinen Druck haben – und die Fans im Rücken. Ich hoffe, die Halle wird voll!

Von Horst Schreiber

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