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Lokalsport Gamila Kanew ist im Jiu-Jitsu international erfolgreich
Sportbuzzer Lokalsport Gamila Kanew ist im Jiu-Jitsu international erfolgreich
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13:26 20.11.2018
Jiu-Jitsu-Kämpferin Gamila Kanew (r.) holt in Livermore (Kalifornien) doppelt Gold. Das Turnier fand im Rahmen eines amerikanischen Liga-Wettbewerbs statt. Quelle: Privat/Kanew
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Greifswald

Fast täglich schickt Gamila Kanew Nachrichten über den „Großen Teich“. Sie berichtet darin ihren Freunden über ihre Erfolge in ihrer Sportart, dem Brazilian Jiu-Jitsu. Erst kürzlich feierte die Studentin (gymnasiales Lehramt) ihren bisher größten Erfolg – einen Weltmeistertitel. Kanew kämpft aber nicht nur international. Sie nutzt auch viele Einsätze in der amerikanischen Liga, in der sie für die Universität Berkeley, an der sie zumindest für ein Semester gemeldet ist, antritt.

Ursprünglich hat die 23-jährige Sportlerin, die in Berlin geboren wurde und in Neubrandenburg aufgewachsen ist, Fußball gespielt. Sie war aktiv beim 1. FC Neubrandenburg und auch beim 1. FC Lok Leipzig. Das Studium in Greifswald und eine Verletzung zwangen Kanew zum Aufhören. Ohne Sport sollte es aber nicht weitergehen. An der Uni Greifswald fiel ihr die Sportart Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) ins Auge. Dieser Kampfsport lag ihr. Nach vielen Trainingseinheiten stellte sich auch der Erfolg ein. Sie gewann in London die Winter-Open, wurde dänische und österreichische Meisterin, zudem ist sie vierfache Nord-Ostdeutsche Meisterin und sogar zweifache Europameisterin.

Gamila Kanew will aber noch mehr. Sie denkt daran, Profisportlerin zu werden, um mit ihrem Können gegebenenfalls auch Geld verdienen zu können.

Die OSTSEE-ZEITUNG unterhielt sich mit der sympathischen Sportlerin.

Sie sind mittlerweile in die USA umgezogen. Was hat Sie in die Stadt Berkeley gebracht?

Gamila Kanew: Der Hauptgrund nach Berkeley zu gehen, ist und war der Sport. Die BayArea und allgemein Kalifornien ist der Hotspot für Jiu Jitsu-Kämpfer. Selbst die großen Stars aus Brazilian trainieren hier und haben ihre eigenen Dojos. Ich dachte, es ist die beste Möglichkeit, mich sportlich zu entwickeln. In Greifswald sind die Möglichkeiten eher begrenzt. Ein weiterer Grund ist natürlich die Universität, die die beste öffentliche Universität in ganz Amerika ist. Gut genug zu sein und hier studieren zu dürfen, ist eine Ehre.

In einem früheren Interview äußerten Sie, dass es in den USA durchaus möglich sei, Profi zu werden. Wie weit ist dieser Wunsch bei Ihnen vorangeschritten?

Ich bin der Erfüllung dieses Wunsches schon deutlich näher gekommen. Meine Zeit hier und das tägliche Training, das sind vier bis fünf Stunden, hat mir gezeigt, dass ich wirklich Profi werden möchte. Ich glaube, ich brauche noch zwei, drei Jahre. Allerdings habe ich auch schon an einem ersten Pro-Turnier teilgenommen. Das war im Oktober 2018 und ich habe Gold im Einzel und Silber in der Openklasse gewonnen.

Sie haben auch an der World Championships und mittlerweile einigen anderen Wettkämpfen teilgenommen. Mit welchen Erfolgen?

Ich habe die „Worlds-Wettkämpfe“ mit dreimal Gold gewonnen. Gold in meiner Gewichtsklasse, Gold in der Open-Class und das Beste war der Erfolg im No-Gi (spezielle Wettkampfkleidung/Kampftrikot – Anm.d.Red.), wo ich gefragt wurde, ob ich auch noch in der Profi-Klasse starten möchte. Dort habe ich im Finale gegen eine sehr starke Frau aus Kasachstan gewonnen. Im September war ich Beste bei Kämpfen in San Francisco. In Livermore gab es zweimal Gold, wie auch bei den US-Open Anfang November.

Helfen Ihnen diese Erfolge, um in den USA eine sportliche Heimat zu finden?

Die Erfolge sind für mich nur die Bestätigung, dass mein hartes Training sich lohnt. Es ist auch nicht nur Training. Eine strenge Diät ist erforderlich, damit ich in der unteren Gewichtsklasse kämpfen kann. Mein neues Team (Ralph Gracie Berkeley – Anm.d.Red.) und meine Trainer sind eine riesige Unterstützung. Ich fühle mich wie im BJJ- Paradies. So viel Unterstützung habe ich noch nie bekommen. Es ist außerdem schön, dass jeder hier den Sport kennt. Das ist in Deutschland ja leider anders. Besonders toll ist, dass ich häufig auch von „Fans“ für meinen Kampfstil und meine Technik gelobt werde. Das macht das Leben hier sehr angenehm!

Was sind die nächsten Höhepunkte im Studium und im sportlichen Leben?

Ich habe jetzt drei Wochen Wettkampfpause, um meine vielen kleinen und größeren Verletzungen auszukurieren. Dann trete ich bei den Northern Californian Championships an. Danach habe ich die JJWL-Play-offs, das ist ein Turnier, zu dem nur die Besten des Landes eingeladen werden. Mitte Dezember finden die NoGi-Weltmeisterschaften der Brazilian-Jiu-Jitsu-Federation statt. Das wird hart, weil dort auch viele Ringerinnen antreten. Mein Highlights im Studium werden hoffentlich sein, dass ich 2020 mein Staatsexamen in den Händen halte. Derzeit plane ich im Anschluss meinen PhD (Doctor of Philosophy) zu machen.

Viel Erfolg für alles!

Ralf Edelstein

Als Boxer war er Einzelkämpfer – als Fußballer ist er Teamplayer. Sebastian Sylvester, ehemaliger Weltmeister, läuft jetzt regelmäßig dem Ball hinterher. Er spielt für die Alten Herren des HFC Greifswald.

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