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Lokalsport Laufevent-Manager: Krise lähmt Begeisterung nicht
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Laufevent-Manager: Krise lähmt Begeisterung nicht

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17:29 29.03.2020
Roman Klawun, hier vor dem Start des Rostocker Frauenlaufs im August vergangenen Jahres. Quelle: Foto: S. Heger
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Rostock

Für Roman Klawun stehen Sport und Gesundheit im Leben an erster Stelle. Seit 1994 organisiert er Laufveranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in anderen Bundesländern. Mit seinem Verein Rostocker Citylauf e. V. und seiner Agentur PRO EVENT ist Klawun aus dem Laufzirkel des Landes kaum wegzudenken. Auch an ihm geht die derzeitige Krise um das Coronavirus nicht vorbei.

Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG spricht Klawun über die Auswirkungen und will die Politik zu nachhaltigeren Entscheidungen motivieren.

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Herr Klawun, wie läuft es bei Ihnen?

Mir persönlich geht es gut. Gesundheitlich habe ich keinerlei Schwierigkeiten. Und auch in unserer Firma haben wir noch einige Projekte, mit denen wir uns aktuell mehr beschäftigen können. Bisher musste ich niemanden in Kurzarbeit schicken.

Sie haben eine Agentur, die Laufveranstaltungen organisiert und unterstützt. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf ihre Vorhaben?

Erhebliche. Es sind schon viele Stornierungen eingegangen. Vor allem Projekte, die zeitlich um die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele lagen, müssen nun eingestampft werden. Einige Termine haben wir in den Herbst verschieben können, wie zum Beispiel den Darß-Marathon. Für den haben wir auch bereits alles komplett produziert. Eine Absage würde uns hart treffen. Aber vor allem geht dann auch touristische Attraktivität verloren. Das wäre sehr bitter.

Und wie sieht es mit dem Rostocker Citylauf aus, der am 18. Mai starten soll? Die Anmeldezahlen standen auf Rekordkurs?

Wir wollen erstmal abwarten, was bis zum 20. April passiert. Der Lauf ist fast komplett vorbereitet. Sollte er verschoben werden müssen, wollen wir ihn am ersten Wochenende im September nachholen. Aber so weit sind wir noch nicht. Ich hoffe, dass alles wie geplant stattfinden kann.

Können Sie den Shutdown nachvollziehen?

Natürlich. Auch wenn es sehr gespenstisch wirkt. Aber mir stellen sich im Moment noch andere Fragen. Muss unser Gesundheitssystem auf Profit getrimmt sein? Ist es nicht schade, dass wir jetzt als Zeichen der Solidarität Beifall klatschen, weil die Arbeit des Pflegepersonals und der Fachkräfte nur unzulänglich vergütet werden? Ich erwarte, dass die Politik ihre Lehren zieht und verantwortlicher handelt.

Wie schnell erwarten Sie eine Rückkehr zur Normalität?

Das wird dauern. Derzeit scheinen viele an einem Strang zu ziehen und sich an die Regeln zu halten. Irgendwann muss es weitergehen. Dann kommt es für den privaten, unternehmerischen und gesellschaftlichen Bereich darauf an, wie viel Mut wir haben, alles wieder hochzufahren. Das Virus beschäftigt uns, aber es darf uns nicht lähmen.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?

Ich freue mich, dass die Laufbegeisterung in der Krise nicht abebbt, auch wenn Sport nicht in größeren Gruppen erlaubt ist. Ich hoffe, dass wir schnell alle wieder zusammenfinden: gesund, vital und fröhlich.

Das komplette Interview: sportbuzzer.de/mv

Von René Warning

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