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Lokalsport Rostock Griffins waren zu unbeständig
Sportbuzzer Lokalsport Rostock Griffins waren zu unbeständig
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22:51 10.09.2019
Christopher Kuhfeldt (vorn) gab fünf Jahre lang die Richtung bei den Rostock Griffins vor. Nun verlässt er den Klub. Ein Nachfolger wird noch gesucht. Quelle: Gunnar Rosenow
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Rostock

Platz drei in der Liga, eine sogenannte Winning Season mit acht Siegen und zum dritten Mal in Folge der frühzeitige Klassenerhalt in Deutschlands zweiter Football-Liga (GFL II): Die blanken Zahlen vermitteln ein starkes Bild von der Saison der Rostock Griffins. Doch nicht alles lief nach Plan. Der Wunsch, im Titelkampf und im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitzureden, erfüllte sich trotz vieler externen Neuzugänge nicht. Und der Rücktritt des Trainers bringt die Verantwortlichen in Handlungsdruck.

Durtstrecke beendet Ambitionen

Am 29. Juni begann für die Rostock Griffins das große Leiden. Durch ein Field Goal in letzter Sekunde verloren sie gegen den Erzrivalen Lübeck Cougars 27:30. Es folgten direkt nach der Sommerpause drei weitere Niederlagen. Insgesamt waren es sechs. Zwar retteten die Greifen noch den dritten Platz in der Endabrechnung, aber der Kampf um die Meisterschaft gegen den Aufsteiger Elmshorn Fighting Pirates wurde nie richtig eröffnet. Unzufrieden war Griffins-Trainer Christopher Kuhfeldt trotzdem nicht. „Wir haben viele von den Spielen nur knapp verloren. Da fehlte auch Spielglück. Letztlich waren wir außer mit Elmshorn gegen jeden Gegner mindestens aus Augenhöhe“, schätzt der Sportwissenschaftler ein.

Importspieler schlagen nicht voll ein

Von den „Internationals“ hatten sich Trainer Christopher Kuhfeldt und Manager Jens Putzier mehr erhofft. Insbesondere Quarterback Christopher Jeffrey wusste nicht zu überzeugen. Jens Putzier bestätigt: „Mit seiner Leistung waren wir nicht zufrieden. In den Jahren zuvor waren wir auf der Position stärker besetzt.“

Wegen einer Verletzung fiel er im Saisonendspurt aus. Sein Vertreter Michael Bensch machte seine Sache trotz fehlender Spielpraxis richtig stark. Das half auch dem Teamgefüge. Letztlich ging die Transferstrategie der Verantwortlichen nicht auf. Zwölf Importspieler standen im Kader. Die Philosophie, überwiegend mit einheimischen Spielern zu agieren, wurde teilweise korrigiert – auch mangels qualitativ hochwertiger Alternativen. Doch mit Cameron Fuller und Jermain Selders, der zu den besten Scorern der Liga gehörte, verließen zwei Spieler während der Spielzeit den Klub. Nach OZ-Informationen soll Selders sogar noch sein Monatssalär eingestrichen haben, um dann in der Sommerpause nicht mehr zurückzukehren.

Sponsor rüffelt Klub wegen Schlägerei in Lübeck

Trotz des versöhnlichen Sieges zum Abschluss in Lübeck (die OZ berichtete) wurde das Spiel von einer Schlägerei am Ende überschattet. Mehrere Akteure beider Teams wurden disqualifiziert, darunter ein Griffins-Assistenzcoach. In den sozialen Medien wurde darüber viel diskutiert und auch der Griffins-Hauptsponsor, die Ospa, fragte nach, was vor Ort geschehen war. „Wir haben darauf hingewiesen, dass wir sowas nicht in Ordnung finden. Football ist zwar ein körperbetonter Sport, aber immer von viel Respekt und Fairness geprägt“, betont Ronny Susa von der Ospa.

Susa hebt die Familienfreundlichkeit und den Spaßfaktor für Groß und Klein hervor. Mit der Saison ist der Hauptsponsor überwiegend zufrieden. „Die Saisonziele waren etwas höher, aber wir unterstützen den Klub nicht nur ergebnisorientiert, sondern auch weil der Sport auf dem Vormarsch ist und die Griffins im Jugendbereich gute Arbeit leisten. Zudem kommen viele Spieler aus der Region“, lobt Susa.

Auch das bescherte den Griffins einen Zuschauer-Zuspruch von über 1100 Fans pro Heimspiel. Allerdings trieb die Partie im Ostseestadion gegen Hannover mit über 3300 Anhängern den Wert deutlich nach oben.

Trainer-Abschied und kommender Umbruch

Gegen Lübeck hatte Chefcoach Christopher Kuhfeldt sein letztes Spiel für die Griffins. Er zieht sich aus privaten Gründen zurück. Seine Bilanz mit dem Aufstieg in die GFL II und drei starken Spielzeiten dort lässt sich sehen. Er ist der Vater des Erfolgs. Doch nun muss jemand anderes ran. Die Fußstapfen sind groß. Der neue Coach muss es schaffen, neue gute und bezahlbare Spieler zu finden und gleichzeitig die Vereinsphilosophie, auf einheimische Spieler zu setzen, konsequent mit Leben zu füllen. Vermutlich geht das zu Lasten der Qualität. Doch das macht den Verein bislang aus und holt die Fans ins Leichtathletikstadion.

Von René Warning

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