Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportbuzzer Hannah Anderssohn kämpft sich zurück
Sportbuzzer Hannah Anderssohn kämpft sich zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:37 11.07.2019
Hannah Anderssohn macht vor ihrem Start im Laser Europa-Cup Reha-Übungen. Quelle: René Warning
Warnemünde

Über dieses Comeback freuen sich wohl alle Segelfreunde – nicht nur aus der Rostocker Region: Über 540 Tage ist es her, als Hannah Anderssohn sich im Laser Radial schwer verletzte. Bei einem Manöver im Frühjahr 2018 verdrehte sie sich das Knie – Meniskusriss, angebrochener Unterschenkel. Drei Operationen und eine lange Leidenszeit mit einer kräftezehrenden Reha folgten. „Das war eine extrem harte Phase für mich. Es ist schwierig von 100 auf null herunterfahren zu müssen. Aber in der Zeit habe ich viel über mich und meinen Körper gelernt“, blickt Anderssohn zurück.

Langsam aber sicher kämpft sich die aus Rostock stammenden Anderssohn zurück ins Segelgeschäft. Ihr ambitioniertes Ziel: Olympia 2020 in Tokio. „Mein Leben ist aktuell nur dem Sport gewidmet. Mein größter Wunsch bleiben die olympischen Spiele. Darauf habe ich alles ausgerichtet“, verrät die 19-Jährige.

Die Qualifikation der Laser-Klassen findet im kommenden Jahr zwischen März und Mai statt. „Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder auf 100 Prozent komme. Es sieht so aus, als könne es eine Punktlandung werden. Aktuell ist mein Knie noch nicht voll belastbar“, erzählt das Segeltalent.

Ein Mutmacher in der immer noch schwierigen Phase in ihrer sportlichen Laufbahn war die Teilnahme an der Young Europeans Sailing während der Kieler Woche im Juni. In der ersten Wettfahrt wurde Anderssohn gleich Erste. „Das war ein überwältigendes Gefühl. Auf den Moment habe ich mich so gefreut. Allerdings habe ich danach die Belastung wieder gespürt. Ich merke, dass es noch ein langer Weg sein wird, bis ich wieder voll da bin“, meint die Maschinenbau-Studentin, die derzeit auch in Kiel lebt und trainiert.

Gestern startete Hannah Anderssohn zusammen mit 214 anderen Teilnehmern bei der Warnemünder Woche und will den nächsten Schritt in Richtung vollständiger Regeneration machen. Zwar möchte sie auch vorne mitsegeln, „aber ich habe nicht so große Erwartungen an die Regatta. Ich will herausfinden, wo ich stehe und wie sich das Knie mit steigender Belastung verhält“, sagt das Segelass. Sie will die Wettfahrten vor heimischer Ostseeküste in vollen Zügen genießen.

Der Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate steht auch schon fest. „Ende August steht die Junioren-Europameisterschaft in Polen und im Oktober dann noch die Junioren-Weltmeisterschaft im kroatischen Split an.“

Doch auch diese prestigeträchtigen Veranstaltungen spielen im Hinblick auf Platzierungen für Anderssohn nur eine untergeordnete Rolle. „Das ganze Jahr ist ein Aufbaujahr für mich. Ab Januar 2020 will ich dann die großen Ziele angehen“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

René Warning

Die Mannschaft von der Mecklenburgischen-Seenplatte will alle Akteure der abgelaufenen Saison, ihre Spielweise und den Spaß am Fußball beibehalten.

12.07.2019

Der Sportdirektor der Warnemünder Woche, Peter Ramcke, zieht ein positives Zwischenfazit. Die Highlights waren für ihn die Regatta „Rund Bornholm“ und die WMs auf dem Raceboard und den J/22.

11.07.2019

Am Donnerstag starten Lokalmatador Malte Hahn und 214 weitere Athleten zum Europacup der Laser bei der Warnemünder Woche. Wieder mit dabei ist Olympiahoffnung Hannah Anderssohn, die eine langjährige Verletzung überwunden hat.

10.07.2019