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Sportbuzzer Neuer REC-Boss Mundt: „Ohne Zuschauer kein Oberliga-Eishockey!“
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Piranhas ohne Zuschauer kein Eishockey

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13:20 04.06.2020
Sebastian Brockelt ist einer von vier Spielern der Piranhas, der in allen Spielen der Saison 2019/20 auf dem Eis stand. Quelle: Nina Cathrin Sulzer
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Rostock

Dass sich Tobias Mundt gleich zu Beginn seiner Regentschaft als Präsident des Rostocker Eishockey-Clubs (REC) mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befassen muss, hatte er nicht kommen sehen. An seiner Entscheidung, Führungsaufgaben beim Nord-Oberligisten zu übernehmen, hätte das vermutlich aber nichts geändert. Schon seit Anfang des Jahres bereitete sich der ehemalige Breitensportbeauftragte beim REC auf seine neue Aufgabe vor. Akribisch wurde er vom alten Vorstand um Ex-Präsident Mike Specht und dem ebenfalls aus dem Entscheidungsgremium ausgeschiedenen Schatzmeister Thomas Mörlein, sowie dem alten und neuen Vizepräsidenten Christian Trems eingearbeitet. Der neue Vorstandsvorsitzende ist voller Tatendrang.

„Letztlich sind die Aufgaben auch während der Krise die gleichen. Nur sind die Umstände derzeit völlig andere. Nach dem Erreichen der Play-offs im Winter hatten wir gehofft, länger in der Saison zu verbleiben, bis die Spiele wegen Corona abgesagt wurden. Aber der Blick geht schon lange und ausschließlich nach vorne“, sagt Mundt.

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Dabei ist die größte Hürde für ihn und die Piranhas bereits genommen. Die Lizenzunterlagen für die neue Saison wurden fristgerecht beim Deutschen Eishockey Bund (DEB) eingereicht. Eine Zulassung für die Ostseestädter gilt als Formsache.

Ob die Saison überhaupt startet, ist hingegen noch nicht sicher. Zwar hat der DEB den Beginn der Spielzeit 2020/21 für Mitte September geplant. Bei den Teams der Nordstaffel scheint allerdings Konsens darüber zu bestehen, dass die Eishockey-Saison nur vor Publikum stattfinden wird. „Wir sind vor allem in der Oberliga extrem auf die Spieltagseinnahmen angewiesen. Ein Spielbetrieb ist ohne Fans nicht denkbar. Und alle Vereine in der Nordstaffel sind sich einig, dass es eben ohne die Zuschauer auch kein Oberliga-Eishockey geben wird“ verdeutlicht Tobias Mundt.

Noch ist völlig offen, ob die behördlichen Regulierungen im Herbst eine Austragung der Spiele in der Rostocker Eishalle vor den Anhängern ermöglichen oder ob diese ausgeschlossen werden müssten. „Das wäre das schlimmste Szenario. Dann könnte man unterbrechen oder wir fangen gar nicht erst an“, sinniert Mundt. Insgesamt haben sich 13 Mannschaften für die neuen Saison in der Nordstaffel gemeldet, 2021 sollen es dann 14 werden. Neu dabei sind die EG Diez-Limburg, der Herforder EV und die Eisbären aus Hamm. Mit den traditionsreichen Teams EV Duisburg (“Füchse“), und dem ESC Moskitos Essen haben zwei Konkurrenten aus finanziellen Gründen die Segel gestrichen, spielen fortan in der Regionalliga.

Ungeachtet dessen treibt Tobias Mundt in seiner neuen Rolle die Kaderplanung für die neue Saison voran. Nach OZ-Informationen werden etwa die Hälfte der Spieler beim Klub bleiben. Etwa acht bis zehn Spieler dürften neu hinzugewonnen werden. Ebenso kommt ein neuer Trainer in die Hansestadt, der bereits in den Startlöchern stehen soll. Eine Unterschrift wird in den kommenden Tagen erwartet. Der neue starke Mann an der Seitenlinie wird Christian Behncke ersetzen, der kürzlich sein Amt berufsbedingt niederlegte. Als Co-Trainer wird Christopher Stanley fungieren, der im vergangenen Winter zum REC kam und auch als Spieler auf dem Eis steht.

Mundts Anforderungsprofil an den Kader ist klar abgesteckt. „Wir möchten junge Spieler zu uns an die Ostsee holen, die wir hier weiterentwickeln. Die besten Beispiel sind Maurice Becker und Sebastian Brockelt, die bei uns einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Wir möchten leidenschaftliches Eishockey zeigen und mit einer guten Stimmung in der Mannschaft Spaß haben, mit dem was wir tun“, sagt der 36-jährige Kaufmann.

Den eingeschlagenen Weg seiner Vorgänger, nur mit dem verfügbaren Geld zu haushalten und keine finanziellen Risiken einzugehen, will Mundt weitergehen. „Die Fußstapfen sind groß. Wir sind der einzige Verein mit einer positiven Bilanz. Und trotzdem haben wir Mannschaften hinter uns gelassen, die wesentlich mehr Geld zur Verfügung hatten. Das möchten wir im neuen Vorstand so weiterführen. Wir sind gerade in den Gesprächen mit unseren Sponsoren. Wir groß der Etat wird, wissen wir wahrscheinlich im Juli“, erklärt der neue starke Mann beim REC.

Von René Warning