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Sportbuzzer Seawolves gehen im Chemnitz baden
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Seawolves gehen bei Tabellenführer Chemnitz Niners baden

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18:47 16.02.2020
Donte Nicholas (M.) - hier im Hinspiel gegen Chemnitz - war mit seinen Seawolves bei den Sachsen völlig überfordert. Gegen die Niners gab es die bislang höchste Saisonniederlage.
Donte Nicholas (M.) - hier im Hinspiel gegen Chemnitz - war mit seinen Seawolves bei den Sachsen völlig überfordert. Gegen die Niners gab es die bislang höchste Saisonniederlage. Quelle: Gunnar Rosenow
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Chemnitz/Rostock

Auch wenn die Rostock Seawolves am Sonnabend als klarer Underdog ins Spiel gegen die Chemnitz Niners gezogen waren – so hatten sie sich den Ausgang der Partie sicher nicht vorgestellt. Mit 82:109 (34:59) kassierten die Ostseestädter in der 2. Basketball-Bundesliga ProA ihre bislang höchste Saisonniederlage. Es war bereits die fünfte Pleite in der Fremde nacheinander. Mit nur drei Auswärtssiegen haben die Seawolves (11., 22 Punkte) zusammen mit Leverkusen, Karlsruhe und Ehingen die zweitschwächste Bilanz in der Ferne.

Seawolves-Trainer Dirk Bauermann räumte die Unterlegenheit seines Teams unumwunden ein. „Chemnitz ist einfach weiter als wir und hat mit ihrer Spielanlage absolutes Erstligaformat. Wir hingegen sind erst am Anfang einer Entwicklung. Die Höhe der Niederlage tut weh, aber wir müssen uns mit anderen Zielen und anderen Mannschaften beschäftigen“, verdeutlichte der neunfache Meistercoach.

Lediglich im ersten Abschnitt konnte seine Mannschaft, die auf Filip Skobalj (Fußverletzung) und Haris Hujic (Erkältung) verzichten musste, vor fast 4000 Zuschauern in der Chemnitzer Messehalle mithalten. Zur ersten Viertelpause lag der Zweitligist nur mit zwei Zählern hinten (19:21). Doch schon im zweiten Durchgang machten die Hausherren ernst und klar, dass sie sich für die letzte Heimniederlage gegen die Seawolves kurz vor Weihnachten 2018 revanchieren wollten. Damals trumpften die Rostocker auf, gewannen 88:68.

Davon waren die Hansestädter jedoch meilenweit entfernt. Binnen fünf Minuten sorgten die Chemnitzer für klare Verhältnisse. Mit einem 20:2-Lauf (!) distanzierten sich die Gastgeber, führten 41:21 (15.). Bis zur Halbzeit schraubten die Niners ihren Vorsprung weiter nach oben und sorgten spätestens im dritten Viertel für die Entscheidung (87:50).

Ärgerlich: In der Schlussphase kam es trotz der eindeutigen Partie zu Undiszipliniertheiten auf beiden Seiten. Nachdem bei den Chemnitzern Virgil Matthews und Trainer Rodrigo Pastore disqualifiziert wurden, musste auch Seewolf Tony Hicks wegen Unsportlichkeiten das Spielfeld verlassen. Sehr zum Ärger von Trainer Dirk Bauermann. „Ich entschuldige mich im Namen des Vereins und der Spieler für die Undiszipliniertheiten. Das ist nicht unser Weg. So kann man sich nicht verhalten, egal wie groß der Rückstand ist“, kritisierte der Chef an der Seitenlinie scharf.

Zwei Wochen haben die Seawolves zusammen mit Trainer Bauermann nun Zeit, die Defizite aufzuarbeiten und sich für die letzten sieben Hauptrundenspiele fit zu machen. Erst am 1. März (16 Uhr) empfangen sie die Uni Baskets Paderborn (7., 24) in der Stadthalle. Bis dahin wird vor allem die Ausgewogenheit der Schützen auf dem Prüfstand stehen. Denn seit der Ankunft von Zach Lofton Ende Januar hat sich das Spiel sehr stark auf den US-amerikanischen Neuzugang, der gegen Chemnitz 39 Punkte warf, ausgerichtet. „Dadurch verändert sich der Rhythmus. Andere Spieler haben dadurch weniger Würfe. Da benötigen wir eine bessere Balance zwischen Zachs Qualitäten als Korbjäger und dem Teamspiel“, hatte der 62-Jährige Bauermann bereits in der Vorwoche nach dem Sieg gegen Tübingen betont.

Seawolves: Lofton 39 Punkte/2 Rebounds, Nicholas 16/4, Diouf 9/6, Alte 6/3, Hicks 5/3, Marin 3/0, Jost 2/2, Bogdanov 1/0, Buchholz 1/0, Sitton, Pwono.

Von René Warning