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Sportbuzzer Fans machen Stimmung gegen Seawolves
Sportbuzzer Fans machen Stimmung gegen Seawolves
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00:58 23.10.2019
Chase Adams (am Ball) muss sich nach schwachen Leistungen in den bisherigen Spielen einen neuen Verein suchen.
Chase Adams (am Ball) muss sich nach schwachen Leistungen in den bisherigen Spielen einen neuen Verein suchen. Quelle: Gunnar Rosenow
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Rostock

Die Rostock Seawolves haben auf den miserablen Saisonstart mit vier Niederlagen in fünf Begegnungen mit dem Rauswurf von ­Chase Adams reagiert. Der US-amerikanische Spielmacher wurde am Dienstag vom Basketball-Zweitligisten gefeuert.

„Nach ausführlichen Gesprächen im Trainerstab haben wir schweren Herzens beschlossen, die Zusammenarbeit mit Chase zu beenden. Er ist eine große Persönlichkeit und ein wunderbarer Mensch. Leider blieben seine Leistungen hinter den Erwartungen zurück, so dass diese Entscheidung gefällt werden musste“, teilte Teammanager Jens Hakanowitz mit.

Der vor dem Saisonbeginn verpflichtete 30-jährige Adams war am vergangenen Sonntag bei der 70:74-Heimniederlage gegen Schalke 04 nicht mal zehn Minuten zum Einsatz gekommen. Die Suche nach einem leistungsstärkeren Ersatz laufe, teilten die Seawolves-Verantwortlichen mit. Sie rechnen aber nicht damit, dass der neue Mann am Sonntag beim Auswärtsspiel in Heidelberg zum Einsatz kommen wird.

Der enttäuschende Saisonbeginn, bei dem das Team inzwischen auf den 13. Tabellenplatz abgerutscht ist, sorgt auch bei den Fans der mit großen Zielen gestarteten Rostocker für schlechte Stimmung. In den sozialen Netzwerken geht es hoch her. Es hagelt Kritik. Edel-Fan Michael „Krappi“ Vieth fordert, „dass man den Spielern mal den Kopf waschen muss“. Er bemängelt fehlende Körpersprache, Kraft und Mut. Vieth reist zu fast allen Auswärtsspielen der Ostseestädter und ist bei Heimpartien in der Stadthalle als Helfer aktiv. Zur jüngsten Leistung gegen die Gelsenkirchener schreibt er auf Facebook: „Es kommen über 3000 Zuschauer und freuen sich auf das Seawolves-Spiel und werden dann so enttäuscht.“

Jens Hakanowitz kann den Unmut der Fans durchaus nachvollziehen. „Ich habe die Kommentare nicht gelesen. Aber der Frust ist verständlich. Es ist eine normale Reaktion. Wir sind ja auch nicht zufrieden. Es ist ja eigentlich gut, dass die Fans emotional und leidenschaftlich sind. Das zeigt, dass sie genauso große Ambitionen wie wir haben.“

Vom Saisonziel, dem erneuten Sprung in die Aufstiegsrunde der besten acht Teams, und ihren spielerischen Ansprüchen, ist die seit gut einem Jahr von Milan Skobalj trainierte Mannschaft aktuell sehr weit entfernt. „Wir hatten in den vergangenen Stunden viele Sitzungen. Wir sind dabei übereingekommen, dass unser Fokus noch mehr auf die Defensive als Team und die Kommunikation gelegt werden muss“, erklärte Hakanowitz am Dienstagnachmittag.

Einige Fans befürchten, dass der Verein seine Ziele revidieren muss. „Dann wird das diese Saison nix mit den Play-offs. Nach dem Spiel (gegen Schalke/d.Red.) möchte ich behaupten, dass es schwer wird, die Klasse zu halten“, schreibt Arne Brodersen bei Facebook.

Obwohl das Team derzeit vieles schuldig bleibt, genießt der 56-jährige Trainer weiterhin das volle Vertrauen des Sportchefs und bekommt auch verbal Rückendeckung. „Milan steht bei uns nicht zur Disposition. Er macht einen starken Job und hat bewiesen, dass er sich in der Liga bestens zurechtfindet.“

In der Vorsaison – es war nach dem Aufstieg der Seewölfe die erste in der zweithöchsten deutschen Spielklasse – hatte der Serbe das Team nach holprigem Start in der Vorrunde auf einen hervorragenden fünften Platz geführt. Erst im Viertelfinale war gegen bärenstarke Hamburger, die später den Aufstieg in die 1. Bundesliga feierten, Endstation.

Von René Warning