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Boxen Brähmer und Zeuge: Box-Duo kann Geschichte schreiben
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05:30 14.07.2016
Gut gelaunt: Weltmeister Jürgen Brähmer (l.) mit seinem Schützling Tyron Zeuge gestern bei der Pressekonferenz in Berlin. Am Sonnabend boxt der 24-Jährige um den WM-Titel.
Gut gelaunt: Weltmeister Jürgen Brähmer (l.) mit seinem Schützling Tyron Zeuge gestern bei der Pressekonferenz in Berlin. Am Sonnabend boxt der 24-Jährige um den WM-Titel. Quelle: Sebastian Heger
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Schwerin/Berlin

Ein trister Tag im Januar. Tyron Zeuge ist frustriert. Seit neun Monaten hat der talentierte Supermittelgewichtler nicht mehr geboxt. Zeuge hat Übergewicht und will alles hinschmeißen. „Ich wäre Türsteher geworden“, meint er rückblickend. In seiner Not greift Zeuge zum Handy und ruft bei Jürgen Brähmer an. Der Weltmeister lädt ihn nach Schwerin ein. Die beiden plaudern lange. Das Ergebnis: Brähmer wird Zeuges neuer Coach. „Das ist die beste Option für mich“, sagt Zeuge. Brähmer reizt die neue Herausforderung. „Ich dachte mir, aus dem Dickerchen kann man ja auch einen Sportler machen“, erzählt der Neu-Trainer mit einem breiten Grinsen.

Am Sonnabend können beide Geschichte schreiben. Zeuge, 24, will in seiner Heimatstadt Berlin Graciano Rocchigiani als jüngsten deutschen Box-Weltmeister aller Zeiten ablösen. Dazu muss er WBA-Champion Giovannis de Carolis schlagen. Der Italiener hatte im Vorjahr den Höhenflug von Vincent Feigenbutz unsanft gestoppt.

Brähmer, der sich vor wenigen Wochen von seinem Trainer Karsten Röwer trennte und mit Konrad Mittermeier einen neuen Coach ins Team holte, kann etwas nie Dagewesenes schaffen: Der 37 Jahre alte Schweriner wäre der erste aktive Weltmeister, der einen anderen Boxer zum WM-Titel führen würde. Die Rekordjagd sei ihm nicht wichtig, versichert Brähmer: „Wir wollen klar gewinnen und zeigen, was wir drauf haben.“ Sein Schützling soll nach vorn marschieren und den Gegner unter Druck setzen, fordert der Coach: „Wir wollen spektakuläres und schönes Boxen zeigen.“

TV-Tipp: Sonnabend, 22.50 Uhr, Sat.1

OZ