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Sportmix Deutschland-Tour in MV: „Das wird wunderbar“
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Deutschland-Tour Mecklenburg-Vorpommern Schwerin Stralsund Etappe Andre Greipel

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16:46 30.01.2020
Freuen sich auf die Deutschlandtour: der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier (l.) und Stralsunds Stadtoberhaupt Alexander Badrow bei der Präsentation im Ozeaneum der Hansestadt.
Freuen sich auf die Deutschlandtour: der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier (l.) und Stralsunds Stadtoberhaupt Alexander Badrow bei der Präsentation im Ozeaneum der Hansestadt. Quelle: Roedel
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Stralsund

Rico Badenschier kann sich noch genau erinnern, wie es sich anfühlte, als Kind bei der Friedensfahrt an der Strecke zu stehen: „Ich war vielleicht sieben oder acht Jahre alt, als in Karl-Marx-Stadt das Fahrerfeld an mir vorbeirauschte“, berichtet der 41-Jährige über sein bislang größtes Radsport-Erlebnis. In diesem Jahr wird Schwerins Oberbürgermeister wieder großen Radsport erleben. Am 20. August führt die erste Etappe der Deutschland-Tour von Stralsund nach Schwerin. Badenschier, sein Stralsunder Amtskollege Alexander Badrow und die Veranstalter des größten Profi-Radrennens in Deutschland stellten am Donnerstag im Ozeaneum der Hansestadt ihre Ideen für das Rennen vor, das zeitlich zwischen der Tour d’France und der Straßenrad-WM liegt. Und das Spitzensportler in den Norden ziehen wird: 22 Profi-Mannschaften mit jeweils sechs Fahrern gehen an den Start.

Wenn alles klappt, ist André Greipel dabei. „Ich finde das gigantisch“, freut sich der 37-jährige Radprofi. Er hatte von der Tour Down Under in Australien eine Videobotschaft nach Stralsund übermittelt – ganz lässig in Bermuda-Shorts vom Strand des Indischen Ozeans. Der Rostocker findet die Deutschland-Tour „riesig“. Dass die Deutschland-Tour nach Mecklenburg-Vorpommern kommt, ist eine Premiere. Für Greipel wäre es in seiner 16-jährigen Profikarriere der erste Start bei einem Profi-Rennen in seinem Heimatland.

An diesem grauen verregneten Januartag am Ufer des Strelasunds malten sich die Kommunalpolitiker ein Radrennen aus, das bei allerfeinstem Sommerwetter vor dem Meeresmuseum beginnen und ein paar Stunden später vor der perfekten Kulisse des Schweriner Schlosses enden wird. „Das wird ein wunderbarer Tag. Mehr kann man sich nicht wünschen“, sagt der Stralsunder OB, Alexander Badrow.

Für die erste Etappe stehen bislang lediglich Start- und Zielort fest. Der genaue Streckenverlauf soll Ende März bekanntgegeben werden. Radsportfans haben die Chance, via Internet Vorschläge zu unterbreiten.

Das Land MV hatte sich seit längerer Zeit um einen Tour-Stopp bemüht. Seit anderthalb Jahren ist das Projekt konkret. 2020 waren die Voraussetzungen besonders gut: Das Bundesland feiert seinen 30. Geburtstag. Die Veranstalter fanden die Idee charmant, ein Rennen auszutragen, das beide Landesteile verbindet.

Das Land unterstützt Stralsund und Schwerin mit einem Zuschuss in Höhe von jeweils 90 000 Euro. Allein könnten beide Städte die Kosten nicht tragen, versicherten beide Oberbürgermeister. Der Werbewert der Veranstaltung für die Urlaubsregion sei enorm, meint Nikolaus-Johannes Voss, Staatssekretär in der Schweriner Landesregierung. „Mit Geld ist die Werbewirkung der Deutschland-Tour nicht aufzuwiegen.“ Fast die ganze Welt wird zuschauen. Die Rundfahrt – Gesamtetat etwa 3,5 Millionen Euro – wird in rund 190 Länder übertragen. Das ZDF wird live von der Etappe durch Mecklenburg-Vorpommern berichten.

Der technische Aufwand ist mit dem bei Tour de France vergleichbar, berichtet Matthias Pietsch, Projektleiter der Deutschland-Tour. Diverse feste und mobile Kameras am Streckenrand, auf Hubschraubern, Motorrädern und Begleitfahrzeugen würden Bilder vom Rennen und Sehenswertes aus dem Tourismusland einfangen.

Am Abend vor dem Start werden die Mannschaften am Stralsunder Hafen vorgestellt. Zehntausende Menschen werden dort, an der Strecke und bei der Zielankunft in der Landeshauptstadt erwartet. Dort wird bei einer Mini-Tour für Kinder Werbung für den Radsport gemacht. Die Mecklenburger Radsport-Legende Jens Voigt engagiert sich dafür. Von Schwerin aus zieht die Karawane, die insgesamt 400 Sportler, Teambetreuer und Medienvertreter umfasst, weiter. Die Tour endet nach vier Etappen und etwa 700 Kilometern am 23. August in Nürnberg.

Von Christian Lüsch und Ben Brümmer