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Eishockey Olympia-Held studiert in Wismar
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12:01 07.03.2018
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Wismar

Frank Mauer (29) saß auf der Spielerbank an der Bande im Gangneung Hockey Centre, als Nikita Gusew für das Olympische Team Russland 56 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit den 3:3-Ausgleichstreffer im olympischen Eishockey-Finale in Pyeongchang (Südkorea) erzielte. Bis dahin führte die deutsche Nationalmannschaft sensationell mit 3:2. Die Goldmedaille war zum Greifen nah.

„Natürlich war das für uns sehr bitter“, redet der 29-Jährige nicht um den heißen Brei herum. „Aber im selben Moment dachte ich, dann gewinnen wir in der Verlängerung oder der Overtime und machen es noch spannender“, fügt er hinzu. „Als wir 3:2 führten und nur noch zwei, drei Minuten zu spielen war, schwirrte die Goldmedaille schon in meinem Kopf herum“, gibt Frank Mauer zu. Doch am Ende überwiegt das Positive. „Mit ein bisschen Abstand muss ich sagen: Ich freue mich sehr über die Silbermedaille, die wie Gold ist. Keiner hat mit diesem Erfolg gerechnet.“

Der 1,84 Meter große und 90 Kilo schwere Modellathlet vom zweifachen deutschen Meister EHC Red Bull München will zwar noch lange Eishockey spielen, doch er denkt aber schon an die Zeit nach seiner sportlichen Karriere. Deshalb hat er sich für ein Fernstudium im Sportmanagement entschieden. In der Hansestadt Wismar ist er fündig geworden. „Das war 2014. Ich habe im Internet geschaut und eine Anzeige von der Hochschule Wismar entdeckt. Dort wurde etwas mit Sport angeboten. Ich habe es nicht bereut, dass ich mich für diesen Studiengang entschieden habe. Hier habe ich sehr gute Bedingungen“, schwärmt Mauer.

Einer, der während der Spiele am Fernseher mit den deutschen Eishockey-Cracks mitfieberte, ist Birger Huth (52). Er ist Dozent und Lehrbeauftragter in der Wings GmbH, einem Tochterunternehmen der Hochschule Wismar. Dieses organisiert und koordiniert den Ablauf des Fernstudiums. „Die Hochschule ist stolz auf Frank Mauer. Dass er aus Pyeongchang eine Silbermedaille mitbringen würde, damit hat bei uns niemand gerechnet. Deshalb ist die Freude sehr groß“, sagt Birger Huth.

Der 52-Jährige weist darauf hin, dass Frank Mauer nicht der einzige Spitzensportler ist, der im Fernstudium im Sportmanagement seinen Bachelor macht. „Auch der Boxer Denis Radovan und Hansas Ex-Torhüter Marcel Schuhen sind bei uns als Fernstudenten eingeschrieben. Abgeschlossen im Bachelor Sportmanagement hat die frühere Neubrandenburger Leichtathletik-Siebenkämpferin Julia Mächtig“, fügt Birger Huth hinzu.

Die Hochschule Wismar bietet Spitzensportlern die Rahmenbedingungen für ein Studium neben der Sportkarriere. „Im Direktstudium sind es flexible Studienpläne. Im Online- und Fernstudium kommt noch die örtliche und zeitliche Flexibilität hinzu“, erklärt Prof. Dr. Michael Schleicher. Der Master-Studiengangsleiter ist nebenbei auch Schiedsrichter in der 2. Volleyball- Bundesliga.

„Sportler wechseln häufig den Verein innerhalb der Studienzeit und können dennoch weiter bei uns an der Hochschule Wismar über Wings studieren, da sie nicht ortsgebunden sind“, erklärt Schleicher.

Mit Frank Mauer absolviert derzeit der aktuell prominenteste Spitzensportler ein Fernstudium an der Hochschule Wismar.

Die ersten Erfahrungen mit dem schwarzen Puck und einem Schläger machte er allerdings nicht auf dem Eis, sondern vor dem Fernseher. „Ich habe mit meinen Eltern Eishockey gesehen. Das hat mir gefallen. Da habe ich zu Mama und Papa gesagt, das möchte ich auch machen. Mein Bruder war schon beim Eishockey. Ich hab es dann auch mal ausprobiert und es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sich der 29-jährige Heidelberger, der am 12. April seinen 30. Geburtstag feiert.

Mit acht Jahren begann er, dem Puck hinterherzujagen. „Früher habe ich auch noch Fußball gespielt. Doch ich habe mich dann für das Eishockey entschieden“, sagt er. Danach sei alles sehr schnell gegangen. Im Alter von 15 Jahren folgte mit dem Wechsel nach Mannheim zu den Jungadlern ein entscheidender Schritt in seiner Eishockeykarriere.

Sein Debüt bei den Profis in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gab Frank Mauer am 28. Februar 2008 bei Adler Mannheim. „Das erste DEL-Spiel war ein absolutes Highlight“, blickt er zurück. Der torgefährliche Außenstürmer gewann damals an der Seite von Spielern wie dem ehemaligen Stanley-Cup-Sieger René Corbet gegen die Straubing Tigers mit 6:2.

Danach ging es Schritt für Schritt aufwärts. 2015 wechselte Mauer nach München. Mit dem Team wurde er zweimal deutscher Meister und Nationalspieler mit der Trikotnummer 28. „Wir wollen natürlich den Titel verteidigen. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und nominiert werde, möchte ich im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft in Dänemark dabei sein.“

Nach Wismar wird Frank Mauer vermutlich 2019 kommen, wenn er seine Bachelor-Arbeit verteidigt. „Dann würde ich gerne auch eine Autogrammstunde machen“, verspricht der junge Familienvater, der vor einem Jahr geheiratet hat und der vor acht Monaten Vater einer Tochter wurde.

Peter Preuß

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