Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Eishockey REC-Urgesteine feiern mit Freunden und Fans
Sportbuzzer Sportmix Eishockey REC-Urgesteine feiern mit Freunden und Fans
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:13 21.04.2018
Tobias John (l.) und Paul Stratmann (r.) erhielten von REC-Präsident Mike Specht (2. v. l.) und „Vize“ Christian Trems kleine Präsente. Quelle: Foto: T. Bastian
Rostock

Nur 13 Sekunden dauerte es, bis Dennis Thielsch am Sonntag den ersten Treffer erzielte. Es war der Auftakt eines torreichen, unterhaltsamen Abends in der Schillingallee.

Dort verabschiedeten sich die REC-Urgesteine Paul Stratmann und Tobias John von Eishockey-Oberligist Rostock Piranhas von Verein und Fans. Das Ergebnis des Spiels Team Strati gegen Team Johni war egal. Doch zur Vollständigkeit: 10:6 (3:3, 5:2, 2:1) lautete wohl der Endstand vor offiziell 1100 Zuschauern.

Der Spaß stand im Mittelpunkt. „Es sind fast alle ehemaligen Spieler gekommen, die wir eingeladen hatten. Dazu waren jede Menge Fans dabei, das ist eine Anerkennung für uns“, meinte John in der ersten Drittelpause des Abschiedsspiels. Der 34-Jährige hütete mehr als zehn Jahre lang das Piranhas- Tor, kam auf 417 Einsätze. Häufiger spielte nur Paul Stratmann (32) für den REC. Er ist mit 508 Partien von 2005 bis 2017 der Rekordspieler der Rostocker, gehörte zum Verein wie die Möwen zu Warnemünde. Stratmann agierte auch als Interimsspielertrainer des Oberliga- Teams und betreute – wie John – Kinder in der Nachwuchsabteilung. „In der heutigen Zeit ist es schon etwas Außergewöhnliches, so lange einem Verein treu zu bleiben“, bedankte sich REC-Präsident Mike Specht in seiner Abschlussrede und ergänzte: „Paul und Tobias sind auch künftig im Verein und in der Eishalle immer gern gesehen.“

Zuletzt beobachtete Tobias John das Geschehen bei den Piranhas via Internet. Sein letztes Oberliga- Spiel hat der Familienvater im Oktober 2016 bestritten. Seitdem dreht sich bei ihm alles um Ehefrau Dörte und den gemeinsamen Sohn Henrik. „Meine Frau hat mir jahrelang den Rücken freigehalten. Fortan möchte ich etwas zurückgeben“, sagt John. Er lebt und arbeitet weiter in Rostock, ist seit seinem Wechsel von Fass Berlin zum REC an der Ostseeküste heimisch geworden.

Das gilt auch für Paul Stratmann, der vor zwölf Jahren von den Eisbären Juniors Berlin zu den Raubfischen wechselte. Auch er will nun mehr Zeit mit Freundin Maria und Filius Lien (wird am Sonntag ein Jahr) verbringen. Trotzdem sei es schade, nach so langer Zeit mit dem Eishockey aufzuhören. „Am meisten vermisse ich das blöde Gequatsche in der Kabine und das Rumhängen mit den Jungs“, sagt Stratmann, der seine letzte Partie am 5. März 2017 bestritten hat und vor der abgelaufenen Saison seinen Rücktritt verkündete.

Am Rande wurden Piranhas-Trikots der Saison 2017/18 versteigert. Den Höchstwert erzielte das Hemd von Andrej Teljukin, das für 190 Euro wegging. Die Sonderanfertigungen für Paul Stratmann und Tobias John erzielten 100 und 115 Euro. Geld, das dem REC- Nachwuchs zugutekommen soll.

Für die Rekordsumme von 230 Euro kam allerdings das Jersey von Ex-REC-Verteidiger Ralf Herbst unter den Hammer. Dessen aktueller Verein, Oberligist Weiden, hat finanzielle Probleme. Das Geld soll helfen, diese zu beheben.

Team Strati: Hoffmann – Dörner, Kröber, Kohlstrunk 1 Tor, Ullmann, Klupp, Franz 1, Jahnke, Busche – Haiduk 1, Marsall 1, Labuhn 1, Lemmer, Striepeke 2, Müller, Schulz, Ternick, Stratmann 3.

Team Johni: John, Krüger – Hanske, Koubenski, Rentzsch, Watzke, Finkel, Herbst – Hähnel, Radant, Czajka 2, Patrzek 1, Konietzky, Stramkowski 1, Aicher, Thielsch 2, Möbius.

Tommy Bastian

Mehr zum Thema

Die Eisbären Berlin formte er zu Serienmeistern und zur klaren Nummer eins in Deutschland - und auch sich selbst verewigte er in den DEL-Annalen. Nun steht Coach Jackson mit München zum dritten Mal im Playoff-Finale. Erstmals geht es dabei gegen seinen Ex-Club.

17.04.2018

Die Eisbären Berlin haben das erste Playoff-Duell um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gegen Titelverteidiger EHC Red Bull München gewonnen.

18.04.2018

Der EHC Red Bull München verliert das erste Finalspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Den druckvollen Eisbären aus Berlin gelingt der Auswärtscoup. Die Zweikämpfe entscheiden. Das nächste Duell steigt in der Hauptstadt. Die Serie hat Krimipotenzial.

19.04.2018

Beim Gegner verhasst, von den eigenen Fans verehrt: Münchens Eishockey-Profi Steven Pinizzotto spaltet die Lager. Nach seiner Sperre wegen eines brutalen Checks stellt er im DEL-Finale sofort seinen Wert unter Beweis. Seine Zukunft ist jedoch offen.

21.04.2018

Der Olympiazweite Deutschland tritt mit NHL-Star Draisaitl bei der Eishockey-WM an. In gut zwei Wochen in Dänermark muss Bundestrainer Sturm aber auf mindestens acht Silbergewinner von Pyeongchang verzichten. Aus der NHL könnte noch mehr Verstärkung kommen.

19.04.2018

Die Eisbären Berlin lassen eine Verlängerung des Kontrakts mit Trainer Uwe Krupp nach dieser Saison in der Deutschen Eishockey Liga weiter offen.

16.04.2018