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Handball Dolphins können den Aufstieg in die 3. Liga wohl abhaken
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00:01 30.01.2018
Sie ist kaum zu stoppen: RHC-Talent Nicole Rotfuß (am Ball) erzielte bereits 95 Saisontreffer. Quelle: Foto: Tommy Bastian
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Rostock

Das war es wohl mit dem möglichen Aufstieg in die 3. Liga für die Dolphins. Weil Landesrivale TSG Wismar in der Vorwoche einen Erfolg am Grünen Tisch erzielt hat (die OZ berichtete), beträgt der Rückstand des Rostocker HC (4. Platz, 20:8 Punkte) auf den Tabellenzweiten nun vier Zähler. Die TSG gilt als erster Aufstiegskandidat. Spitzenreiter BFC Preussen kommt sogar auf 26:2 Punkte. Die Berliner Verantwortlichen haben sich – anders als ihre Kollegen aus Wismar – allerdings (noch) nicht öffentlich zum Ziel Aufstieg bekannt.

Klubchef Olaf Meyer vom Rostocker HC meint: „Nachdem der Punktabzug für die TSG verringert wurde, hat sich eine neue Situation ergeben. Wismar ist fortan wieder der klare Favorit. Wir gucken auf uns und wollen in den verbleibenden Spielen so viele Siege wie möglich einfahren.“

Der TSG Wismar waren Ende November wegen eines Formfehlers zwölf Punkte abgezogen worden. Nach teilweise erfolgreichem Einspruch gegen das Urteil erhielt der Drittliga-Absteiger zehn Zähler wieder zurück. Die TSG kletterte damit in der Oberliga Ostsee- Spree vom siebten auf den zweiten Rang. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Der Rostocker HC hat als Saisonziel ausgegeben, oben mitspielen zu wollen. „Wir würden sicher nicht ablehnen, wenn sich für uns die Möglichkeit des Aufstiegs ergeben würde“, meint der 52-jährige Meyer. Entschieden sei das allerdings noch nicht. RHC-Trainerin Ute Lemmel hatte immer wieder betont, die Entwicklung ihrer jungen Mannschaft abwarten zu wollen. Gestern war sie für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am Sonntag erzielten die Dolphins beim TSV Rudow in Berlin ihren achten Sieg im 14. Spiel. Endstand: 22:20 (13:10). Es war ein Pflichtsieg für die Gäste, die sich auswärts oft schwer getan haben.

Dort gab es schon zwei Niederlagen und ein Remis. Gegen die Top-Teams gingen die Rostockerinnen bislang immer als Verlierer vom Feld. Sie unterlagen gegen den BFC Preussen (20:28, 23:27) sowie gegen die TSG Wismar (19:24). Möglicherweise käme ein Wiederaufstieg in die 3. Liga, aus der die Rostockerinnen im Jahr 2016 abgestiegen sind, für den RHC tatsächlich zu früh.

Die besten Zeiten des Rostocker Frauenhandballs liegen schon lange Zeit zurück. 1989 wurde die damalige Mannschaft des SC Empor DDR-Meister. Insgesamt holten die Ostseestädterinnen sechs Titel – drei in der Halle und drei auf dem Feld. 1969 stand der SC Empor sogar im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister (11:13 gegen Žalgiris Kaunas aus Litauen). In der Saison 2005/06 spielte letztmals ein Frauen-Team aus der Hansestadt (als PSV Rostock) in der Bundesliga. 2007 trat der neu gegründete RHC die Nachfolge der Spielgemeinschaft PSV/RHC Rostock an und spielte bis 2010 noch in der 2. Bundesliga Nord. Vier Jahre später folgte der erste Absturz in die Viertklassigkeit.

Um den Sprung zurück nach oben zu schaffen, setzt der RHC auf seinen starken Nachwuchs. Die A-Jugend kletterte durch den 35:21 (17:10)-Heimsieg gegen den SV 63 Brandenburg- West am Sonnabend vor rund 150 Zuschauern in der Ospa-Arena zurück an die Oberliga-Tabellenspitze. Viele Spielerinnen zählen schon zu den Leistungsträgerinnen in der „Ersten“. Allen voran Nicole Rotfuß. Die 17-Jährige ist die beste Torschützin der Dolphins, erzielte 95 Treffer in 14 Partien für die Frauen-Sieben. Längst sind andere Vereine auf das Top-Talent aufmerksam geworden.

Der RHC-Vorsitzende Olaf Meyer gibt sich dennoch zuversichtlich, Nicole Rotfuß in Rostock halten zu können – auch in der vierten Liga. „Die Gespräche zur neuen Saison mit unseren Spielerinnen laufen.

Nicole macht 2019 ihr Abi. Sie hat geäußert, auch darüberhinaus in Rostock spielen zu wollen“, sagt er.

Statistik

Dolphins: Berger, A. FreitagJ. Krebs 1, Wahl 6, Schwarz 2, Stammer, Rotfuß 8, S. Müller, Johannisson 2, Fränk 2/2, Rohde 1/1.

Siebenmeter: TSV 1/1, RHC 7/3. Strafminuten: TSV 14, RHC 8.

Juniorteam: Peters, Clasen – Rotfuß 8, Anderson 1, Johannisson 1, L.-M. Schultz 2, Rohde 2, Krüger 5, A. Schulz 1, Strack 3, S. Müller 2, Krebs 3, Fränk 7/3.

Siebenmeter: RHC 4/3, SVB 7/3. Strafminuten: RHC 6, SVB 2.

Tommy Bastian

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