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Sportmix Hansa atmet auf: Land gibt Millionen für Krisenklub
Sportbuzzer Sportmix Hansa atmet auf: Land gibt Millionen für Krisenklub
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00:00 08.05.2014
Aufatmen bei Vorstandschef Michael Dahlmann (36, links) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Abrokat. Quelle: Andy Bünning
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Schwerin

Aufatmen bei Hansa Rostock: Der Weg für einen großen Schuldenschnitt beim Fußball-Drittligisten ist endgültig frei. Der Bürgschaftsausschuss des Landes hat gestern in Schwerin erwartungsgemäß „der vorfristigen Inanspruchnahme der Bürgschaften zugunsten des FC Hansa Rostock“ zugestimmt, wie es in einer Pressemitteilung von Innen- und Finanzministerium hieß. Das Land zahlt nun rund 2,5 Millionen Euro an die Gläubiger des Krisenklubs. Im Falle einer Insolvenz hätte das Land bis zu 3,2 Millionen Euro zahlen müssen, hieß es aus Schwerin.

„Es war eine wirtschaftliche Entscheidung, die wir getroffen haben“, teilte Finanzministerin Heike Polzin (SPD) mit. Die jetzige Inanspruchnahme sei bedeutend geringer als im Falle einer Insolvenz des Klubs. „Und wir werden damit alle finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Verein los“, ergänzte die Finanzministerin.

Die Gläubiger DKB, Ostseesparkasse und Vermarktungspartner Infront hatten sich bereiterklärt, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, um eine drohende Insolvenz des bis dato mit rund 30 Millionen Euro verschuldeten Vereins zu verhindern. Voraussetzung für dieses Engagement war aber die Beteiligung des Landes. Das Gesamtvolumen des Schuldenerlasses liegt bei etwa zehn Millionen Euro. Hansa-Vorstandschef Michael Dahlmann sprach von einem „bedeutenden Tag“ für Hansa und bedankte sich beim Land Mecklenburg-Vorpommern und den Gläubigern für die „echte Chance zur nachhaltigen Sanierung und finanziellen Gesundung“. Der Klub werde „diese Möglichkeit verantwortungsvoll nutzen und die Kogge weiter Schritt für Schritt in ein ruhigeres und erfolgreicheres Fahrwasser führen“, versprach Dahlmann, der nun einen wichtigen Baustein für die Drittliga-Lizenz 2014/15 unter Dach und Fach hat. „Der Schuldenschnitt ist die Grundlage unserer Planungen“, erklärte er.

„Finanziell sieht die Zukunft des FC Hansa jetzt wieder besser aus“, urteilte Innen- und Sportminister Lorenz Caffier und verband die Entscheidung mit der Hoffnung, „dass der Verein sich nun auch mit aller Macht den Problemen in seinem Umfeld stellt“. Im Namen der Landesregierung forderte der CDU-Politiker „eine klare Distanzierung von jeglicher Gewalt und ein konsequentes Vorgehen gegen die gewaltbereiten Fans“. Dann werde Hansa „hoffentlich schon bald wieder zu einem sportlichen Aushängeschild des Landes“.



Sönke Fröbe