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Leichtathletik Vize-Europameisterin hat noch viel vor
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16:56 23.07.2019
Julia Ulbricht, Vize-Europameisterin U 20 im Speerwerfen vom 1. LAV Rostock Quelle: Foto: Kai Rehberg
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Rostock

Mit Ehrungen hat es Julia Ulbricht noch nicht so richtig raus. Beim kleinen Empfang ihres Vereins 1. LAV Rostock am Dienstag hatte die frisch gebackenen Speerwurf-Vizeeuropameisterin doch glatt ihr neues Glanzstück im Auto vergessen. Erst mit der Silbermedaille von der U-20-EM im schwedischen Boras konnte es dann richtig losgehen.

Die 18-jährige hat sich mit ihrem ersten Edelmetall auf der ganz großen Bühne einen Traum erfüllt. Doch auch für den 1. LAV ist es ein besonderer Moment. „Eine internationale Medaille – das ist etwas, worauf wir uns seit Jahren freuen“, meinte Vereinschef Ralf Skopnik. Er hob hervor, wie nervenstark die Gymnasiastin nach überstandenem Schulabschluss bei der EM ihre persönliche Bestleistung von 55,55 Metern aus der Qualifikation im Finale bestätigt hat. „Mit einem sehr guten Abi in der Tasche wirft es sich noch ein bisschen leichter“, so Skopnik: „Wir sind sehr stolz auf Dich!“

Dabei war Julia in den bislang besten Wettkampf ihrer noch jungen Karriere mit einem kleinen Handicap gegangen. Beim Überspringen einer Hürde hatte sie sich einige Tage zuvor den Ringfinger ihrer Wurfhand gestaucht. Der Finger wurde getaped, und im täglichen Telefongespräch mit ihrem Heimtrainer Mark Frank gab Julia Entwarnung. „Wenn sie mir sagt: Keine Sorge, ich mach das schon, muss ich zu Hause nicht im Dreieck springen“, beruhigte sich der Coach.

Der Plan des Speerwurf-Bundestrainers, im Finale die 57 Meter anzugreifen, ging mit der Silberweite von 54,98 m nicht ganz auf. Trotzdem ist der einstige Weltklasse-Werfer sehr zufrieden mit seinem Schützling: „Julia hat gelernt, echt fokussiert ihr Ding zu machen.“ Dabei verhehlt die Prerowerin nicht, dass sie sich in Boras auch psychologische Hilfe geholt hat. „Einfach, um ein bisschen Lockerheit zu kriegen.“ Mit dieser Einstellung sollte sie auch bei den Deutschen Meisterschaften der U 20 am Wochenende in Ulm befreit auftrumpfen können. „Ein gewisser Druck wird schon gemacht“, spürt Julia Ulbricht, die ihren Titel unbedingt verteidigen will. „Ich weiß, dass ich das kann. Aber ich weiß auch, dass andere genauso gut werfen können. Ich muss mit Spaß rangehen und entspannt bleiben.“

Nur eine Woche später wird das Speerwurf-Talent dann erstmals bei den Meisterschaften der Frauen mitwerfen. „Und dann noch im Berliner Olympiastadion, das ist ein großes Highlight. Darauf freue ich mich schon sehr“, strahlt die Vize-Europameisterin. Ihr Coach würde dann am liebsten schon den nächsten Leistungssprung sehen. In der aktuellen deutschen Rangliste liegt Julia Ulbricht auf Platz drei. „Sie hat technisch noch unwahrscheinliches Potenzial“, sagt Mark Frank. „Mit dem Dampf, den sie gerade hat, könnte sie jetzt schon 60 Meter werfen.“ Sie selbst denkt auch schon weiter, ohne sich aber konkreten Zahlen zu orientieren. „Wenn ich technisch mal einen Wurf richtig gut treffe“, meint Julia „kann der auch schon woanders hingehen“.

Kai Rehberg

Die Rostocker Speerwerferin Julia Ulbricht gewann am Sonntag bei der Leichtathletik-EM der U 20 im schwedischen Boras die Silbermedaille. Mit 54,98 Metern musste sich die 18-Jährige nur der Italienerin Carolina Visca (56,48 m) geschlagen geben.

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