Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportmix Marathon-Meister Gröschel: Meine Olympia-Uhr tickt
Sportbuzzer Sportmix Marathon-Meister Gröschel: Meine Olympia-Uhr tickt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 25.09.2019
Tom Gröschel. Quelle: Privat
Anzeige
Rostock

Berlin- und Boston-Marathon, das WM-Rennen in Doha über 42,195 Kilometer – Tom Gröschel wird alle großen Saisonhighlights der Langstreckenläufer als Zuschauer erleben. Der Rostocker Leichtathlet hat sich am 22. August am Fuß operieren lassen. Seitdem arbeitet er in der Reha in Herxheim (Rheinland-Pfalz) am Comeback.

„Im Juli war ich in St. Moritz im Trainingslager. Dort habe ich mir gesagt, dass es so nicht weitergehen kann und entschieden, das Problem mit einer OP zu lösen. Ich bin direkt nach Rheinfelden gefahren und habe mich dort angemeldet“, erzählt Gröschel. Im April war er mit dem Sieg bei der deutschen Marathon-Meisterschaft verheißungsvoll in die Saison gestartet und hatte seinen im Vorjahr erkämpften Titel mit neuer persönlicher Bestzeit (02:13,49 Stunden) verteidigt.

Anzeige

Doch Gröschels seit längerer Zeit bestehendes Problem mit einem Fersensporn, der unter Belastung immer wieder zur Reizung der Achillessehne führte und ihn bei der Wettkampfvorbereitung ausbremste, trat erneut auf.

„Ich denke, es war die richtige Entscheidung und der passende Zeitpunkt, die OP machen zu lassen“, glaubt der 28-Jährige. Das Risiko, mit dem Handicap in die Olympiasaison zu starten, war dem Rostocker zu groß.

Gröschel ist unmittelbar nach dem Eingriff nach Herxheim in die Reha gewechselt. „Johannes Eisiger, der Chef der Einrichtung, war selbst Leichtathlet und ist ein Experte. Ich habe hier wirklich optimale Bedingungen, um wieder richtig fit zu werden“, erzählt der Läufer, dessen Tag mit Ergometertraining sowie Kraft- Stabilisierungsübungen ausgefüllt ist. Der Traum vom Start bei den Olympischen Spielen treibt ihn an. „Meine Olympia-Uhr tickt. Ich tue alles, um das Ziel zu erreichen“, sagt Gröschel. Momentan macht er erste Belastungstests. „Ich stehe wieder auf zwei Beinen. Das ist schon gut“, beschreibt er. Bei allem Ehrgeiz: Gröschel versucht, Ruhe zu bewahren, setzt sich Etappenziele. „Als Nächstes würde ich gern so weit kommen, im Winter Ski-Langlauftraining zu machen.“ Wenn alles nach seinen Vorstellungen läuft, startet er wieder mit einem Trainingslager in Kenia ins neue Jahr – und knackt im April die Olympia-Norm.

„Der Weg dahin ist lang, aber ich bin motiviert“, versichert der Läufer, der die kommenden Tage auch zur „Konkurrenzbeobachtung“ nutzen wird. „Den Berlin-Marathon und schaue ich mir an der Strecke an. Die WM in Doha verfolge ich vor dem Fernseher. Da sind einige am Start, die sicher auch in Tokio starten werden.“

Von Christian Lüsch