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Motorsport Die Lehren aus dem Großen Preis von China
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07:41 16.04.2018
Sieger Daniel Ricciardo vom Team Red Bull trinkt nach seinem Sieg auf dem Podium Champagner aus seinem Schuh. Quelle: Fan Jun/xinhua
Shanghai

Sebastian Vettel hat den Sieg-Hattrick verpasst. Nach zwei Erfolgen zum Auftakt der Saison kam der viermalige Formel-1-Weltmeister nur auf den achten Platz beim Großen Preis von China.

Der Ferrari-Star reagierte erstaunlich gelassen. Auch der Rammstoß von Red-Bull-Hitzkopf Max Verstappen brachte ihn nicht aus der Ruhe. Trotz Verstappens Patzer durfte Red Bull dank Sieger Daniel Ricciardo jubeln. Mercedes kommt in dieser Saison indes noch nicht Fahrt.

SEBASTIAN VETTEL GLAUBT AN SEINE EIGENE STÄRKE

Der 30-Jährige blieb nach seinem achten Platz ruhig. Vielleicht auch weil er froh war, dass er nach der Kollision mit Verstappen überhaupt ins Ziel kam und wichtige Punkte mitnahm. Doch fast noch wichtiger war die Erkenntnis nach drei Rennen, dass Ferrari derzeit das beste Gesamtpaket hat.

DER WELTMEISTER GRÜBELT

Nach seinem vierten Platz in Shanghai sprach Weltmeister Lewis Hamilton von einem „Wochenende zum Vergessen“. Geradezu leidenschaftslos agierte der fünfmalige China-Sieger in einem Wagen, den er nicht in den Griff bekam. „Wie das Auto war er an diesem Wochenende vielleicht nicht auf der Höhe“, sagte Teamchef Toto Wolff.

MERCEDES HAT EIN REIFENPROBLEM

In der Qualifikation war es zu kalt für die Reifen, im Rennen überhitzten die Pneus: Das Temperaturfenster, in dem die Reifen am Mercedes optimal arbeiten, ist zu klein, sagt Wolff. Er glaubt, dass die Silberpfeile sonst sehr schnell sind. Doch: „In der Formel 1 gibt es nie eine rasche Lösung.“ Die muss aber bald kommen, Immerhin: Das Weltmeister-Team ist nach drei Rennen ohne Sieg dennoch Erster der Konstrukteurs-Wertung.

RED BULL KANN MITHALTEN

Als WM-Herausforderer gestartet, hat sich Red Bull in den ersten Rennen schwer getan. Auch in China lief nicht alles reibungslos. Nach einem Turbolader-Brand musste der Motor an Ricciardos Wagen am Samstag gewechselt werden. Um so unerwarteter kam der Sieg des Australiers - wenn auch ermöglicht durch eine für Red Bull glückliche Safety-Car-Phase. Aber abgesehen von diesem Umstand, zeigte das Team, dass es im Rennen mit Mercedes und Ferrari mithalten kann. Wenn es jetzt noch in der Qualifikation klappt, wird aus dem WM-Duell Silber-Rot bald ein Dreikampf.

MAX VERSTAPPEN IST LERNFÄHIG

Seine Attacke auf Sebastian Vettel war typisch für den Niederländer. Das Top-Talent von Red Bull sucht jederzeit seine Chance auf der Strecke, bisweilen etwas ungestüm. Wird er deshalb kritisiert, wird er trotzig. Diesmal gab er sich nach einigen ernsten Worten von Vettel ungewohnt reumütig: „Ich bin sauer, das Rennen war am Ende scheiße. Es war meine Schuld.“ Der Welpenschutz für den 20-Jährigen ist vorbei. „Er hat genug Rennen gefahren. Er ist nicht mehr so jung“, meinte Vettel.

dpa

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