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Neue Radrennbahn für MV soll auf Stelzen stehen

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14:14 18.05.2020
Sie macht sich seit Jahren für den Bau einer Radrennbahn in Schwerin stark und kämpft für die vielen Talente im Land: Weltmeisterin Lea Sophie Friedrich aus Dassow. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Schwerin/Rostock

Das Projekt wird seit vielen Jahren diskutiert. Jetzt könnte das Vorhaben so richtig ins Rollen kommen: die neue Radrennbahn in Schwerin. Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt prüft derzeit den Bau eines Radsportzentrums für rund 15 Millionen Euro.

„Über das Projekt wird seit Jahren diskutiert. Ich freue mich, dass sich nun auch die Stadt Schwerin mit dem Vorhaben befasst“, sagt Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern.

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Schwerin ist zwar seit zwei Jahren anerkannter Stützpunkt des Deutschen Olympischen Sportbundes. Doch wenn die Spitzenathleten auf einer Bahn trainieren wollen, müssen sie bis nach Frankfurt/Oder reisen. Top-Bahnsprinterin Lea-Sophie Friedrich beklagt seit Jahren stellvertretend für viele Radsportler im Land die fehlende Bahn. Die mehrfache Weltmeisterin hatte sogar mit einem Wechsel in eine andere Stadt gedroht. „Wenn sich die Dinge nicht ändern, kann es schon passieren, dass Lea sagt: ,Ich gehe da hin, wo es für mich günstiger ist’“, hatte Trainer Ronald Grimm Ende vergangenen Jahres erklärt.

Der Bundesstützpunkt-Status Schwerins und Mecklenburg-Vorpommerns hängt an der Klasse der Sportler und ihrer Erfolge – und für die ist eine Bahn unerlässlich. Geplant ist der Neubau am Lambrechtsgrund in unmittelbarer Nähe des Schweriner Sportgymnasiums und der Palmberg-Arena. Im Hauptausschuss wurde das Vorhaben in dieser Woche diskutiert. Bund und Land haben für den Neubau Fördermittel in Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Voraussetzung ist aber, dass sich die Verwaltung für das Radsportzentrum entscheidet. Schwerins Eigenanteil am Bau summiert sich auf rund zwei Millionen Euro. Wenn die Halle steht, kämen pro Jahr 50 000 Euro für laufende Kosten hinzu.

Bahnradsprinter Stefan Nimke gehört zu denjenigen, die über das Projekt mitentscheiden. Der Olympiasieger und vielfache Weltmeister sitzt im Schweriner Stadtparlament. „Es wäre ein Riesenschritt, wenn die halle gebaut würde. Dennoch sehe ich das Projekt mit gemischten Gefühlen, weil keine Plätze für Zuschauer vorgesehen sind. Somit wären Radsport-Veranstaltungen ausgeschlossen“, meint der Sportler, der für die CDU Kommunalpolitik macht. Auf die Frage, ob er denn selbst noch auf der Bahn fahren wird, reagiert der 42-Jährige mit einem Lächeln und sagt: „Ich habe angekündigt, meine Radsport-Karriere nach den Olympischen Sommerspielen in Tokio zu beenden. Da sie in diesem Jahr ausfallen, mache ich noch ein Jahr weiter.“ Nimke rechnet sich noch Chancen aus, als Pilot eines sehbehinderten Bahnradsportlers bei den Paralympics zu starten.

Das der Neubau in Schwerin bis dahin fertig wird, ist ausgeschlossen. Ein Entwurf sieht vor, dass die Halle auf Stelzen gebaut wird. Auf diese Weise würden die meisten Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Sport- und Kongresshalle erhalten bleiben. Das Radsportzentrum soll auch für andere Sportarten genutzt werden können: In der Mitte des Ovals sind im Entwurf zwei Beachvolleyballfelder und Sportflächen in der Größe einer Zweifeldhalle vorgesehen.

Von Christian Lüsch

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