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Sportmix Nach Umbruch beim SSC Palmberg: Koslowski sieht „unglaubliches Potenzial“
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SSC Palmberg Schwerin Trainer Koslowski sieht "unglaubliches Potenzial"

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11:55 19.08.2020
Im Trainingslager des SSC in Zingst gab es vor allem Kraft- und Athletik-Einheiten. Quelle: SSC
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Schwerin

Spannungsgeladene Woche für Volleyball-Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin: Die beiden US-Neuzugänge Taylor Agost und Hayley Spelman werden nach Einreise-Quarantäne und negativen Coronatests zum Mannschaftstraining erwartet. Damit ist das Team von Felix Koslowski komplett. Vorerst, denn der Trainer hält sich zumindest eine weitere Verpflichtung für den bislang 13 Spielerinnen umfassenden Kader offen. „Wenn wir feststellen, dass es auf einer Position noch Bedarf gibt, können wir noch nachbessern“, sagt er.

Am Freitag werden die Mecklenburgerinnen erfahren, gegen welche drei Teams sie in der Gruppenphase der Champions League antreten werden. Koslowski schaut gespannt auf die Auslosung: „Wir hätten gern einen absoluten Hochkaräter wie Vakifbank Istanbul oder Conegliano als Gegner, wünschen uns aber auch Kontrahenten, die mit uns auf Augenhöhe sind“, erklärt der 36-Jährige. Mit Allianz MTV Stuttgart steht ein weiteres deutsches Team im Wettbewerb.

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Eine kleine Enttäuschung gab es für den SSC zu Wochenbeginn. Der deutsche Volleyballverband hat entschieden, dass der Supercup zwischen Pokalsieger Dresdner SC und dem SSC, der bei Saisonabbruch Bundesliga-Spitzenreiter war, am 27. September in der Elbmetropole ausgetragen wird. Die Schweriner hatten sich ebenfalls um das Spiel beworben. „Wir hätten den Supercup natürlich sehr gern als Heimspiel ausgefochten und uns damit auch die Reise erspart“, reagierte SSC-Geschäftsführer Christian Hüneburg. „Aber wir freuen uns auf den sportlichen Vergleich und die Chance, den ersten Titel der Saison zu holen.“

In der Saisonvorbereitung, in der sich Mannschaft und Betreuer alle zehn Tage Coronatests unterziehen, haben die Schwerinerinnen bereits ein einwöchiges Trainingslager in Zingst absolviert. „Das war gut, denn die Mannschaft muss sich kennenlernen und finden“, meint Koslowski. Ende des Monats geht es für drei Tage zum polnischen Meister, wo Trainingseinheiten und drei Testspiele geplant sind. „Das wird ein richtiger Härtetest. Die Polinnen sind uns in der Vorbereitung ein paar Wochen voraus und starten Anfang September in die Saison.“

Mit sieben Abgängen – darunter Top-Spielerinnen wie Denise Hanke, Brit Bongaerts und Kimberly Drewniok – und sechs Zugängen hat der SSC eine personelle Zäsur hinter sich. Der Coach rückt vor allem die Chancen in den Vordergrund: „Wir haben sehr viele Führungsspielerinnen abgegeben. Ein neues erfolgreiches Team zu formen, ist eine Herausforderung. Aber wir haben sehr gute Transfers getätigt. Ich sehe bei uns ein unglaubliches Potenzial.“

Ungeachtet des Umbruchs und des notwendigen Neuaufbaus bleiben die Ansprüche beim SSC hoch: „Wir sind der Rekordmeister. Wir streben immer danach, Endspiele zu erreichen.“ Das erste gibt es Ende September im Supercup gegen den Dresdner SC. Für die Schwerinerinnen ist es die vierte aufeinanderfolgende Teilnahme am erst fünf Jahre alten Wettbewerb. In den vergangenen drei Jahren hatte der Rekordmeister den Supercup dreimal gewonnen, zweimal gegen Stuttgart, einmal gegen Dresden.

Ob mit und vor wie vielen Zuschauern in Supercup, Bundesliga, nationalem Pokalwettbewerb und der Champions League gespielt werden kann, steht noch nicht fest. Koslowski sagt, er sei froh und dankbar, dass die Saison überhaupt angesetzt wurde. „Wir freuen uns, dass wir trainieren können, halten uns an die Regeln und hoffen, dass die Saison im Oktober starten kann.“

Von Christian Lüsch