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Sportmix Aufregender erster Arbeitstag: SSC Palmberg Schwerin nimmt US-Girls in Empfang
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SSC Palmberg Schwerin nimmt US-Gilrs Spelman und Agost in Empfang

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21:54 21.08.2020
Sie sind die Neuen vom SSC Palmberg Schwerin: die US-Amerikanerinnen Taylor Agost (24/l.) und Hayley Spelman (29) vor dem Schloss. Quelle: Foto: Cornelius Kettler
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Schwerin

Jubel brandete im VIP-Raum des SSC Palmberg Schwerin auf, als das Team des deutschen Volleyball-Rekordmeisters am Freitag der Champions-League-Gruppe A zugelost wurde. Mit dem italienischen Erstligisten Busto Arisizio, Skyres Rzeszow (Polen) und dem Sieger eines noch ausstehenden Qualifikationsspiels hat der SSC im Wettbewerb der Landesmeister keine ganz großen Kaliber erwischt.

SSC-Trainer Felix Koslowski reagierte nach dem ersten Jubel verhalten optimistisch: „Die Gruppe zu beurteilen, ist nicht einfach. Wir gehen mit großen Ambitionen in den Wettbewerb. Ich freue mich auf die Heimspiele vor unserem grandiosen Publikum“, sagte der 36-Jährige, dessen Team beim coronabedingten Abbruch der Bundesliga-Saison im April an der Tabellenspitze lag. Deshalb war der SSC als einziges deutsches Damenteam in der Königsklasse gesetzt.

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„Für uns ist es eine tolle Motivation, uns mit den besten Teams Europas messen zu dürfen. Busto ist vielleicht favorisiert, die Polinnen nicht zu unterschätzen“, urteilte der SSC-Trainer. Die Seriensieger des Wettbewerbs aus der Türkei, Italien und Russland landeten in den anderen Gruppen.

Für die beiden US-Amerikanerinnen Haley Spelman und Taylor Agost war am Freitag fast alles neu. Die beiden Neuverpflichtungen des SSC waren erst vor ein paar Tagen in Schwerin angekommen. Nach Quarantäne und negativen Corona-Tests trafen sie am Freitag zum ersten Mal auf ihr Team.

„Ich war fast tot“, gestand die 24-jährige Agost nach ihrem ersten Training. „Ich konnte mich seit März nur allein fit halten“, begründete die aus Oregon stammende Spielerin, die vergangene Saison in Griechenland spielte. Die Bundesliga kennt sie aber schon gut: 2018 gehörte die 1,90 Meter große Angreiferin zum Aachener Bundesliga-Team.

„Bevor ich nach Aachen ging, gab es schon Kontakt zum SSC. Jetzt freue ich mich, hier zu sein und mit Schwerin in vielen Wettbewerben mitzuspielen“, sagte Agost, die von Koslowski als „Rohdiamant“ gepriesen wird. Sie wolle in der Bundesliga und den Cup-Wettbewerben ihr nächstes Level erreichen, erzählt die 1,90 Meter große Profispielerin.

Wenn sie während der Saison ihren Freund besuchen will, muss die Blondine mit den pinkfarbenen Fingernägeln nicht nach Amerika fliegen. Er spielt mit Obradoiro, einem Team aus Santiago de Compostela, in der ersten spanischen Basketball-Liga.

Für Hayley Spelman ist die mecklenburgische Landeshauptstadt eine weitere Station in ihrer beeindruckenden internationalen Karriere: die 2,02 Meter große Angreiferin spielte in Aserbaidschan, Italien, Südkorea, auf den Philippinen, in Indonesien und zuletzt in Frankreich. Die 29-jährige Absolventin der renommierten Stanford-University (Humanbiologie und Sportmedizin) hat andere Angebote ausgeschlagen, um diese Saison für die Norddeutschen auf Titeljagd zu gehen. „Ich habe mich bei Spielerinnen und bei meinem Agenten erkundigt und nur Gutes vom SSC gehört. Hier gibt es Top-Bedingungen“, berichtet die gertenschlanke Blondine, die in Las Vegas aufwuchs und sich jetzt in San Francisco zu Hause fühlt.

Heimweh sei nach den vielen Stationen kein Thema mehr für sie. „Und wenn es doch passieren sollte, gehe ich in einen Spielzeugladen und hole mir einen Teddy“, scherzt die Linkshänderin an ihrem ersten Arbeitstag in Schwerin: „Der war spannend und aufregend. Ich war ein bisschen nervös“, gesteht Weltenbummlerin Spelman.

Von Christian Lüsch