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Sportmix Seawolves-Coach Bauermann: Der gemeinsame Weg ist noch nicht vorbei!
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Seawolves-Coach Bauermann: Der gemeinsame Weg ist noch nicht vorbei. 

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14:43 22.03.2020
Dirk Bauermann nach seinem ersten Heimsieg mit den Seawolves im Januar – Wenn es nach dem 62-Jährigen geht, sollen davon noch viele ind er Stadthalle folgen. Quelle: Gunnar Rosenow
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Rostock

Erst seit dem 7. Januar ist Dirk Bauermann Trainer bei den Rostock Seawolves. Sein Auftrag nach einer missglückten Hinrunde bestand im Erreichen der Play-offs. Es folgten fünf Siege, fünf Niederlagen und das vorzeitige Ende der Saison im Zuge der Corona-Krise auf dem zwölften Platz. Zufrieden ist der 62-Jährige damit nicht. Dennoch steht der ehemalige Bundestrainer und mehrfache Deutsche Meister vor einer Vertragsverlängerung beim Basketball-Zweitligisten. Im Interview mit der Ostsee-Zeitung zieht Bauermann Bilanz, äußert sich zum Stand der Verhandlungen und den Folgen der Corona-Krise für den Sport und die Gesellschaft.

Herr Bauermann, die wichtigste Frage vorneweg: Wie geht es Ihnen?

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Gut, danke der Nachfrage. Ich bin zu Hause in Krefeld und ich habe in Bezug auf Corona glücklicherweise noch keine Fälle in meinem Umfeld. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.

Sie kommen aus der Nähe von Risikogebieten, wie gehen Sie damit um?

Zunächst einmal haben wir es mit einem tückischen Erreger zu tun, der uns alle besorgt und überrollt hat. Meine Frau und ich denken immer von Tag zu Tag und hoffen, dass alle mithelfen, dass wir dieses Virus zurückdrängen können. Mit Heinsberg ist eines der am schwersten betroffenen Gebiete in Deutschland nur 65 Kilometer entfernt. Da bekommt man einiges mit. Und da kann ich nicht verstehen, wie fahrlässig einige mit der Situation umgehen.

Wie meinen Sie das?

Die Bundeskanzlerin und viele Krisenmanager haben eindrücklich gewarnt, sich räumlich zu distanzieren und die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Scheinbar ist der Appell an Selbstverantwortung oder Vernunft zu wenig. In unserer Region kommt da möglicherweise zu viel unserer rheinischen Frohnatur durch. Die Leute waren immer noch feiern. Aber sie müssen es verstehen, das nur gezielten Maßnahmen zur Eindämmung helfen. Und auch wenn es undenkbar war, Ausgangssperren scheinen das einzige Mittel zu sein, den Leuten beizubringen, dass die Lage ernst ist. Ich unterstütze das.

Können Sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen?

Jede Krise hat irgendwo auch was Gutes. Es ist schön zu sehen, wie die Solidarität wächst, Nachbarschaftshilfen angeboten werden, die Menschen sich mit Musik von den Balkonen aufmuntern. Vielleicht besinnen wir uns durch die Krise auf wichtige menschliche Werte wie Freundlichkeit, Höflichkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme.

Sie und ihre Mannschaft wurden auch von den Entwicklungen überrascht. Die Liga wurde abgesagt…

…die Liga hat völlig richtig entschieden, auch wenn wir nochmal alles versuchen wollten, um in die Play-offs zu kommen. Mittlerweile hat jeder die Situation akzeptiert. Und alle wissen, dass die Gesundheit das Wichtigste ist. Das haben wir unserer Mannschaft auch so mitgegeben.

Wie sind sie auseinandergegangen?

Wir haben wegen der aktuellen Lage ein Teamessen abgesagt und uns daher nicht mehr gesehen. Jetzt geht es an die Auswertung. Mit allen Spielern habe ich noch nicht gesprochen. Es eilt auch nicht.

Wie fällt Ihr Gesamtfazit aus?

Wir haben uns auf unterschiedlichen Ebenen verbessert, fünf der zehn Spiele gewonnen. Die Auswärtsspiele waren schwierig, da wir unter anderem gegen die Top drei der Liga spielen mussten. Das soll aber keine Ausrede sein. Insgesamt war mehr drin. Bis zum Spiel gegen Chemnitz waren wir die beste Defensive der Liga und dann verlieren wir dort 82:109. So eine Niederlage hatte ich vermutlich nie in meiner Laufbahn. Das war sehr enttäuschend. Es hat sich gezeigt, dass wir gerade in den Momenten, wo wir maximale Widerstandsfähigkeit leisten mussten, genau diese nicht gezeigt haben. Der kollektive Wille war nicht in jedem Moment zu spüren. Da muss ich mir auch eingestehen, dass das ein Problem war, was ich in der kurzen Zeit nicht auflösen konnte.

Ist das vorzeitige Saisonende Fluch oder Segen?

Wir hätten gerne weitergekämpft und vor allem unsere Fans zu Hause noch mit zwei Heimsiegen beschenkt. Andererseits besteht großer Konsens darüber, dass der Abbruch richtig war.

Ein Ende bedeutet aber auch ein Anfang. Die Vertragsgespräche laufen bereits.

Das ist richtig. Ich habe immer betont, dass ich nicht nach Rostock gekommen bin, um vielleicht drei Monate zu bleiben. Der Plan war, das große Potenzial, was in Rostock zweifelsohne vorhanden ist, weiterzuentwickeln. Ich spüre Ehrgeiz und sehe die Qualität im Management. Zudem wurde ich hier toll willkommen geheißen. Und ich möchte es noch einmal deutlich betonen, dass die Fans hier eine herausragende Rolle spielen. Alle zusammen spüren, dass der gemeinsame Weg noch nicht vorbei ist. Dafür möchte ich mich in aller Form bedanken. Und ich hoffe, dass wir uns trotz der schwierigen Situation zeitnahe über eine weitere Zusammenarbeit verständigen.

Und wann geht es generell weiter?

Das kann natürlich keiner sagen. Die Lage ist ziemlich dramatisch und keiner kann erahnen, wie der Profisport in wenigen Monaten aussehen wird. Aber wenn es losgeht, dann werden wir mit einer neuen Mannschaft, einem neuen Zusammenhalt und mit aller Freude in die neue Spielzeit starten. Auf diesen Tag freue ich mich schon.

Von René Warning

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