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Seawolves-Neuzugang Lofton: Es ist ein großes Abenteuer

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20:00 03.02.2020
Zach Lofton (r.). Der Neuzugang der Seawolves spielte 2017 für das Team der New Mexico State University in den USA. Quelle: imago
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Rostock

Zach Lofton sitzt in einem Sessel. Der Blick des Mannes ist müde. In seinem Ohrläppchen funkelt ein ziemlich großer Brillant. Der 27-Jährige schaut immer wieder auf seine goldene Uhr. Armband und Gehäuse sind ebenfalls mit zig weißen Edelsteinen verziert.

Der Basketballer aus den USA kämpft mit der Zeitumstellung. „Sorry“, entschuldigt er seine Müdigkeit. Es war ein ziemlich stressiges Programm, das der Neuzugang der Seawolves aus Rostock in den zurückliegenden Tagen absolviert hat – bevor das große Abenteuer begonnen hat. Noch vor einer Woche ahnte Lofton nicht einmal, wie gravierend sich seine Karriere verändern würde.

Zachary Matthew Lofton, wie der Mann aus Saint Paul, Minnesota, mit vollem Namen heißt, war in den vergangenen Monaten unzufrieden. Er zählt sie allesamt auf. Die vielen Monate, in denen er in den USA Basketball spielen wollte. In denen er aber keinen Vertrag hatte und nicht spielen durfte.

In der NBA, der höchsten US-Liga, war in dieser Saison kein Platz für den Mann im besten Sportleralter.

„Mein Berater hat mich Anfang vergangener Woche angesprochen und mir vom Angebot aus Rostock erzählt. Er hat mir zum Wechsel geraten. Zwei Tage später war ich hier“, erzählt Lofton.

Zumindest von seinem Outfit her ist er komplett bei den Rostock Seawolves angekommen. Er trägt die Pudelmütze mit dem breiten orangefarbenen Rand und dem Schriftzug seines neuen Teams. „Die ist chic. Die mag ich“, sagt der Mann, der in einem Hotel am Rostocker Stadtrand untergekommen ist. Saint Paul, seine Heimatstadt im Norden der USA ist ähnlich groß.

Probleme bereiten Zeitverschiebung und Jetlag. Bei seinem Einstand in der 2. Basketball-Bundesliga war von Anpassungsproblemen allerdings überhaupt nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil. Nach dem Heimsieg gegen die Giants aus Leverkusen gab es bei den Anhängern der Mannschaft nur ein Gesprächsthema: Den Neuzugang aus den USA.

Lofton hatte den Seawolves mit 30 Punkten zum Sieg verholfen. 18 Punkte hatte er allein im letzten Viertel beigesteuert. „18 Punkte“, sagt Seawolves-Sprecher Thomas Käckenmeister und ist immer noch schwer begeistert, „hat bei uns nie zuvor ein Spieler in einem Viertel gemacht.“ Auf die Frage, ob das eine Quote sei, mit der bei weiterhin zu rechnen sei, grinst Lofton verschmitzt. „Mal sehen. Schlecht wäre es nicht.“

Trainer Dirk Bauermann war nach der Gala sehr zufrieden: „Das war großartig“, lobte der Coach den Spieler, der am Donnerstag von Los Angeles über seine Heimatstadt in Minnesota und dann um die halbe Welt angereist und erst am Freitag angekommen war.

Bauermann hatte dem Neuankömmling die Entscheidung überlassen, sich erst mal auszuruhen und zu akklimatisieren, oder gleich loszulegen. „Ich hatte natürlich gehofft, dass er spielen will“, gab Bauermann zu.

Lofton, der seit seinem vierten Lebensjahr Basketball spielt und seit er 18 ist den Traum lebt, Basketball-Profi zu sein, hatte am Spieltag erst um sechs Uhr morgens einschlafen können. Am Abend brillierte er mit grandioser Leistung und versetzte die Seawolves-Fangemeinde in Ekstase.

In den USA war er es gewohnt, am Collage vor 10 000 und mehr Zuschauern zu spielen. „Hier waren es zwar nicht so viele, aber die Stimmung war mindestens genausogut“, vergleicht der 1,93 Meter große US-Amerikaner.

In den Staaten hat er in vielen Teams gespielt: an der Illinois State University, bei San Jacinto College Central, der New Mexico State University und zuletzt bei den Grand Rapids Drive, dem Team bei dem NBA-Klub Detroit Pistons seine Reservisten parkt.

Lofton sieht seinen Wechsel nach Europa, wo er zuvor noch nie gewesen ist, nicht als einen Rückschritt. „Es ist ein Schritt in meiner Karriere.“ Einer, der ihn weiterbringen soll – möglichst zurück in die beste Profiliga der Welt, zurück die NBA. Dort, in seiner Heimat, sieht sich Lofton binnen der kommenden zwei Jahre.

Um das zu schaffen, will er sich bei den Seawolves zurück ins Gedächtnis bringen. Er will und muss spielen. Und das wird er ganz sicher bei den Rostockern. Zehn Spiele stehen dem Neuzugang in der Vorrunde der 2. Liga mindestens noch bevor. Es folgen die Play-offs, die die Seawolves mit aller Macht erreichen möchten. Dafür haben coach Bauermann und Manager Jens Hakanowitz Zach Lofton geholt.

Er ist gekommen, um Missionen zu erfüllen. Zunächst die der Seawolves. Währenddessen und danach seine eigene.

Von Christian Lüsch

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