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Segeln Im Spiel mit den Elementen auf dem Atlantik
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00:00 28.03.2018
Knülle, aber glücklich: Samer Shehadeh (l.) und Thomas Hunfeld nach ihrer Ankunft auf Martinique. Quelle: Fotos: Privat
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Stralsund

Fünf Stunden können ein Wimpernschlag sein. Nach 20 Tagen auf dem Atlantik kamen die beiden Stralsunder Thomas Hunfeld (54) und Samer Shehadeh (53) um 18.37 Uhr auf Martinique an – fünf Stunden, bevor die Ziellinie geschlossen wurde.

Zwei Stralsunder Segler haben unglaubliche Erfahrungen gesammelt.

Am 11. Februar waren die beiden Hansestädter von Quinta de Lorde auf Madeira zur zweiten Etappe der Regatta „Transquadra“ gestartet (OZ berichtete). Mit der „Thusnelda“, einem 9,60 Meter langen Boot des Typs JPK 960, hatten sich die Segler auf den Weg gemacht. Am Ende standen 2917 Seemeilen auf ihrer Uhr, das sind etwa 5245 Kilometer.

Mittlerweile sind die beiden Ärzte schon längst wieder in ihrem Alltag am Sund angekommen, doch die Erfahrungen, die sie auf dem Atlantik gemacht haben, wirken nach. Wenn auch bei jedem auf ganz unterschiedliche Weise.

Die Bedingungen bei der Regatta waren alles andere als günstig. Angefangen damit, dass Thomas Hunfeld grippegeschwächt an den Start ging, spielte teilweise die Technik nicht mit, wurde Samer Shehadeh seekrank und war das Wetter alles andere als angenehm. „Die Bedingungen waren ungewöhnlich“, erklärt Samer Shehadeh. „Wir hatten uns auf einen beständigen Passatwind gefreut, doch von diesem Gedanken mussten wir uns schnell verabschieden.“ Viel Wind aus unterschiedlichen Richtungen forderte den Seglern viel ab. „Außerdem müssen wir nüchtern analysieren, dass wir segeltechnisch mangelhaft vorbereitet waren“, stellt Thomas Hunfeld klar. „Der Atlantik ist nun mal ein anderer Schnack, in allen Belangen. Uns fehlte das Training auf so einem Gewässer.“

Bereits nach den ersten Tagen gelangte das Duo an seine Grenzen, mental und körperlich. „An diesem Punkt haben wir einen Cut gemacht“, erinnert sich Thomas Hunfeld. Es stand der Gedanke im Raum, das Rennen abzubrechen. Nach einer Nacht, in der sie die Segelfläche auf ein Minimum reduzierten, beide eine ordentliche Mütze Schlaf bekommen hatten, wurden die Karten am Morgen neu gemischt. „Wir wussten, dass wir abgeschlagen waren, aber wir haben uns entschlossen, unser eigenes kleines Rennen zu fahren“, sagt Samer Shehadeh. Das Ziel war nun: Ankommen!

„Mit der Zeit wurden wir mutiger, bekamen mehr Vertrauen in uns. Da wurde dann auch mal ein größerer Spinnaker gezogen.“ Trotz allem setzte den Familienvätern der Schlafmangel zu. „Wir haben uns mit unserem Tagesrhythmus aufrecht gehalten“, erklärt Thomas Hunfeld. Rituale wurden eingehalten, etwa das morgendliche Frühstück oder abends Oliven zu essen und einen Kaffee zu trinken. „Wir haben trotz der Strapazen versucht, den Moment bewusst zu genießen“, sagt Samer Shehadeh und fügt hinzu: „Denn uns ist klar, dass wir es unglaublich vielen Leuten direkt und indirekt zu verdanken haben, dass wir diesen Traum leben durften.“

Ohnehin sei es unglaublich gewesen, wie viel Resonanz es auf den Törn gegeben habe. „Das kann man nur schwer beschreiben. Aber wenn du auf dem riesigen Atlantik mutterseelenallein mit deinem Boot unterwegs bist, dann kann eine Mail von zu Hause, von Freunden und Familie unglaubliche Energie freisetzen. Auch für diesen Zuspruch, mit dem wir nicht gerechnet haben, können wir nur danke sagen“, so Thomas Hunfeld.

Für Samer Shehadeh steht fest: „Ich würde die Erfahrungen, die ich jetzt gesammelt habe, gern dafür nutzen, noch einmal rauszugehen. Denn gerade die Herausforderungen machen das Ganze so reizvoll.“

Thomas Hunfeld hingegen nimmt etwas anderes für sich mit: „Ich bin einfach nur froh, dass ich wieder zu Hause bei meiner Familie bin und freue mich auf unser Segelrevier vor der Haustür und den nächsten Törn nach Hiddensee.“

Miriam Weber

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