Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Segeln Franzose Lautier wird Weltmeister im J/22
Sportbuzzer Sportmix Segeln Franzose Lautier wird Weltmeister im J/22
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 14.07.2019
Der Kieler Ole Schweckendiek aus Kiel gewann beim Laser-Europa-Cup in der Variante 4.7. Beste MV-Seglerin war Lena Haverland aus Schwerin. Quelle: Pepe Hartmann
Anzeige
Warnemünde

 Am letzten Tag der Weltmeisterschaft in der Bootsklasse J/22 ergab sich ein kurioses Bild. Weil der müde Wind und der Wellengang keine regulären Wettfahrten der 31 Boote zuließ, sprangen einige Segler kurzerhand ins Wasser, badeten in der Ostsee. Unter ihnen war auch der neue Weltmeister – Jean-Michel Lautier aus Frankreich. Er ließ zusammen mit seinen Crewmitgliedern Guiseppe D’Aquino und Denis Neves an den zwei von vier geplanten WM-Tagen – Freitag und Sonnabend fielen witterungsbedingt aus – keine Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Er holte sechs Siege bei sieben Rennen.

Nach zwei verpassten WM-Erfolgen 2015 und 2017 krönte Lautier seine Segler-Laufbahn. „Von dieser Regatta werden wir noch unseren Enkeln erzählen. Es war ein wunderschöner Wettkampf bei tollem Wetter“, schwärmte der neue Champion.

Vizeweltmeister wurde Reiner Brockerhoff aus dem Duisburger Yacht-Club, der unter französischer Flagge startete, vor Johan Koppernaes aus Kanada.

Die Segler in den Laser-Klassen hatten etwas mehr Glück mit den Bedingungen. An drei von vier Tagen absolvierten die 205 Sportler sechs Fahrten. Aus deutscher Sicht sticht vor allem der Erfolg des Kielers Ole Schweckendiek heraus. Das 14-Jährige Talent setzte sich im Laser 4.7 mit einem Punkt Vorsprung (12) vor seinem ärgsten Konkurrenten aus den Niederlanden Ties Wijbinga durch. Dritte wurde Anja von Allmen aus der Schweiz (20). „Es war nicht einfach bei wechselnden Winden. Aber es hat Spaß gemacht, vor Warnemünde zu segeln“, meinte Schweckendiek.

Beste MV-Seglerin war Lena Haverland aus Schwerin, die mit dem vierten Platz im Radial knapp das Podium verpasste.

Hannah Anderssohn aus Rostock hingegen beendete die Laser-Rennen als 16. und mit gemischten Gefühlen. „Ich bin schon enttäuscht, obwohl ich nicht so viel erwartet hatte. Aber das Knie hat nicht alles mitgemacht“, sagte die 19-jährige Olympia-Hoffnung. Sie befindet sich nach einer schweren Knieverletzung aus dem Frühjahr 2018 noch in der Aufbauphase.

Beim Europa-Cup der Laser war mit 205 Teilnehmern die größte Flotte vertreten. Insgesamt waren 1400 Segler in 564 Booten – darunter 110 Raceboads (Windsurfen) – bei 20 Regatten aktiv. 300 ehrenamtliche Helfer sorgten auf dem Wasser und an Land für einen reibungslosen Ablauf.

Peter Ramcke zog ein positives Fazit. „Auch unter schwierigen Bedingungen haben die Segler hochklassigen Sport gezeigt. Die zwei Weltmeisterschaften im J/22 und bei den Raceboardern waren fantastisch“, freute sich Ramcke.

Und auch Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes, fand nur positive Worte für die neuntägige Veranstaltung. „Die Segler haben sehr gute Wettfahrten gezeigt bei super Bedingungen hier vor Ort“, meinte Küppers.

Die nächste Warnemünder Woche findet vom 4. bis 12. Juli 2020 statt – dann unter anderem mit der WM im H-Boot und der EM im Soling.

René Warning

Bei der 82. Warnemünder Woche nahmen laut Veranstalter-Angaben 1400 Sportler aus 38 Nationen teil. Sie starteten mit insgesamt 564 Booten bei 20 Regatten und 100 Wettfahrten.

14.07.2019

Eine niederländische Segelgruppe um den 17-Jährigen Marnix Muiser ist das erste Mal bei der Warnemünder Woche. Alle starten beim Europa-Cup der Laser. Die Rennen auf der offenen See begeistern die Jugendlichen.

13.07.2019

Nach fast anderthalb Jahren kämpft sich Seglerin Hannah Anderssohn nach schwerer Knieverletzung zurück. Bei der Warnemünder Woche startet sie beim Laser-Europacup. 2020 will sie nach Tokio zur Olympiade.

11.07.2019