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Shorttrack: Rostocker Lüdtke überrascht bei WM als Zehnter

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18:12 07.03.2021
Adrian Lüdtke (Rostock) konnte bei der WM in Dordrecht überzeugen.
Adrian Lüdtke (Rostock) konnte bei der WM in Dordrecht überzeugen. Quelle: imago/Camera 4
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Dordrecht

Nach dem Schock durch die schwere Verletzung von Anna Seidel haben Adrian Lüdtke und Christoph Schubert bei den Shorttrack-Weltmeisterschaften in Dordrecht mit Top-Ten-Plätzen überrascht. Am Sonntag vergab der Rostocker Lüdtke durch eine Disqualifikation im B-Finale über 1000 Meter eine noch bessere Platzierung als Rang zehn.

Der 22 Jahre alte Hansestädter war zuvor überraschend ins Halbfinale vorgedrungen und hatte sich als Vierter für das B-Finale qualifiziert. Dort bedrängte er aber unzulässig den Niederländer Sjinkie Kneght, so dass ihn die Jury mit einem Penalty bestrafte und auf den letzten Platz setzte. Weltmeister wurde der Ungar Shaolin Sandor Liu.

Auch Schubert hat mit dem zehnten Platz über 1500 Meter überzeugt. „Endlich konnte ich meine Trainingsleistungen auch mal im Wettkampf abrufen“, sagte der Dresdner, der nach einem Sturz im Halbfinale mit einem blutenden blauen Zeh das Final-Rennen bestritt.

Gina Jacobs hatte über 1500 Meter überraschend das Halbfinale erreicht, wurde dort aber disqualifiziert. Nach dem Schock durch den schweren Trainingsunfall der dreifachen EM-Medaillengewinnerin Seidel, die inzwischen am Schien- und Wadenbein operiert wurde, erhielt Jacobs ein Lob vom Bundestrainer. „Das Viertelfinale war das wohl beste Rennen ihres Lebens“, sagte Stuart Horsepool. Für ihn galt Anna Seidel als Anwärterin auf die erste deutsche Einzelmedaille bei einer WM. Ihr Sturz „war eine schreckliche Situation. Daher bin ich froh, wie das Team das weggesteckt hat“, sagte der Coach.

Der emotional beeindruckendste Moment war der Titelgewinn der vierfachen Weltmeisterin Suzanne Schulting über 500 Meter. Die Niederländerin trat damit in die Fußstapfen ihrer Freundin Lara van Ruijven, die rund 16 Monate nach ihrem WM-Erfolg 2019 in Sofia an den Folgen einer Autoimmunkrankheit gestorben war. Nachdem auf großen Bildschirmen deren letztes Rennen gezeigt wurde, vergossen Schulting, ihre Sportkameradinnen und Trainer Tränen. „Als wir uns im Sommer von Lara verabschiedet hatten, nahm ich mir vor, unbedingt auf den 500 Metern besser zu werden“, sagte die Olympiasiegerin, die auch über 1000 und 1500 Meter nicht zu schlagen war und ungefährdet Mehrkampf-Weltmeisterin wurde.

Von Kai Rehberg