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Sportmix Lea Sophie Friedrich: Radsprinterin aus Dassow
Sportbuzzer Sportmix Lea Sophie Friedrich: Radsprinterin aus Dassow
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08:49 09.09.2019
Lea Sophie Friedrich (19) aus Dassow bei den Deutschen Bahnradmeisterschaften 2019 Berlin, ist Deutsche Meisterin, Junioren-Welt- und -Europameisterin. Quelle: Frank Hammerschmidt
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Dassow

Lea Sophie Friedrich ist Bahnradsportlerin, stammt aus Dassow und fährt für das Team Erdgas. Sie gewann 2017 bei der Junioren-Bahnrad-WM im Teamsprint und beim 500-Meter-Zeitfahren Silber; Bronze im Sprint sowie drei Mal Silber bei der Junioren-EM im selben Jahr. Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften der Junioren 2018 errang sie vier Goldmedaillen und war erfolgreichste Sportlerin des Wettbewerbs.

Die 19-Jährige lebt bei ihrem Vater in Dassow und ist im zweiten Jahr Auszubildende bei der Bundespolizei in Schwerin. Sie lebt vom Polizeigehalt (ca. 1300 Euro netto) und pendelt täglich mit ihrem Auto, das sie vom Team Erdgas gestellt bekommt, zwischen Dassow und der Landeshauptstadt. „Das lohnt sich eher. Eine eigene Wohnung in Schwerin könnte ich derzeit nicht finanzieren“, sagt sie.

700 Euro Sporthilfe pro Monat

Ihr Teamfahrzeug darf sie auch für Lehrgänge oder zu Wettkämpfen benutzen und bekommt dann auch Benzingeld erstattet. Bei der Polizei ist sie über den Sportkader acht Monate im Jahr für den Radsport freigestellt und vier Monate in der Ausbildung gebunden. Der wöchentliche Trainingsaufwand liegt so zwischen 14 und 25 Stunden. Außerdem wird sie von der Landesporthilfe unterstützt, bekommt quartalsweise Unterhalt vom Team Erdgas und monatlich über den Olympiakader 700 Euro Sporthilfe.

„Ich kann mich aktuell nicht beschweren“

Lea Sophie Friedrich, die früher Fußball spielte, bevor sie zum Radsport wechselte, sagt: „Wenn man nicht gerade Fußball, Handball, Basketball, Tennis oder sowas spielt, ist es eigentlich nicht möglich, allein vom Sport zu leben. Da ist man auf die Hilfe von Sportförderung angewiesen und braucht Sponsoren, sonst geht es nicht. Ich habe die Ausbildung bei der Bundespolizei aber nicht nur wegen der Absicherung angefangen, sondern weil ich etwas haben und gelernt haben möchte, wenn meine Karriere als Bahnradfahrerin vorbei ist. Ich kann mich aktuell zwar nicht beschweren, aber es gibt natürlich Sportler, die es weitaus schwerer haben. Das, was ich an Erfolgen und auch an Sponsoren habe, habe ich mir alles selbst erarbeitet. Grundsätzlich aber gilt schon: Wir reißen uns in allen Sportarten täglich den Arsch auf und kriegen dafür so gut wie nichts im Vergleich zu Fußballern.“

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