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Volleyball: Das kürzeste Interview meines Lebens

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14:01 29.12.2019
Christian Lüsch versuchte ein Gespräch mit Nanaka Sakamoto vom SSC Palmberg Schwerin. Quelle: Andreas Lutzke (Montage)
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Schwerin/Rostock

Das der SSC Palmberg Schwerin ein Team mit internationalen Spielerinnen hat, ist nicht neu. Aber das mal eine Japanerin ins beschauliche Mecklenburg kommen würde, fand ich dann doch ungewöhnlich. So kam es, das ich Nanaka Sakamoto kennenlernen und für die OZ-Leser porträtieren wollte – es sollte das kürzeste Interview meines Lebens werden.

Schnell war klar, das es ein persönliches Treffen geben muss. Denn außer „Sayonara“ spreche ich kein Wort japanisch. Es hieß, die 23-Jährige spreche kein Deutsch und nur ganz rudimentär Englisch – ein Telefoninterview war keine Option.

Der SSC lud mich dennoch ein, nach Schwerin zu kommen: „Mach Dir keine Sorgen“, sagte Chefscout Olaf Garbe. „Wir bekommen das hin, auch wenn es mit Händen und Füßen gehen muss.“ Ich hatte zuvor überlegt, ob ich mir an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock eine Japanerin als Dolmetscherin „ausleihen“ sollte. Vielleicht ist ja auch der Google-Übersetzer eine Option, dachte ich.

Am 13. November fand das Treffen vor der Sport- und Kongresshalle statt. Mit dabei Olaf Garbe, der die Asiatin begleitete. Nach der Begrüßung – ich hatte einen Fragekatalog mit aus meiner Sicht einfachen und leicht verständlichen englischen Fragen vorbereitet – legte ich los. Nanaka schaute erst mich an, dann Olaf Garbe. Sie verstand offensichtlich gar nichts und sagte auch nichts. Ich machte einfach weiter. Sie auch. Nach nicht mal 30 Sekunden war klar. Ein Interview wird das nie und nimmer.

Olaf Garbe schlug vor, ich solle ihm die wichtigsten Fragen per Mail schicken. Er würde sie dann mit einer App ins Japanische übersetzen und Nanaka antworten. Gesagt, getan.

Die Story erschien am 14. November unter der Zeile „Rohdiamant aus Japan soll beim Meister veredelt werden“. In der „Geschichte“ kam die Nanaka Sakamoto nur ein einziges Mal zu Wort. Ansonsten berichteten Chefcoach Felix Koslowski und Mitspielerinnen über sie. Das Einzige, was ich vom Treffen in Schwerin mitnahm, war ein Foto der Japanerin – immerhin. Und die Erkenntnis, dass sich Sprachbarrieren nicht immer ohne weiteres überwinden lassen.

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Von Christian Lüsch

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