Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportmix Schwerinerin Jennifer Geerties: Gefangen in der Sperrzone
Sportbuzzer Sportmix

Volleyball Schwerinerin Jennifer Geerties: Gefangen in der Sperrzone

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 12.03.2020
Jennifer Geerties im Trikot des Volleyball-Weltpokalsieger Imoco Volley Conegliano. Quelle: imago images
Anzeige
Conegliano/Schwerin

Verbindung zur „Außenwelt“ hat Jennifer Geerties seit ein paar Tagen nur noch mittels ihres Mobiltelefons und via Fernsehen. „Seitdem die italienische Regierung den Bereich Treviso wegen der Corona-Epidemie zur Sperrzone erklärt hat, kommt hier niemand ohne Weiteres aus der Region heraus“, berichtet die Volleyballerin, die bis Sommer 2019 beim SSC Palmberg Schwerin gespielt hat. Dann war sie ersten Mal in ihrer Karriere ins Ausland gewechselt.

Beim Spitzenklub Imoco Volley Conegliano, mit dem sie Anfang Dezember die Klub-WM gewonnen hat und in der vergangenen Woche ins Halbfinale der Champions League einzog, geht aktuell nicht viel. „Der Liga-Spielbetrieb ist erstmal bis zum 3. April eingestellt worden“, berichtet die Nationalspielerin. Geerties’ Alltag bestand bis vor kurzem aus zwei Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit und gelegentlichen Physiotherapie-Terminen. Jetzt ist auch damit Schluss.

„Ob überhaupt und wann in der italienischen Liga weitergespielt wird, ist unklar“, erzählt die gebürtige Nordhornerin, die besondere Hygienemaßnahmen ergriffen hat, um zu schützen. Beunruhigt ist sie nicht: „Ich habe keine Angst, das Virus zu bekommen. Ich bin hier in guten Händen. Aber ich habe Angst, dass ich von hier für längere Zeit nicht mehr rauskomme.“

Die 25-Jährige hatte sich das Saisonfinale in der italienischen Liga – Conegliano steht vor den Play-offs unangefochten auf Rang eins – ganz anders vorgestellt. Ihr Freund Daniel, mit dem sie in Schwerin eine gemeinsame Wohnung hat, hatte sich vier Wochen Urlaub genommen, um in der entscheidenden Phase der Saison bei seiner Jennifer zu sein. „In der vergangenen Woche bekam ich abends einen Anruf einer Teamkollegin. Sie erzählte, dass die Region dichtgemacht wird und dass Daniel abreisen sollte, wenn er das Gebiet noch verlassen will. Er hat schnell gepackt. Um halb elf ist er los, Mitternacht war alles dicht“, berichtet Geerties vom schweren und emotionalen Abschied.

Kontakt zu ihrem Freund und zur Familie besteht derzeit nur übers Telefon. „Wir versuchen so gut wie möglich mit der Situation umzugehen, aber leicht ist das nicht.“ Innerhalb der Sperrzone dürfe man sich frei bewegen. Wer sie aber verlassen wolle, benötige besondere Gründe und Papiere. In der Region gehe das Leben seinen relativ normalen Gang. Die Supermärkte sind geöffnet, die Menschen gehen in Cafés und Restaurants – nur die Schulen sind geschlossen. „Ich gehe nur einkaufen, wenn ich unbedingt muss“, erzählt die Profi-Sportlerin, die noch keine Hamsterkäufe erlebt hat.

Wie sich ihre ehemaligen Schweriner Kolleginnen in der Bundesliga schlagen, verfolgt die frühere SSC-Kapitänin ganz genau. „Ich habe regelmäßig Kontakt zu Louisa Lippmann. Auch mit Trainer Felix Koslowski habe ich telefoniert. Er hat sich nach meiner Situation erkundigt“, sagt die Spielerin, die gern am 16. Mai in Berlin um den Champions-League-Titel spielen möchte.

Zuvor müsste Conegliano das Halbfinale – mögliche Gegner wären der italienische Ligakontrahent Scandicci und Eczacibasi Istanbul – für sich entscheiden. Wann und ob die beiden möglichen Kontrahenten gegeneinander antreten, ist unklar. Eigentlich sollten sie am 18. und 19. März in Slowenien spielen, doch auch das ist schon wieder hinfällig.

Von Christian Lüsch

Das Spitzenspiel in der Volleyball-Bundesliga der Frauen wird am Sonnabend ohne Zuschauer stattfinden. Zum Duell von Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin gegen Verfolger Allianz MTV Stuttgart sind aufgrund der Corona-Gefahr nur Spielerinnen, Offizielle und Medienvertreter zugelassen.

12.03.2020
Sportbuzzer Piranhas in den Pre-Play-offs - Piranhas ziehen in Play-offs ein

Die Rostock Piranhas haben im entscheidenden dritten Spiel der Pre-Play-offs die Füchse Duisburg 3:2 bezwungen und ziehen nach 2:1-Siegen das zweite Mal in Folge in die Meisterrunde ein.

11.03.2020

Der SSC Palmberg Schwerin wird sein Heimspiel gegen Suhl am Dienstag vor Publikum austragen. Ob auch das Heimspiel gegen den MTV Stuttgart am Sonnabend in der Palmberg-Arena vor Publikum stattfinden wird, ist derzeit unklar. Der Verein sieht aktuell keine Veranlassung, Fans auszusperren.

09.03.2020