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Volleyball „Der Abschied war schlimm“
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Volleyball-Nationalspielerin Hankevom SSC Palmberg Schwerin über Saisonabbruch: „Der Abschied war schlimm“

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14:44 20.03.2020
Für denise hanke (l.) und ihre Teamkolleginnen vom Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin endete die Spielzeit vor den Play-offs. Quelle: Foto: CORNELIUS KETTLER
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Schwerin

Statt Play-offs-Start eine geschlossene Palmberg-Arena, ein aufgelöstes Team und die Geschäftsstelle im Homeoffice: Der SSC Palmberg Schwerin hat sich unfreiwillig, aber konsequent auf das vor einer Woche beschlossene Aus der Volleyball-Bundesliga wegen der Corona-Pandemie eingestellt. „Wir sind froh, dass alle Spielerinnen gut nach Hause kommen konnten“, sagt Geschäftsführer Michael Evers. „Ansonsten können wir im Moment nichts machen und nur abwarten. Es ist nicht abzusehen, wie es nach der Krise weitergeht.“

Dass ab Mitte Mai noch die Europapokal-Wettbewerbe weitergehen sollen, wo der SSC im Halbfinale des CEV-Cups steht, hält Evers für „vollkommen unrealistisch, da sehe ich keine Spur einer Chance. Die Spielerinnen sind abgereist, es findet kein Training statt, ein normaler Wettbewerb ist da undenkbar.“ Daran gibt es auch für SSC- und Nationalmannschaftskapitänin Denise Hanke (30) keinen Zweifel, sagt die Zuspielerin im Interview.

Denise, wie geht es Ihnen eine Woche nach dem Liga-Aus? Wie verbringen Sie Ihre Zeit?

Wir waren mal einkaufen und sind ansonsten zuhause und versuchen, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ein bisschen Sport, ein bisschen Lernen für die Uni. Im Moment ist das alles okay, aber wenn es wochenlang so geht, wird es interessant.

Hat sich der Schock über das abrupte Saisonende gelegt, können Sie die Entscheidung akzeptieren?

Ja. Wenn man sieht, welche Ausmaße das annimmt, weiß man, dass es die einzige vernünftige Entscheidung war, die Liga zu stoppen. Sie nur auszusetzen, da hätten wir nur auf glühenden Kohlen gesessen. Es hat uns in dem Moment überrascht, aber es war richtig. Wir sind alle intelligent genug zu akzeptieren, was jetzt sein muss. Gefühlsmäßig ist es aber tatsächlich noch weit weg, weil ich noch keine direkten Berührungspunkte mit Corona hatte. Es ist hier ja noch relativ ruhig. Außer, dass es wirklich kein Toilettenpapier mehr gab, habe ich noch nicht viel mitbekommen. Man hofft aber, dass alle Leute sich an die Regeln halten und ruhig bleiben.

Zeichnet sich für Sie jetzt schon ein Bild ab, wie es für Sie und für den deutschen Volleyball nach der Krise weitergehen wird?

Nein, gar nicht. Es ist alles so unsicher, dass es schwer ist, darüber nachzudenken oder gar eine Entscheidung zu treffen. Ich glaube nicht, dass der Europapokal noch weitergeht, das Thema ist durch. Da legt jetzt keiner mehr Wert drauf, und selbst die Nations League, die nach den Olympischen Spielen stattfinden soll… Auch für die nächste Bundesligasaison ist letztlich alles offen, da müssen alle Vereine ja auch erst einmal sehen, wie es mit den Sponsoren aussehen wird.

Wenn Sie sich ein Szenario wünschen könnten: Was sollte jetzt passieren?

Als allererstes natürlich, dass alle gesund bleiben. Ansonsten hätte ich am liebsten mit dieser Mannschaft die Play-offs gespielt. Aber das ist ein Traum, das wird es nicht mehr geben. Das Team wird sich definitiv ändern, auch wenn wir alle das Angebot bekommen haben, die Verträge zu verlängern, damit wir zusammenbleiben können. Es ist verständlich, dass das nicht jede annehmen kann, weil es schon andere Pläne gibt. Aber es war wirklich super, wie der Verein das mit uns allen gelöst hat. Wenn ich von anderen lese, dass Verträge aufgelöst und alle nach Hause geschickt wurden... Und beim SSC hieß es: Macht euch keine Sorgen, ihr bekommt eure Gehälter – das kann man sich nicht besser wünschen. Da können wir uns echt glücklich schätzen.

Wie schwierig war für Sie der Abschied des Teams?

Der war schlimm. Es ist ja jedes Jahr so, dass wir auseinandergehen, und es ist immer traurig. Aber sonst hat man die Play-off-Wochen, die darauf hinauslaufen, da kommt das schleichend, dann ist es okay. Jetzt war es so erdrückend, so schnell und auch sportlich unbefriedigend. Wir hören schon noch voneinander. Aber das wird sich legen, wenn jede mit ihren Dingen zu tun hat.

Fällt es schwer, die Saison nicht als verschwendet anzusehen? Tröstet es wenigstens ein bisschen, an der Tabellenspitze abgeschlossen zu haben?

Nee, das ist kein Trost. Umsonst war die Saison nicht, man hat ja Erfahrungen gemacht und dazugelernt. Für mich war es zum Beispiel neu, mich nach einer längeren Verletzungspause wieder zurückzuarbeiten. Menschlich war es auch super, das Team war sehr cool. Es kommt nicht oft vor, dass man sich so gut versteht. Ergebnismäßig war es aber nichts, da hätten wir uns gern noch belohnt. Aber nun machen wir halt diese historische Phase mit.

Von Kathrin Wittwer

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