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Volleyball Warnemünde schrammt knapp an Pokal-Sensation vorbei
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06:28 27.10.2015
Warnemünder Jubel über einen Punktgewinn. Doch am Ende mussten sich die Ostseestädter trotz großen Kampfs knapp geschlagen geben. Quelle: Sandra Hübner
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Rostock

„Wir wissen es nicht: Sollen wir weinen, lachen, uns ärgern oder freuen. Es ist wahrscheinlich von allem etwas“, schrieben die Volleyballer des SV Warnemünde (Landkreis Rostock) am Sonntagabend kurz nach Spielende auf ihrer Facebook-Seite. Trotz toller Aufholjagd musste sich der Drittligist vor knapp 250 begeisterten Zuschauern in der neuen Sporthalle in Warnemünde Zweitligist FC Schüttorf 09 mit 2:3 (15:25, 18:25, 28:26, 25:23, 13:15) geschlagen geben.

„Die ersten beiden Sätze waren wir nicht gut und haben von Schüttorf den Klassenunterschied aufgezeigt bekommen“, gab Diagonalangreifer Efrain Förster unumwunden zu. „Aber was nach dem zweiten Satz passiert ist, war der Wahnsinn. So was hab ich noch nie gesehen, die Halle hat gebebt. Alle haben gejubelt, gebrüllt und uns angefeuert. Das war Gänsehaut pur“, betonte der 24-Jährige.

Als der schwer verletzte Eric Nikolaus (Schulter) von Notärzten aus der Halle gebracht und von den Zuschauern mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde, ging ein Ruck durch die Warnemünder Mannschaft. Plötzlich waren die Hausherren präsenter, machten weniger Fehler und kämpften sich in die Partie.

„Das war das beste Spiel, das ich je erlebt habe. Hammer“, verdeutlichte Nesthäkchen Josef Günther, der gerade 18 geworden ist. „Nur bitter, dass wir verloren haben“, ärgerte sich der Schüler. Er kam im ersten Satz zum Einsatz, brachte seine ansonsten starken Aufschläge aber nicht wie erhofft ins Ziel. „Es lief nicht so gut“, meinte Günther selbstkritisch. Später fieberte er von der Ersatzbank aus mit. „Draußen war es unerträglich spannend. Ich konnte mich kaum halten“, beschrieb der junge Rostocker seine Aufregung.

Warnemünde lag auch im dritten Durchgang mehrfach mit bis zu vier Punkten zurück, kam aber immer wieder heran. „Damit haben wir den Gegner beeindruckt“, sagte SVW-Coach Christian Hinze. „Efrain Förster hat gefühlt 35 Punkte erzielt. Unser Zuspieler Ole Ernst hat vielleicht sein bestes Spiel im Warnemünde-Trikot gemacht“, hob der 36-Jährige hervor.

Das Spiel wogte hin und her. Die Fans hielt es schon in der Verlängerung des dritten Satzes kaum noch auf ihren Sitzen. Die Gastgeber setzten sich mit 28:26 durch und verkürzten damit auf 1:2. „Wir haben sogar Matchbälle abgewehrt. Das war eine tolle Leistung, an die wir auch im vierten und fünften Abschnitt angeknüpft haben“, lobte Hinze. Der vierte Satz ging mit 25:23 an sein Team.

Die Entscheidung musste also im Tie Break fallen. Auch in diesem spielte Warnemünde auf Augenhöhe mit den Gästen aus Niedersachsen, führte 11:9. Dann geriet der SVW durch kleine Fehler in Rückstand, um postwendend zum 13:13 auszugleichen. Die Spannung in der fast ausverkauften Halle war greifbar. Es knisterte.

Doch dann hatten die Hausherren Pech: Ausgerechnet nach einem Block des starken Förster tanzte der Ball auf dem Netz entlang, ehe er auf der gegnerischen Seite ins Aus fiel – 13:14. Und diesmal nutzten die Schüttorfer den Matchball zum umjubelten Sieg und dem damit verbundenen Einzug ins DVV- Pokal-Achtelfinale. Dort treffen sie auf den deutschen Serienmeister VfB Friedrichshafen.

„Schade, aber wir dürfen nicht daran denken, was wir verpasst haben. Es ist schön, dass wir so eine tolle Leistung geboten haben. So grandiose Stimmung gab es lange nicht mehr in Rostock“, konstatierte Trainer Hinze. Weiter geht’s für Warnemünde (5., 9 Punkte), das einen Tag zuvor den Niendorfer TSV im Punktspiel mit 3:0 bezwungen hatte, am kommenden Sonnabend in der 3. Liga Nord beim Tabellensiebten Oststeinbeker SV, der bisher sechs Zähler auf dem Konto hat.

SV Warnemünde: Strübing, Schattschneider, Förster, Schlichting, Liefke, Moldenhauer, Kowalkowski, Nikolaus, Schulz, Jagusch, Ernst, Günther, Nagel, Schille.



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