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Sportmix SV Warnemünde verpasst Überraschung
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Wanrmemünder Volleyballer verpassen Überraschung gegen CV Mitteldeutschland

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04:42 22.12.2019
Josef Günther springt zum Schmettern hoch zum Ball und holt in dieser Szene einen Punkt für den SV Warnemünde. Quelle: Philipp Enric Lange
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Rostock

Über 90 Minuten kämpften die Zweitliga-Volleyballer des SV Warnemünde in der Ospa-Arena gegen den Spitzenreiter CV Mitteldeutschland um jeden Punkt und witterten nach bereits zwei verlorenen Sätzen beim Stand von 25:25 im dritten ihre Chance auf den Satzgewinn. Nachdem die Warnemünder einen Angriff der Gäste geblockt hatten, waren sie am Zug. Doch als Sören Schröder den Ball auf Tommy Mehlberg zuspielte, ertönte plötzlich ein Pfiff. Er soll den Ball regelwidrig geführt haben – eine strittige Entscheidung. Während die Zuschauer empört ein Pfeifkonzert anstimmten, waren die Warnemünder Akteure und ihr Trainer Jozef Janosik außer sich vor Wut. Der CV Mitteldeutschland nutzte die Gunst der Stunde, machte im nachfolgenden Angriff die 0:3 (18:25, 22:25, 25:27)-Niederlage für den SVW perfekt.

„Das war eine unerklärliche Entscheidung. Dieser jungen Truppe so einen Fehler anzuhaften, ist einfach nur hart. Der CV braucht solche Geschenke nicht“, kritisierte SVW-Trainer Jozef Janosik scharf. Seine Reaktion während des Spiels in der Szene könnte noch Folgen haben. Er soll sich gegenüber den Unpareiischen im Ton vergriffen haben. Ihm droht nun eine Sperre.

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Kapitän Ole Ernst sprang seinem Coach zur Seite, hatte ebenfalls kein Verständnis für den Pfiff. „Diese kleineren Fehler passieren immer mal wieder, aber sie wurden im gesamten Spiel nie abgepfiffen. Und dann bei dem Spielstand auf einmal doch? Das geht so nicht“, schimpfte Ernst.

Es war das trostlose Ende eines tollen Volleyball-Spiels, bei dem der SV Warnemünde als klarer Underdog in die Partie ging. Nicht nur, weil der CV Mitteldeutschland in den vergangenen Jahren die Liga dominierte, sondern weil die Hausherren in den drei Spielen zuvor ebenfalls verloren hatten und nicht vor Selbstvertrauen strotzten.

Das wurde vor allem im ersten Satz deutlich, als die SVW-Akteure zwischenzeitlich 9:18 zurücklagen. Zwar kämpften sie sich noch auf 15:20 heran. In der Folge ließ der CV Mitteldeutschland aus der sachsen-anhaltinischen Stadt Leuna den Warnemündern aber keine Chance.

Besser – aber nicht erfolgreicher – verlief der zweite Satz. Angetrieben von einer erwartungsfrohen Kulisse holte das Janosik-Team einen 12:18-Rückstand fast auf, verkürzte zwischenzeitlich auf 21:23, musste sich dann aber dennoch geschlagen geben. „Wir hatten unsere besten Phasen, wenn wir deutlich zurück lagen. Da haben wir dann befreit aufgespielt. So hätte es das ganze Spiel laufen müssen“, monierte Ole Ernst.

Zumindest im letzten Satz kamen die Volleyballer der Forderung ihres Kapitäns nach. Nach einem 9:13-Rückstand liefen die Hansestädter heiß, glichen zunächst zum 16:16 aus und erspielten sich beim 20:19 von Tommy Mehlberg die erste Führung des Spiels überhaupt. Die Stimmung in der Halle erreichte ihren Siedepunkt. Der Glaube an einen vierten Satz stieg ins Unermessliche. Bis der Pfiff des Schiedsrichters alle, die es mit den Warnemündern hielten, aus ihren Träumen riss.

SVW-Manager Christian Hinze blieb trotz des emotionalen Schlussakkords gefasst. „Wir haben die Punkte schon in den Spielen zuvor liegen gelassen. Heute wäre es eine Überraschung gewesen. Wichtig ist, dass wir die Leistung aus dem dritten Satz auch in Partien gegen direkte Konkurrenten abrufen“, fordert Hinze, der weiterhin einen Mittelfeldplatz als Ziel ausgibt. „Man darf aber nicht blauäugig sein. Wir benötigen die Punkte und wollen sie schnellstmöglich holen“, so der Sportchef.

Die nächste Chance auf einen Sieg haben die die Warnemünder am 5. Januar. Dann reisen sie zum FC Schüttorf 09 (Niedersachsen) und schließen dort die Hinrunde ab.

SVW: Kopij, Stancak, Krabel, Strübing, Günther, Szymoniak, Kowalkowski, Mehlberg, Ernst, Nikolaus, Zander, Schröder, Rode.

Von René Warning