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Einfach GESUND – die OZ-Serie Glioblastom: Für ein Überleben mit Qualität
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Glioblastom: Für ein Überleben mit Qualität

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09:48 22.05.2021
Prof. Dr. med. Guido Hildebrandt (l.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie der Universitätsmedizin Rostock, und PD Dr.Florian Geßler, Abteilung Neurochirurgie der Universitätsmedizin Rostock.
Prof. Dr. med. Guido Hildebrandt (l.), Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie der Universitätsmedizin Rostock, und PD Dr.Florian Geßler, Abteilung Neurochirurgie der Universitätsmedizin Rostock. Quelle: Unimedizin Rostock
Rostock

PD Dr. Florian Geßler, Abteilung Neurochirurgie der Universitätsmedizin Rostock, spricht im Interview über die Behandlung mit TTFields und den Antrieb der Mediziner, immer weiter an Heilmethoden zu forschen..

Wie erfolgt die Behandlung von Glioblastomen in der Rostocker Uniklinik?

Unsere Patienten genießen den Vorteil, dass ihre Fälle interdisziplinär besprochen werden. Spezialisten mehrerer Fachrichtungen beraten sich und geben eine Erstempfehlung zur weiteren Behandlung. Mit Prof. Krause gibt es an der Universitätsmedizin Rostock einen Nu­klearmediziner von internationalem Ruf, der die Diagnostik bei diesen Patienten komplettiert. Die Angst vor der Zukunft zu nehmen und etwas Sicherheit in einer sehr schweren Zeit zu geben, das ist unser Ziel.

Wie geht es danach weiter?

Es handelt sich um eine sehr schwere Erkrankung mit einer leider sehr verkürzten Lebenserwartung. Diese Zeit sollen die Patienten auf beste Weise in ihrem ganz persönlichen Sinn nutzen können. Dafür steht uns in Rostock alles zur Verfügung, was man haben kann.

Welche Methoden setzen Sie dafür ein?

Zum einen nutzen wir neben der Chirurgie und der Strahlen- und Chemotherapie die Behandlung mit TTFields als vierte Säule der potenziell lebensverlängernden Therapie. Immens wichtig ist auch die psychoonkologische Betreuung: Wie geht es dem Patienten? Was beschäftigt ihn? Das sind wichtige Fragen, denn wir möchten die Behandlung so optimal wie möglich gestalten.

Gibt es an der Uniklinik Rostock spezifische Forschungsprojekte und Kooperationen mit anderen Medizinern und Kliniken?

Wir pflegen enge Beziehungen zu anderen Fachleuten im In- und Ausland, betreiben Laborforschung und gehören der Neuro­onkologischen Arbeitsgemeinschaft an. Wir streben an, 100 Prozent unserer Patienten in Forschungsstudien einschließen zu können. Immer mit dem Ziel vor Augen, ein Überleben mit möglichst guter Lebensqualität zu erreichen.

Eine Heilungschance gibt es für Glioblastom-Patienten aktuell nicht. Was treibt Ärzte an, irgendwann das „Unmögliche“ zu schaffen?

Wir müssen weiterforschen. Jede Standardtherapie war irgendwann experimentell. So wurde der Arzt Werner Forß­mann Ende der 20er-Jahre für seine Herzkatheterforschung belächelt. Heute gehört diese Untersuchung zu den Standardmethoden in der Medizin.

Von Arndt Draheim