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Fit und Gesund (OZ-Serie) „Iss dich gesund“: 200 Gäste bei OZ-Forum
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00:00 08.03.2018
Alexander Loew (r.), geschäftsführender Redakteur der OZ und Dr. Philip Michel, Ärztlicher Leiter des Rostocker Reha- und Präventionszentrums „Medprevio“ diskutierten mit den Gästen zum Thema „Iss dich gesund“. Quelle: Fotos: Frank Söllner
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Rostock

Die Ausgangsfrage war für den Rostocker Mediziner Dr. Philip Michel schnell beantwortet. „Wie wollen Sie Krankheiten heilen, wenn nicht über Ernährung und Bewegung?“, wandte er sich an die gut 200 Besucher, die gestern zur Veranstaltung der „Fit & Gesund“-Wochen ins Medienhaus der OSTSEE-ZEITUNG gekommen waren. Anschließend stellte er sich den Fragen von Alexander Loew, geschäftsführender Redakteur der OZ. Dabei drehte sich alles um das Thema: „Iss dich gesund – moderne Ernährungsstrategien“.

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Jeder Vierte im Saal sei betroffen – vom Kardiometabolischen Syndrom, wie der Mediziner erläuterte. Damit verbunden sind Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und Fettstoffwechselstörungen. „Dies sind alles Erkrankungen, die das Herz schädigen“, erklärte Dr. Michel. Innerhalb von Jahren sammeln die Patienten eine Vielzahl von Pillen an, die sie täglich nehmen.

Aber an die Ursachen kommen sie nicht heran. „Medikamente sind nur dazu da, Krankheiten zu verwalten“, sagt er. Sie seien praktisch oft nicht mehr als Kosmetik.

Dr. Philip Michel empfahl eine umfassende Stoffwechselanalyse. Dabei sei es wichtig, das Bauchfett zu messen, den Zustand und den Umfang der Leber zu checken. Neben einer langfristigen Ernährungsumstellung sei Leberfasten fast immer hilfreich. Er arbeitet dabei mit der Ernährungspyramide: viel Gemüse, Fisch und stärkearmes Obst, dafür wenig Kohlenhydrate und Schokolade.

Der 49-jährige Sven Rathjens aus Rostock berichtete über die ersten Erfahrungen nach vierwöchiger Stoffwechselumstellung. Sein Blutzuckerwert lag bei mehr als 20 mmol/l (Millimol/Liter). Der Normalwert sollte laut Dr. Michel unter 5,6 mmol/l am Morgen liegen. „Mein Hausarzt hat mir immer höhere Dosierungen Metformin verordnen müssen. Nach drei Wochen konnte ich das Medikament absetzen“, so der Rostocker. Rund zehn Kilogramm hat der 155 Kilo-Mann bereits abgenommen. „Das ist so, als würde man ein Nummerschild vom Panzer abbauen. Mein Ziel ist es deshalb, bis Mai weitere 20 Kilo abzuspecken.“

Kerstin Rathje-Wesselow (56) plagten seit Jahren Mehrfacherkrankungen. Dazu gehörte Bluthochdruck mit Werten von 180 zu 110. „Mein Arzt stellte mich vor die Wahl, die chemische Keule oder natürliche Mittel zu wählen. Doch homöopathische Mittel halfen nicht. Ich fühlte mich schlapp und müde“, berichtet die Rostockerin. Durch eine Stoffwechseldiät, die sie im Januar begann, beträgt ihr Blutdruckwert aktuell 115 zu 68. „Die Menge der blutdrucksenkenden Mittel konnte ich bereits halbieren und zwei weitere Medikamente vollständig absetzen“, freut sich Redakteurin Kerstin Rathje-Wesselow.

Im Anschluss entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen Publikum und dem Experten auf der Bühne. Unter anderem wollte Edmund Jänsch aus Rostock wissen, wie er seine Bauchspeicheldrüse am besten schützen könne. „Die Bauchspeicheldrüse ist von größter Bedeutung, sie reguliert die Verdauung und den Insulin-Haushalt. Deshalb sollten Sie sie nicht ständig ausquetschen“, empfahl Dr.

Michel. Auch hier sei eine kohlenhydratarme Ernährung wichtig. Der Mediziner sprach sich für drei Mahlzeiten am Tag aus. „Nehmen Sie sich Zeit und essen Sie sich satt. Dann braucht der Körper eine Chance zum Verbrennen.“ Auf die Frage, ob es ratsam sei, Pflanzen, wie Quinoa oder Chia zu konsumieren, sprach der Ernährungsexperte von „Mode“-Stoffen. Er würde vielmehr zu dem extrem wertvollen Getreide Hafer raten. „Beginnen Sie den Morgen mit einem Haferbrei.“

Mathias Otto

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