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Fit und Gesund (OZ-Serie) Vor dem Spiel gibt’s Milch und Banane
Thema F Fit und Gesund (OZ-Serie) Vor dem Spiel gibt’s Milch und Banane
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00:00 30.03.2017
Am Tag sollten es mehrere kleine Mahlzeiten sein.Jens Teetzen, Nachwuchstrainer beim HSV
Am Tag sollten es mehrere kleine Mahlzeiten sein.Jens Teetzen, Nachwuchstrainer beim HSV
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Ahlbeck

Ein Verbot für „Mc Donalds“ gibt es nicht. Mitunter war das Fastfood-Essen sogar die Belohnung nach einem guten Spiel, gibt Jens Teetzen, Nachwuchstrainer beim HSV Insel Usedom, zu. Gerade in der Altersgruppe, in der Teetzen gegenwärtig seine Schützlinge trainiert, ist die richtige Ernährung wichtig. 9 bis 14 Jahre – „weil wir mehr Kraft und Ausdauer trainieren, ist der Energiebedarf viel höher“, so Teetzen.

Bei der Nachwuchsarbeit des Handballvereins HSV Insel Usedom ist vitaminreiche Kost ganz wichtig

Bewegungsmangel und vor allem falsche Ernährung tragen dazu bei, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter Übergewicht und Adipositas leiden. Umso wichtiger ist für Kinder und Jugendliche die Betätigung in einem Verein. Rund 150 sind es gegenwärtig beim HSV – in allen Altersklassen. „Vor jeder neuen Spielzeit laden wir zu einer Elternversammlung ein, um auch über das Thema Ernährung zu sprechen. Denn gerade in dem Alter nimmt der athletische Teil im Training zu“, sagt Teetzen.

Zweimal die Woche trainiert Charlotte Packmohr aus Zinnowitz in der Ahlbecker Pommernhalle. „Vor den Spielen und beim Training achte ich darauf, vorher nicht so viel zu essen. Höchstens eine Banane und etwas Milch“, sagt die 14-jährige Schülerin der Freien Schule Zinnowitz. Ernährung ist in ihrer Familie ein großes Thema – „wir machen alle viel Sport. Statt Eis und Fastfood gibt es mehr Obst und Gemüse“, so die C-Jugend-Spielerin des HSV.

Teetzen rät zu möglichst mehreren, kleinen Mahlzeiten am Tag. „Nudelgerichte spielen eine wichtige Rolle. Zu spät sollte man abends auch nicht essen.“

„Und vor allem Süßigkeiten reduzieren“, meint Franz Mende. Der 12-Jährige aus Ahlbeck spielt in der D-Jugend des HSV und isst am liebsten Nudeln. Bei Charlotte Packmohr beginnt der Morgen zumeist mit Müsli oder Haferbrei. „Abends darf es auch gerne mal ein Salat sein“, sagt Charlotte, nimmt sich den Ball und wirft ins leere Tor. Jens Teetzen hat gerade das Training der weiblichen C-Jugend und männlichen D-Jugend eröffnet.

Im Kraftraum nebenan schwitzt Tom Müller. Der Ahlbecker ist A-Jugend-Spieler, der in der Oberliga Ostsee-Spree bei den Männern schon auf zwei Einsätze kam. Fünf Mal in der Woche geht der 17-Jährige an die Geräte, dazu kommt noch das regelmäßige Training. „Ich versuche Masse aufzubauen. Darauf stelle ich auch meine Ernährung ein – viele Kohlenhydrate und Eiweiß. Fisch, Fleisch und Reis stehen bei mir regelmäßig auf dem Speiseplan.“ Und Alkohol? „Höchstens dreimal im Jahr“, schwört der Insulaner.

Er zählt schon zur Generation, die laut Teetzen den „kompletten Handballer“ ausmacht. „Das Spiel ist schneller geworden. Du brauchst jetzt Spielertypen, die in der Abwehr und im Angriff funktionieren. Sie sind athletischer und muskulöser. Das beginnt bereits in der Nachwuchsarbeit. Weil sie deshalb auch häufiger im Kraftraum sind, braucht es eben mehr Energie“, sagt Teetzen.

Henrik Nitzsche