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Hanse Sail Die „neue“ Hanse Sail: Das sind die Ideen der OZ-Leser
Thema H Hanse Sail Die „neue“ Hanse Sail: Das sind die Ideen der OZ-Leser
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11:28 25.08.2018
Menschenmassen auf der Festmeilederv 28. Hanse-Sail in Rostock Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Die Hanse Sail 2018 war gerade vorbei, da sorgte Holger Bellgardt für Aufsehen: Denn obwohl die Sail mit mehr als einer Million Besucher das größte Volksfest in MV bleibt, will ihr Chef sie verändern. „Rostock entwickelt sich – also muss sich auch die Sail weiterentwickeln“, hatte Bellgardt angekündigt. Und: „Wir stellen alle Gewohnheiten infrage und haben Lust auf Neues.“ Das kommt bei den Rostockern offenbar gut an – und sie liefern gleich reihenweise ideen, wie sie sich die „Sail der Zukunft“ vorstellen, was sie verändern und anders machen würden. Ein Schwerpunkt: Weniger Rummel, mehr Qualität.

Zu viel Kirmes am Stadthafen?

Auf der OZ-Seite im sozialen Netzwerk Facebook klagt beispielsweise Kornelia Gent: „Früher war die Hanse Sail ein schönes Fest. Heute ist es einfach langweilig. Seit 29 Jahren die gleichen Stände. Drittklassige Bands, die keiner mehr hören will. Nichts Maritimes, nur Kirmes.“ Dass Bellgardt und sein Team nun alles auf den Prüfstand stellen wollen – Gent finde es gut: „Die Sail sollte entstaubt werden, sie ist in die Jahre gekommen. Als Rostocker wünsche ich mir frischen Wind in der Organisation.“ Das sieht Anja Steinicke ganz genau so: Früher habe die Sail für alle Besuchergruppen etwas zu bieten gehabt. Jetzt bestünde die Meile am Stadthafen nur noch aus „Fressbuden und Karussells“. „Am Speicher standen drei Händler, die mir Küchengeräte verkaufen wollten. Das hat für mich wenig mit Hanse Sail zu tun.“ Auch Sebastian Parusel stört sich an der Meile: „Auf der Haedgehalbinsel gab es einen Stand, an dem irgendwelches Massage-Gedöns verkauft wurde. Der hat mich auch irritiert.“ Auch Anja Dornblüth-Röhrdanz vermisst ein Stück weit Qualität: „Ich fände es gut, wenn sich die Sail noch mehr mit der Stadt verbindet – also weg vom ausschließlichen Volksfestcharakter hin zur Einbindung der Kunst- und Kultureinrichtungen Rostocks.“

Rund eine Millionen Besucher werden zur Hanse Sail 2018 im Stadthafen und in Warnemünde erwartet. Wir haben in einer Galerie die schönsten Impressionen vom Fest eingefangen.

Nobert Lippke findet die ersten Ideen aus dem Hanse Sail-Büro schon ziemlich gut: Bellgardt hatte verraten, dass er unter anderem darüber nachdenke, nicht mehr eine große Fest-Meile zu plane, sondern mehrere kleine, mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten – zum Beispiel eine Meile für Familien, eine historische oder auch eine sportliche. „Das klingt im Ansatz schon mal gut. Vielleicht sollte Rostock mal nach Kiel schauen, wie die das bei Kieler Wochen machen. Generell sollte das Konzept der Bummelmeile überdacht werden – auch wenn das dem Schaustellerverband sicher nicht gefällt.“

Mehr Angebote für die jungen Rostocker

Die jungen Besucher der Hanse Sail wünschen sich mehr Spaß am Abend: Bis vor einigen Jahren war der „Party Tower“ – eine Disco direkt am Wasser – eine der Hauptattraktionen für Jugendliche und junge Erwachsene auf der Sail. Doch 2015 wurde der „Tower“ gestrichen – aus Sicherheitsgründen. Vermisst wird er aber offenbar immer: „Holt den Partytower zurück!“, fordert beispielsweise Tine Spoona. Und: „Wie wäre es mit guten Musikacts. Die werden von Jahr zu Jahr weniger und schlechter.“

Dagmar Krauße und Torsten Graczyk haben die gleiche Idee: Rostock sollte die Hanse Sail endlich auf eine Woche ausweiten. „Kiel kann es doch auch“, schreibt Graczyk. Sabrina Block fände das richtig gut: „So würden sich die Besuchermassen besser verteilen. Ich meide die Sail, da mir das einfach zu stressig ist, dieses ganze Getummel und Gedrängel. Würde sich das über einige Tage länger ziehen, dann denke ich, verteilt es sich auch besser.“ Vanessa Heinze hat hingegen eigentlich nur eine Kleinigkeit zu bemängeln – aber eine sehr wichtige: „Mehr Toiletten wären gut. Wir standen teilweise 20 bis 30 Minuten an.“

Sail-Spaß auch im Iga-Park?

Christian Baumgart schreibt: „Auf jeden Fall muss sich was verändern!“ Und Baumgart liefert auch gleich Ideen mit: „Wechselt mal den Standort der Buden aus – und bezieht den Iga-Park für die Sail mit ein.“ Zum großen Treffen der Traditionsschiffe sollten auch die Museumsschiffe in Schmarl für Besucher frei zugänglich sein: „Verbindet doch die Sail mit einem Parkfest im Iga-Park.“ Zwischen dem Stadthafen und Schmarl könnte dann ein Wasser-Shuttle pendeln. Die große Hauptbühne des NDR – die sollte dann auch im Park stehen, fordert Baumgart.

Andreas Meyer