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Hanse Sail Hitze-Notfall: Rostock will Sail-Besucher abkühlen
Thema H Hanse Sail Hitze-Notfall: Rostock will Sail-Besucher abkühlen
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18:20 08.08.2018
An der Kröpeliner Straße zeigt ein Thermometer gestern bereits 41 Grad an – da tut eine Abkühlung Not, sagt Lina Knaack. Bei der Sail soll dafür die Feuerwehr sorgen. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Für Freitag sagt der Wetterdienst in Rostock endlich mal wieder Regen voraus. Aber der wird auch nur der sprichtwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, fürchten Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) und Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). „Wir haben seit mittlerweile vier Monaten eine Dürre in der Hansestadt. Das ist die längste Trocken-Periode bei uns seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Darauf sind wir überhaupt nicht vorbereitet gewesen“, räumt Matthäus ein. Doch das wollen die beiden Senatoren ändern: Die Hansestadt will in den kommenden Tagen einen „Notfallplan Hitze“ erarbeiten. Die ersten Maßnahmen könnten schon zur Hanse Sail in Kraft treten.

Feuerwehr soll für Abkühlung sorgen

Wenn es beim größten Volksfest des Landes wieder so heiß wie in den kommenden Tagen wird, will Müller-von Wrycz Rekowski die Berufsfeuerwehr einsetzen: „Wir planen so genannte ,Abkühlstationen’. Die Feuerwehr wird Wasserwände aufbauen, an denen sich die Besucher abkühlen können.“ Und: „Wir haben bei Nordwasser angefragt, ob sie Tankwagen mit Trinkwasser für die Besucher bereit stellen können.“

Kraftwerke und Computer in Gefahr?

Doch die Sail ist nur eines von vielen Themen im Notfallplan: „Wir müssen uns die kritische Infrastruktur in der Hansestadt genau anschauen – und welche Folgen eine Hitzewelle und extreme Temperaturen darauf haben könnten“, sagt der Ordnungssenator. Gemeint seien damit beispielsweise die Kraftwerke in Rostock – das Steinkohlekraftwerk im Seehafen und auch das Kraftwerk der Stadtwerke AG in Marienehe. „Und was ist mit der digitalen, der IT-Infrastruktur?“, fragt Müller-von Wrycz Rekowski. Erst am Dienstag hatten die Temperaturen die Telefon- und Computertechnik im Landratsamt in Güstrow lahmgelegt. Landkreis- Sprecher Michael Fengler sprach von „Hitze-Schäden“. „Wir brauchen Pläne, um einen solchen Ausfall zu verhindern“, heißt es nun aus dem Rostocker Rathaus. Die Berufsfeuerwehr sei bereits auf die Wetterlage vorbereitet: „Wir haben jederzeit genügend Kräfte zur Verfügung. Das haben wir bereits überprüft“, so Müller- von Wrycz Rekowski. „Und im Notfall können wir zusätzliche Einsatzkräfte aus der Freizeit oder freien Tagen zurückholen.“

Kitas und Heime sollen gekühlt werden

Umweltsenator Matthäus soll sich indes mit den Folgen für Mensch und Natur befassen. Der wichtigste Punkt: „Säuglinge und Kleinkinder, ältere und pflegebedürftige Menschen sind bei dieser Hitze besonderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.“ Die Verwaltung will nun prüfen, ob Schulen und Kitas, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen über ausreichende Kühleinrichtungen – über Klimaanlagen und Ventilatoren etwa – verfügen. „Wir werden auch neue Brunnenstandorte in Rostock anlegen müssen – Wasserspender für die Menschen“, so Matthäus. Und: „Wir brauchen Sprinkleranlagen im öffentlichen Raum. In Grünanlagen und auch auf den großen öffentlichen Plätzen.“ Denn: „Wir müssen davon ausgehen, dass solche Wetterlagen wie wir derzeit erleben, in Zukunft häufiger auftreten werden. Wir bekommen den Klimawandel nun ganz direkt zu spüren.“Ab September soll sich eine Arbeitsgruppe mit den langfristigen Planungen befassen. Die Stadtreinigung und das Grünamt arbeiten bereits an Konzepten, die Pflanzen in der Hansestadt vor dem Vertrockenen zu retten. Matthäus dazu: „Rostock braucht ein Bewässerungskonzept für 23.000 Straßen- und 50.000 Parkbäume.“ Erstmals setzt Rostocks in diesem Jahr so genannte Bewässerungssäcke an 40 Standorten – unter anderem am Nüßlerweg – ein, um besonders gefährdete Bäume zu retten.

Andreas Meyer

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