Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Infoline Sechs Prozent der Schwulen leben heterosexuell
Thema H Hochschulen Infoline Sechs Prozent der Schwulen leben heterosexuell
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:08 06.10.2018
Zwei Eheringe liegen auf einer gemalten Regenbogenfahne. Quelle: Ralf Hirschberger
Anzeige
München

Knapp sechs Prozent der homosexuellen Männer Mitte 40 führen laut einer Studie der Technischen Universität München (TUM) ein rein heterosexuelles Leben - häufig mit Ehefrau und Kindern.

„Andere Studien gaben bereits Hinweise, dass es diese Gruppe gibt. Wir konnten es jetzt erstmals wissenschaftlich beweisen“, sagte Studienleiterin Prof. Kathleen Herkommer, Oberärztin in der Klinik für Urologie am TUM-Universitätsklinikum rechts der Isar. Über die Gründe und mögliche Folgen kann bisher nur spekuliert werden.

Zwei Jahre lang hatten Ärzte Männer im Alter von 45 Jahren in München, Düsseldorf, Hannover und Heidelberg unter anderem über ihre sexuelle Orientierung und ihre sexuellen Praktiken befragt. 12 354 füllten Fragebögen aus. 19 davon sind Herkommer zufolge „hidden homosexuals“ (versteckte Homosexuelle), die sich selbst zwar als homosexuell sahen, Sex aber ausschließlich mit Frauen hatten. Das entspreche 5,9 Prozent der teilnehmenden homosexuellen Männer.

Befragt wurden die Betroffenen nicht, warum sie sich für eine solche Lebensweise entschieden haben. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) vermutet vor allem religiöse Motive. Wer versuche, katholischer Moral zu entsprechen, könne homosexuellen Gefühlen nicht nachgeben.

Amerikanische Studien hätten das belegt, sagte Herkommer. Sie verweist zudem auf Ängste, es in der Familie zu sagen, womöglich den Job zu riskieren und Stigmatisierung von außen. „Wir haben zwar bis zur Ehe alles legalisiert, aber Homosexualität ist in der Gesellschaft insgesamt noch nicht überall akzeptiert.“

Dass sexuelle Orientierung und gelebte Praxis auseinanderklaffen können, ist laut LSVD-Sprecher Ulrich ein bekanntes Phänomen. So habe man beispielsweise im Zuge der HIV-Präventionskampagnen gemerkt, dass nicht alle Männer, die Sex mit anderen Männern haben, sich als schwul bezeichnen und entsprechend angesprochen fühlen.

Studienleiterin Herkommer sagte: „Es gibt Hinweise darauf, dass eine solche Diskrepanz zu psychischen Problemen führen kann.“ Mögliche Folgen könnten Depressionen sein oder sexuelle Funktionsstörungen etwa bei der Erektion oder ein verzögerter Samenerguss. „Weil ich mehr Reiz brauche, um zum Höhepunkt zu kommen“, erklärte sie. „Unsere Studie liefert wichtige Daten, um das Phänomen weiter zu erforschen.“

dpa

Pau (dpa) - Frankreich hat trotz heftiger Proteste von Hirten zwei Bärinnen in den Pyrenäen ausgesetzt. „Es ist geschafft, sie sind in völliger Sicherheit angekommen!

06.10.2018

Astronomen haben bei einem rund 8000 Lichtjahre entfernten Planeten vielversprechende Hinweise auf einen Mond erspäht.

04.10.2018

Mahnungen und Nachdenklichkeit dominieren die Reden zum Tag der Deutschen Einheit. Bundestagspräsident Schäuble wirbt für einen Patriotismus, der anders ist als die rechtspopulistischen Lockrufe.

03.10.2018