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OZ-Kunstbörse Auftragsmaler Frank Wagner: „Mit Blumenmotiven hat es angefangen“
Thema K OZ-Kunstbörse Auftragsmaler Frank Wagner: „Mit Blumenmotiven hat es angefangen“
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13:20 27.09.2019
Frank Wagner in seinem Atelier in Kühlungsborn Quelle: Repro: Thomas Häntzschel / nordlicht
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Kühlungsborn

Frank Wagner ist Auftragsmaler. Er setzt sein Handwerk ein, um auf Wunsch seiner Auftraggeber das Bestellte zu liefern. Manchmal sind diese Vorgaben ganz konkret, manchmal eher skizzenhaft. Wie auch immer: Frank Wagner liefert das fertige Werk und der Erfolg gibt ihm recht. Er hat Kunden auf der ganzen Welt.

Kombination von Handwerk und Kunst

Wagner, gebürtiger Kühlungsborner, hat den Beruf eines Malers von der Pike auf erlernt. Aber er war nach dem Berufsabschluss unschlüssig, wie es beruflich weitergehen sollte. Die Lebensplanung habe ihm damals „schlaflose Nächte“ bereitet, sagt Wagner heute. Eigentlich sollte ein Architekturstudium folgen, aber diese Pläne gab Wagner wieder auf. Stattdessen ergab sich eine andere Chance für den Maler: Ein Frühstücksraum in einem Kühlungsborner Hotel sollte mit Landschaftsmotiven ausgemalt werden, Wagner machte sich an die Arbeit. Hier war die Gelegenheit, Handwerk und Kunst miteinander zu kombinieren.

Werke von Frank Wagner

Das war Mitte der Neunziger. Zu jener Zeit war Frank Wagner auch zwei, drei Mal in die USA gereist. Das war ein „befreiender Moment“, wie er heute rückblickend sagt, „ich bin ja vorher nicht so viel rausgekommen“. Der amerikanische Geist hatte ihn damals offenbar beflügelt.

Wagner war also entschlossen, einen wichtigen Schritt zu machen, von seiner Kunst zu leben, „das Sozialsystem zu verlassen“, wie er heute sagt. Der ganz klassisch erlernte Malerberuf, der zunächst nichts mit dem Künstlerdasein zu tun hat, lieferte ihm die handwerklichen Grundlagen für seine Arbeit. Besonders dann, wenn es um Wandbilder ging, wie sich zeigte. Frank Wagner hat ein Gefühl für Proportionen, Perspektiven und Räume; er weiß, wie dort welche Farben wirken, welche Industriefarben auf welche Untergründe passen und vieles mehr. Die handwerkliche Basis war also längst gelegt.

„Ich hatte auch Glück“

Der zu gestaltende Frühstücksraum lag zwischen dem Bettenhaus und dem Hotel-Restaurant, da gab es natürlich jede Menge Gästebetrieb. Zu dieser Zeit entstanden daraus viele Kontakte zu den Hotelgästen, die sich für die Arbeit von Frank Wagner interessierten. Die Gäste kamen nicht nur aus Deutschland, sondern unter anderem auch aus der Schweiz und Frankreich. Es waren Kontakte, die später noch wichtig werden sollten.

Zur Person

Frank Wagner wurde 1967 in Kühlungsborn geboren, wo er auch aufwuchs. Er erlernte dort den Beruf eines Malers und wandte sich Mitte der neunziger Jahre der Kunst zu. Zuerst waren es Ausmalungen von Räumen, es folgten Ölbilder. Mitte der neunziger Jahre stellte Wagner in der Kunsthalle Kühlungsborn erstmalig seine Arbeiten aus. Seine Bilder sind heute nicht nur in Deutschland zu sehen, sie wurden unter anderem auch in die Schweiz, nach Großbritannien und in die USA verkauft. Frank Wagner lebt und arbeitet heute in Kühlungsborn.

„Dabei hatte ich auch Glück“, sagt Frank Wagner heute. Und er hatte seine künstlerische Nische gefunden. Er fertigte aber nicht nur großflächige Wandbilder, sondern eher sporadisch auch Ölbilder, „das war aber eher die Ausnahme“, so Wagner. Wichtig war damals auch der Kontakt zum Chef der Kunsthalle Kühlungsborn, Franz N. Kröger, der eine Ausstellung für ihn organisierte. „Durch Zufall habe ich damals zwei, drei Bilder verkauft“, sagt Frank Wagner heute leichthin.

Es entstanden in den folgenden Jahren zahlreiche großflächige Wandbilder, die zum Teil bis zu 70 Quadratmeter groß waren. Doch um 2003/04 gingen die Aufträge zurück. Wagner merkte das schnell und knüpfte Kontakte zu Galerien in Ahrenshoop und Berlin. Echte Ölbilder für Büroräume waren gefragt. „Mit zwei Blumenmotiven hat es angefangen.“ Denn in vielen Unternehmen gibt es den Wunsch, das eigene Haus repräsentativ mit Kunst zu schmücken, große und dekorative Werke prägnant zu platzieren. Da kommen dann die Vorstellungen des Auftraggebers und die Fertigkeiten des Malers zusammen. „Es gibt manchmal auch Größenvorgaben“, so Wagner. Er war schnell im Geschäft.

70 Quadratmeter große Wandbilder

Der Motivauswahl, der Farbigkeit und den Formaten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Der Maler kombiniert auf Wunsch auch verschiedene Motive miteinander, Wagner malt auch Porträts. Beliebt sind zum Beispiel Stadtansichten, so fertige Frank Wagner zum Beispiel Motive mit Szenen aus Berlin, Venedig oder New York. Auch eine Rostock-Ansicht ist entstanden, zu sehen ist dabei der klassische Blick von Gehlsdorf aus.

Er arbeitet mit Ölfarben, weil es so gut formbar und korrigierbar ist, außerdem ergeben sie diese gewisse Plastizität, die die Werke von Frank Wagner ausmacht. Der Künstler bevorzugt in seinem Schaffensprozess einen geregelten Tagesablauf, da meistens Auftragsarbeiten entstehen, sie verlangen also auch Disziplin.

Das Atelier unterm Dach seines Hauses in Kühlungsborn wirkt recht aufgeräumt. Aber es ist kein Wunder, dass in seinem Atelier kaum Werke stehen, denn sobald sie fertiggestellt sind und der Trocknungsprozess abgeschlossen ist, gehen sie raus an den Auftraggeber. In seinem Haus in Kühlungsborn warten derzeit einige Werke auf die Fertigstellung. Eine Ausstellung mit den Werken von Frank Wagner wäre schwierig. Sie sind schließlich über die ganze Welt verstreut.

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