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Artikel Kommunalwahl Afd-Partei bei Debatte ausgeladen
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15:25 09.05.2014
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Greifswald

Ist die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) so rechtsgerichtet, dass man ihren Mitgliedern vor den Kommunalwahlen besser keine Bühne bietet? Diese Linie vertritt offenbar der Stadtjugendring Greifswald. Zu einer Politik-Veranstaltung mit Jugendlichen am 19. Mai hatte er hiesige Vertreter zuerst ein- und dann wieder ausgeladen.

Die AfD im Kreis Vorpommern-Greifswald sieht sich diskriminiert. Man werde im „Wahlkampf in Greifswald behindert“, schimpfen die Mitglieder. „Mir gegenüber wurde die Ausladung mit einem ’rechtspopulistischen’ Ruf begründet“, erklärt der Greifswalder Supermarkt-Inhaber Heiko Klar. Er kandidiert als AfD-Mitglied für die Bürgerschaft und hätte gern mit anderen Politikern und den Jugendlichen diskutiert.

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Der Stadtjugendring verteidigt sein Vorgehen. Man habe über die Presse einen „gesamtkritischen Eindruck“ von der Partei gewonnen, erklärt Olaf Klotsch, jugendpolitischer Koordinator. Er verweist auf kritische Berichte in überregionalen Zeitungen.

In der Tat: Die Partei, die sich 2013 als europakritische Stimme gegründet hatte, ist bundesweit umstritten. Nach Angaben der Bundeszentrale für Politische Bildung bezeichnen die meisten Politikwissenschaftler sie als „rechtspopulistisch“. Einzelne Mitglieder aus anderen Bundesländern machten in den vergangenen Monaten Schlagzeilen, weil sie gegen Moscheebauten, Muslime und Ausländer hetzten, auf Homosexuelle schimpften oder andeuteten, man solle Hartz-IV-Empfängern das Wahlrecht entziehen.

Holger Arppe, Sprecher des AfD-Landesverbands MV, steht derzeit unter Verdacht der Volksverhetzung – die Ermittlungen laufen aber noch. Die Partei insgesamt sei sehr heterogen, sagen Experten.



Sybille Marx