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Vorpommern-Greifswald Parteien fiebern Ergebnissen bis tief in die Nacht entgegen
Thema Specials Kommunalwahl 2014 Vorpommern-Greifswald Parteien fiebern Ergebnissen bis tief in die Nacht entgegen
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22:49 25.05.2014
Freuen sich über das gute Abschneiden der CDU bei der Europawahl (v.l.): Sandro Martens, Franz-Robert Liskow, Rainer Steffens, Axel Hochschild, Jürgen Liedtke und Egbert Liskow.
Freuen sich über das gute Abschneiden der CDU bei der Europawahl (v.l.): Sandro Martens, Franz-Robert Liskow, Rainer Steffens, Axel Hochschild, Jürgen Liedtke und Egbert Liskow. Quelle: Katharina Degrassi
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Greifswald

Am Sonntag war Schlangestehen angesagt. Wie Stadtwahlleiterin Petra Demuth informierte, gab es tagsüber und auch kurz vor Schließung in einigen Wahllokalen einen großen Andrang. Tagsüber waren davon insbesondere das Jahngymnasium, die Montessori-Schule, die Arndtschule sowie das sozio-kulturelle Zentrum St. Spiritus betroffen. Dort mussten die Wähler vereinzelt bis zu 40 Minuten warten.

Das Ausfüllen der umfangreichen Stimmzettel kostete viel Zeit, wie Demuth einschätzte. In der Arndtschule und im St. Spiritus kam es am Abend zu einem regelrechten Ansturm. In Abstimmung mit der Kreiswahlbehörde stellte sich um 18 Uhr ein Beisitzer an das Ende der Schlange, sodass die Wähler noch in Ruhe wählen konnten. Diejenigen, die nach 18 Uhr kamen, wurden weggeschickt.

Alle Parteien und Wählergemeinschaften waren auf eine lange Nacht eingerichtet. Sie hatten sich Kneipen und Restaurants der Innenstadt für ihre Wahlpartys reserviert. Die CDU, die am Fischmarkt im Restaurant „Zum Friedrich feierte, stand früh als Gewinner der Europawahl fest. 30 Prozent holte die Partei (42 von 43 ausgezählten Wahlbezirken) in der Hansestadt. „Das ist etwas weniger als im Bundesdurchschnitt. Wir hätten uns mehr gewünscht, insgesamt muss man zufrieden sein“, sagte CDU-Kreischef Egbert Liskow.

Für die Kreistags- und Bürgerschaftswahlen erwarte er mehr. „Im Kreis wollen wir drei bis vier Sitze dazuholen, insgesamt auf 35 Prozent kommen“, so Liskow, der Präsident der Bürgerschaft ist, im Kreis- und Landtag sitzt.

Bislang waren die Christdemokraten mit 19 von 69 Sitzen stärkste Kraft im Kreis. „Aber unser Potenzial ist größer im ländlichen Raum. 2011 war gleichzeitig Landtagswahl. Da sind wir schlechter weggekommen.“ Die ersten ausgezählten Wahlkreise für den Kreistag stimmten Liskow optimistisch.

Auf der Wahlparty der FDP im Roten Salon der Brasserie Hermann war man derweil überzeugt, dass die Wählergemeinschaft Kompetenz für Vorpommern (KfV) im Spektrum der CDU-Wähler Stimmen abgreifen wird. „Ich bin gespannt, ob die Alternative für Deutschland, die einzig und allein mit dem Europathema an den Start gegangen ist, auch auf kommunaler Ebene gewählt wird“, sagte André Bleckmann, FDP-Spitzenkandidat für die Bürgerschaft.

Mit 7,6 Prozent Greifswalder Stimmen für die AfD auf Europa-Ebene liegt die Partei in etwa im Bundestrend. „Das ist mehr als bei der Bundestagswahl“, freute sich Gunter Jess, Spitzenkandidat bei der Kreistagswahl, bei der Wahlparty im Speicher.

Wenig erfreut über das Ergebnis der AfD zeigte sich Frank Embach, einer der Bürgerschaftskandidaten der KfV, die sich in großer Runde im da Gianni traf. Die eigenen Kreisergebnisse sah die KfV abwartend. „Wir haben uns angestrengt und genug gemacht“, kommentierte Frank Hardtke. Bei 16 von 43 ausgezählten Greifswalder Wahllokalen für den Kreis kam die Wählergemeinschaft auf 6,3 Prozent.

Im Sofa feierte die Linke. Nur einen Raum getrennt von den Piraten. Bei denen gab es nur alkoholfreie Getränke. Vor der SPD-Geschäftsstelle grillte Frank Ladwig Würstchen und Steaks. „Wir haben sehr gut gearbeitet, ich habe ein sehr gutes Gefühl“, meinte Kandidat Ibrahim Al Najjar.

Auch die Grünen sind mit dem Greifswalder Ergebnis für die Europawahl zufrieden. Etwa 15 Kandidaten und Anhänger feierten im Hermann. Ebenso viele Anhänger der Bürgerliste verfolgten die Wahlergebnisse auf dem Fischmarkt im „Fellini“.



Katharina Degrassi

25.05.2014
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25.05.2014