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Stralsund OZ-Weihnachtsaktion startet: Hilfe für die Kranichschützer
Thema Specials OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ Stralsund OZ-Weihnachtsaktion startet: Hilfe für die Kranichschützer
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00:00 25.11.2017
Günter Nowald, auf Kranichbeobachtung. Der Leiter des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf und Chef von Kranichschutz Deutschland schaut am Kranorama bei Günz gern selbst nach seinen Schützlingen.
Günter Nowald, auf Kranichbeobachtung. Der Leiter des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf und Chef von Kranichschutz Deutschland schaut am Kranorama bei Günz gern selbst nach seinen Schützlingen. Quelle: Foto: Alexander Müller
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Groß Mohrdorf

Das Kranorama ist das sichtbarste Symbol für ein Naturschauspiel, das alljährlich im Frühjahr und im Herbst tausende Besucher vor die Tore der Hansestadt zieht – der Zug der Kraniche. In diesem Herbst kamen 20000 Naturfreunde an den Günzer See, um die Rast der Vögel des Glücks auf ihrem Weg von Skandinavien in ihre Winterquartiere zu bestaunen.

Das Kranorama ist das sichtbarste Symbol für ein Naturschauspiel, das alljährlich im Frühjahr und im Herbst tausende Besucher vor die Tore der Hansestadt zieht – der Zug der Kraniche.

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Im Oktober 2015 eröffnet, steckt hinter dem Kranorama eine besondere Idee für populären Naturschutz. Sie entstand im Kranichzentrum Groß Mohrdorf. Hier hat der Kranichschutz Deutschland seinen Sitz, eine gemeinnützige GmbH. Geschäftsführer Günter Nowald weiß: „Mit unserem größten Kranich-Beobachtungspunkt an der Boddenküste lassen sich gleich mehrere Ziele verwirklichen.“

So können die Ströme der Vogelliebhaber nicht nur gezielt gelenkt und von den Schlafplätzen der Kraniche ferngehalten werden. Im Kranorama und an weiteren Beobachtungspunkten – etwa in Nisdorf, auf dem Zingst und auf Rügen – sorgen Ranger des Kranichzentrums dafür, dass Besucher mit allen Informationen zu den Großvögeln und den Bemühungen um deren Schutz ausgestattet werden. Zugleich werden Ablenkfütterungen organisiert. Diese lassen nicht nur die Kraniche vor ihrem Publikum am Kranorama landen, sondern sorgen dafür, dass die Vögel weniger Schaden an frischen Saaten auf den Feldern der Region anrichten. „Wir arbeiten dazu eng mit den Bauern zusammen“, sagt Nowald.

Einer von ihnen ist Landwirt Johann Rieve aus Muuks. „Wir bringen das Futter schon seit gut 20 Jahren rund um Prohn aus, seit zwei Jahren auf den Flächen vor Günz“, berichtet der Bauer. Mit Traktor und Kreiselstreuer wird Weizen verteilt. „Allein 2016 haben wir 55 Tonnen ausgebracht“, so Rieve. Für ihn eine gute Sache, die mehreren Seiten nützt – Naturschützern, Bauern und den Touristen.

Das alles kostet Geld. „Wir bezahlen die Ablenkfütterungen und den Unterhalt für das Kranorama ebenso wie die Honorare für die Kranichranger“, betont Günter Nowald. Dabei ist Kranichschutz Deutschland auf Spender angewiesen. Einer der Großsponsoren war bis zum September die Lufthansa. Das Luftfahrtunternehmen, das den Kranich im Wappen führt, beendete damit nach 26 Jahren sein Engagement im Kranichschutz.

Nowald bedauert den Rückzug, betont aber: „Wir sind dennoch dankbar für die jahrelange Unterstützung.“ Die Neuorientierung der Lufthansa auf andere gesellschaftliche Projekte führt bei den Kranichschützern zu einem Loch im Etat. Ein Drittel der Haushaltsmittel von Kranichschutz Deutschland fällt damit weg.

Geld, das auch für Forschungsprojekte fehlen wird. Das Kranich-Informationszentrum ist seit Jahren in viele internationale Projekte zum Schutz der Vögel des Glücks eingebunden. Diese führten die Forscher bereits nach Georgien, in die Türkei und die Mongolei sowie nach Russland, Äthiopien, Frankreich und Spanien. Brutpaare seltener Kranicharten werden gesucht und Jungtiere mit GPS-Sendern ausgestattet. Damit erhalten die Forscher Erkenntnisse über Aufenthaltsorte und Zugverhalten der Vögel. Diese münden in konkrete Vorschläge ein, etwa zu Empfehlungen für die Ausweisung von Schutzgebieten in den jeweiligen Ländern.

Warum die Kraniche Vögel des Glücks genannt werden? Günter Nowald kennt verschiedene Interpretationen: „Es gibt hier eine Redensart: Fliegt der Kranich über das Gehöft, steht bald die Braut vor der Tür.“ Vielleicht liegt es auch daran, dass mit dem Kranichzug im Frühjahr das Licht und die Wärme zurückkommen. Und ein sehr stichhaltiges Argument: „Kraniche bleiben ein Leben lang zusammen“, sagt Nowald. Nicht allen Menschen ist so viel Glück beschert.

Gemeinnützige GmbH mit Nabu als Gesellschafter

Kranichschutz Deutschland ist eine gemeinnützige GmbH mit dem Naturschutzbund (Nabu) als Hauptgesellschafter.

Am Hauptsitz in Groß Mohrdorf wird das Kranichinformationszentrum betrieben und unterhalten sowie das Kranorama bei Günz und das Kranich-Infomobil, das in diesem Jahr bei Zingst stationiert war. Alle zusammen lockten in diesem Jahr nahezu 40000

Besucher in die Region.

Ablenkfütterungen werden von Kranichschützern organisiert und bezahlt. Allein 2016 brachte Landwirt Rieve 55 Tonnen Weizen aus, die Kraniche von den Saaten auf Feldern abhalten und Touristenströme lenken.

43000 Kraniche im Oktober in der Region

Wenn der Trompetenschrei fliegender Kraniche ertönt, gibt es nur wenige Menschen, die nicht aufschauen. 43000 Kraniche wurden im Oktober in der Region gezählt.

Viele Gelegenheiten, um nicht nur den Kopf in den Nacken zu legen, sondern auch darüber nachzudenken, warum es dieses Naturschauspiel immer noch in dieser beeindruckenden Form gibt.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie Günter Nowald vom Kranichschutz Deutschland weiß. Noch in den 1970er-Jahren standen Kraniche auf der Roten Liste bedrohter Arten. Seither haben Naturschützer wie Nowald viel für ihren Schutz getan. Heute engagieren sich deutschlandweit 350 Ehrenamtler bei Kranichschutz Deutschland für die Großvögel. Koordiniert wird das alles von einem vierköpfigen Team aus dem Kranichzentrum Groß Mohrdorf. Nicht nur die dortige Ausstellung informiert über die Kraniche und die Schutzbemühungen in Deutschland und weltweit. Die Naturschützer halten Vorträge an Schulen in und rund um Stralsund, sie organisieren Exkursionen und Festwochen, um den Kranichen zu helfen. Ihre Arbeit hat mit dazu beigetragen, dass die Vögel des Glücks zu Sympathieträgern unserer Region geworden sind. Jetzt brauchen die Kranichschützer selbst Hilfe. Dafür bittet die OSTSEE-ZEITUNG Sie, liebe Leser, zur Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ um Ihren Spenden. jm

Jörg Mattern

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