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Multimedia Apple schränkt Konkurrenz-Apps ein – und wehrt sich gegen Vorwürfe
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10:32 29.04.2019
Apple hatte im vergangenen Jahr selbst eine Funktion eingeführt, mit der iPhone-Nutzer ihre Zeit am Smartphone überwachen können. Quelle: Mary Altaffer/AP
Cupertino

Apple wehrt sich gegen Kritik an seinem Umgang mit App-Konkurrenten. Laut eines Berichts der „New York Times“ hatte Apple 2018 elf der 17 erfolgreichsten „Bildschirmzeit“- und „Parental Control“-Apps entweder beschränkt oder ganz aus seinem App Store entfernt. Mit diesen Apps können Nutzer die Zeit, die sie oder ihre Kinder am Smartphone verbringen, besser managen oder auch den Zugang zu gewissen Angeboten beschränken. Apple selbst hatte mit dem Betriebssystem iOS12 im vergangenen Jahr eine solche Funktion eingeführt. Mit „Bildschirmzeit“ können Nutzer verfolgen, wie viel Zeit sie mit welcher App verbringen.

Lesen Sie hier:
Abgelenkt vom Handy: Warum Funktionen wie „Bildschirmzeit“ nicht reichen

Der Vorwurf, den einige der App-Entwickler gegenüber der „New York Times“ nun äußern: Nachdem Apple eine eigene Funktion eingeführt hat, habe es das Unternehmen für die Konkurrenten sehr schwer gemacht, im Geschäft zu bleiben. „Sie töten die Industrie systematisch“, beklagte sich ein App-Entwickler gegenüber der Zeitung. Die Apple Bildschirmzeit-Funktionen, so der Vorwurf, seien weitaus weniger restriktiv als die der Konkurrenz. Man könne nicht darauf vertrauen, dass Apple wirklich ein Interesse daran habe, dass die Menschen weniger Zeit an ihren iPhones verbringen, sagte ein anderer Entwickler.

Apple: Eine Frage der Sicherheit

Apple widerspricht dieser Darstellung. In einem am Sonntag veröffentlichten Statement sagte Apple, sein Vorgehen habe einen einfachen Grund: Die betroffenen Apps „gefährden die Privatsphäre und Sicherheit ihrer Nutzer“. Man sei im Verlauf des vergangenen Jahres darauf aufmerksam geworden, dass einige Apps eine Technologie namens „Mobile Device Management“ nutzten, so Apple. Diese sei „hochinvasiv“ und verschaffe Dritten beispielsweise Zugang zur Browser History oder Email-Konten. Niemand außer den Nutzern selbst solle uneingeschränkten Zugang zu den Geräten ihrer Kinder haben, findet Apple. Im Unterschied zu den Behauptungen des „New York Times“-Artikels handle es sich daher nicht um eine Frage des Wettbewerbs, sondern der Sicherheit.

Das Unternehmen wehrt sich zudem gegen der Vorwurf, man habe betroffene Entwickler nicht rechtzeitig oder nur unzureichend über die Maßnahmen informiert.

Spotify wirft Apple unfairen Wettbewerb vor

Laut „New York Times“ sollen zwei der betroffenen Apps inzwischen Beschwerde gegen Apple bei der EU eingereicht haben. Das russische Unternehmen Kaspersky erhebt ähnliche Vorwürfe vor der russischen Kartellbehörde.

Apps, die in direkter Konkurrenz zu Apple-Funktionen stehen, haben das Problem, dass sie trotzdem von Apples App-Store abhängig sind. Das sorgt für Unmut – zum Beispiel auch beim Streamingdienst Spotify. Der wirft Apple unfairen Wettbewerb vor und hat dagegen vor Kurzem offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Von RND/asu

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