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Kleine Unternehmen gut aufgestellt
Kleine Unternehmen gut aufgestellt
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06:01 21.10.2015
Lydia Nobis, Geschäftskundenberaterin bei der Commerzbank in Stralsund, und Filialdirektor Dirk Krüger mit dem Ergebnis der Umfrage zur wirtschaftliche Situation von Handwerkern, Gewerbetreibenden und Freiberuflern in der Region. Quelle: Jens-Peter Woldt
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Stralsund

Weit über die Hälfte der Kleinunternehmer in Stralsund und der Region Nordvorpommern ist mit dem Geschäftsjahr 2015 bislang zufrieden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Commerzbank.

Befragt wurden im Sommer dieses Jahres zum zweiten Mal deutschlandweit 3060 Handwerker, Gewerbetreibende und Freiberufler mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro. In Stralsund und Umgebung waren es 50.

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Ergebnis: 88 Prozent der Befragten im Geschäftsgebiet Stralsund der Bank bewerten die Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil. In der gesamten Bundesrepublik sind es 83. Prozent. Mit anderen Worten: Stralsunder Kleinunternehmer beurteilen ihre wirtschaftliche Entwicklung besser als der Durchschnitt in Deutschland.

Dirk Krüger, Filialdirektor der Commerzbank in der Hansestadt: „Die Auftragsbücher sind bei den meisten noch besser gefüllt als 2014.“ Außerdem sei auch der Blick in die Zukunft deutlich positiver. Mit 44 Prozent habe sich die Zahl der Optimisten sogar mehr als verdoppelt.

Der Blick in die Statistik verdeutlicht aber auch, dass es falsch wäre, von einer heilen Welt zu sprechen. Risiken sehen die Firmenchefs vor allem im Fachkräftemangel. Außerdem fürchten sie sich vor einem Anstieg der Lohnkosten und vor Kunden, die ihre Rechnungen nicht bezahlen.

Immer größer wird die Sorge, künftig nicht mehr genug für die eigene Altersvorsorge tun zu können. Waren es 2014 nur sieben Prozent der Befragten, die diesbezüglich ihre erheblichen Bedenken äußerten, sind es jetzt immerhin 26 Prozent.

Als Bedrohung wird auch eine steigende Konkurrenz im Internet empfunden. Andererseits ist das eigene Online-Engagement eher gering. Soziale Netzwerke im Internet werden von den Kleinunternehmen eher selten für die Kommunikation mit den Kunden genutzt.

Offensichtlich haben viele aber erkannt, dass sie mehr Geld für die Informationstechnik ausgeben müssen. Vor allem aber wollen Handwerker, Gewerbetreibende und Freiberufler aus der Region im kommenden Jahr in ihr Personal investieren. Darin sehen die Experten auch eine Reaktion auf den Fachkräftemangel.

Bei der Finanzierung ihrer Vorhaben bleiben die Firmenchefs vorsichtig und greifen immer häufiger auf eigene Rücklagen zurück. Geschäftskundenberaterin Lydia Nobis deutet das auch als Zeichen für eine hohe Leistungsfähigkeit. „Ich sehe das Gefühl bestätigt, dass unsere Geschäftskunden gut gefüllte Auftragsbücher haben und positiv in die Zukunft blicken“, sagte sie.

Die Commerzbank Stralsund betreut derzeit fast 9500 Kunden, darunter 1500 Geschäftskunden. Beschäftigt sind 12 Mitarbeiter. Das Kreditinstitut bietet Interessenten an, Einblick in die Studie zu nehmen.



Jens-Peter Wold