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00:00 23.11.2017
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Wie geht es weiter mit Jan und Julia? Den Geschwistern, die sich kennengelernt haben, ohne zu wissen, dass sie so eng verwandt sind und sich ineinander verliebt haben? Um ein sich liebendes Paar, das sich ähnlich wie in Shakespeares „Romeo und Julia“ nicht lieben darf, drehte sich zu Beginn die Seifenoper „Verbotene Liebe“. 1995 startete die Serie in der ARD und zog viele junge Leute täglich um 18 Uhr vor den Fernseher. Wer es sich auf der Couch gemütlich gemacht hatte, konnte dann auch gleich noch um 18.25 Uhr „Marienhof“ schauen. Während es bei „Verbotene Liebe“ vorwiegend um Geschichten aus der „High Society“ ging, standen bei „Marienhof“ wie bei den meisten anderen Soaps Durchschnittsmenschen im Zentrum der Handlungen.

Was wurde aus diesen Soaps? Beide hielten sich rund 20 Jahre lang, um dann wegen zu geringer Einschaltquote vom Sender eingestellt zu werden.

Ob das allen Soaps so ging? Vermuten könnte man es, aber nicht alle sind verschwunden. Als „Dinosaurier“ unter den Soaps gilt die RTL-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ (GZSZ). 1992, also noch drei Jahre vor „Verbotene Liebe“ (ARD), lief die erste Folge im Privatfernsehen. In diesem Jahr feiert die Seifenoper ihren 25. Geburtstag – und das mit nicht einmal schlechten Quoten. Regelmäßig rund drei Millionen Zuschauer schalten die Vorabend-Serie ein, die vom Leben junger Menschen in einem Berliner Kiez handelt.

RTL strahlt noch zwei weitere Soaps aus: „Unter uns“ und „Alles was zählt“ – beide allerdings mit weitaus geringeren Einschaltquoten.

Noch vergleichsweise jung sind die RTL II-Produktionen „Berlin – Tag und Nacht“ (seit 2011) und „Köln 50667“ (seit 2013). Im Gegensatz zu etwa „GZSZ“ handelt es sich bei den beiden Serien um „Reality-Soaps“. Die Rollen sind überwiegend mit Laiendarstellern besetzt und es wird versucht, einen Reportage-Stil zu simulieren – etwa durch Handkameras. Die beiden Reality-Soaps waren in den ersten Jahren ziemlich beliebt, haben in jüngster Zeit aber zunehmend mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen. Besser ergeht es da der Serie „Dahoam is dahoam“, die mit bayerischem Akzent die Alltagsgeschichten von Bewohnern des fiktiven Dorfes Lansing erzählt.

Was macht eine Soap eigentlich aus? Und warum heißen sie Seifenopern (Soap Operas)? In der Regel haben Soaps ein langsames Erzähltempo, da sie meist täglich gesendet werden. So können die Zuschauer leicht der Handlung folgen, auch wenn sie Folgen verpasst haben. Zudem gibt’s eine überschaubareWelt, in die man jederzeit einsteigen kann.

Der Begriff stammt aus den USA, wo auch die ersten Soaps ausgestrahlt wurden. Erst im Radio, später im Fernsehen liefen ab 1932 die Daily Soaps – Familienserien, die vor allem Hausfrauen ansprechen sollten. Passend dazu wurden die Folgen von Werbeblöcken unterbrochen, in denen vor allem für Waschmittel geworben wurde. Der Seifen- und Waschmittelhersteller Procter & Gamble sponserte 1933 eine Radiosendung, der die heutigen Seifenopern ihren Namen verdanken. Als erste Soap Opera im Fernsehen gilt „A Woman to Remember“ (1947). Zuvor lief 1946 bereits „Faraway Hill“, allerdings nur wenige Wochen lang. In den ersten Jahrzehnten liefen Soaps in den USA vor allem in den Morgenstunden. Je mehr Frauen aber in den 60er und 70er Jahren arbeiten gingen, desto mehr Serien wurden in die Abendstunden verlegt. Weltweit bekannt wurden die ab Ende der 70er ausgestrahlten „Dallas“ und „Dynasty“ (in Deutschland: „Der Denver-Clan“, ab 1981). Da abends in der Regel auch Männer mit vor den Fernsehern saßen, passten die Serien-Produzenten ihre Inhalte diesem Umstand an.

Ähnlich wie in den USA liefen auch in Deutschland die ersten Soaps im Radio. So gingen im Hessischen Rundfunk ab 1949 die ersten Folgen der fiktiven „Familie Hesselbach“ auf Sendung. Als erste Fernseh-Soap lief ab 1954 „Unsere Nachbarn heute Abend: Die Schölermanns“.

Nachdem die USA es mit „Dallas“ und „Dynasty“ vorgemacht hatten, wurden in den 80ern wöchentlich „Die Schwarzwaldklinik“ und „Lindenstraße“ ausgestrahlt. Die „Lindenstraße“ ist bis heute nicht vom Bildschirm verschwunden. Die Serie hat allerdings massiv mit sinkenden Einschaltquoten zu kämpfen.

Nele Baumann

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