Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Tatort Beklemmendes Familiendrama
Thema Specials Tatort Beklemmendes Familiendrama
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 12.03.2017
Die Schauspieler Sabine Postel als Hauptkommissarin Inga Lürsen und Oliver Mommsen als Hauptkommissar Nils Stedefreund am Rande der Dreharbeiten zum neuen Bremer Tatort „Nachtsicht“.
Die Schauspieler Sabine Postel als Hauptkommissarin Inga Lürsen und Oliver Mommsen als Hauptkommissar Nils Stedefreund am Rande der Dreharbeiten zum neuen Bremer Tatort „Nachtsicht“. Quelle: Carmen Jaspersen / Dpa
Anzeige
Bremen

Der Bremer Tatort wird 20 – und feiert sich selbst mit einer Jubiläumsfolge von erschütternder Intensität. Ein psychopathischer Serienmörder, der an sich selbst leidet, ein lautloses Auto als perfides Mordwerkzeug und ein Familienvater, der alles tun würde, um Kummer von seiner über alles geliebten und schwer kranken Frau fernzuhalten. Das sind die Zutaten dieses Falls, der unter die Haut geht.

Die Kommissare Lürsen und Stedefreund wirken wie Statisten, sie verblassen neben den unfassbar gut gespielten Charakteren von Vater (Rainer Bock) und Sohn (Moritz Führmann). Auch Luise Wolfram als Kollegin vom BKA tut dem eingespielten Kommissar-Duo gut.

Fassungslos angesichts dieser monströsen Abgründe und der verzweifelten Verdrängungs-Versuche, fragt man sich nur am Rande, warum nicht erklärt wird, wie es zu dem Unfall der Mutter kam, warum der Vater nicht Auto fährt  und wieso die Freundin des Mörders im Rollstuhl sitzt. Oder hab ich das im Eifer des Gefechts überhört?

Gehandicapt sind jedenfalls nicht nur Mutter und Schwiegertochter, ihre Einschränkungen sind offensichtlich, die von Vater und Sohn jedoch viel gravierender.

„Nachtsicht“ ist grausam und verstörend intensiv. Ein Tatort, der im Gedächtnis bleibt. Wenn es in Bremen so weiter geht, wird man wider Erwarten vielleicht doch traurig über den Abschied von Sabine Postel im Jahr 2019 sein.

Grit Petersen