Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Tatort Stellbrink wird erwachsen
Thema Specials Tatort Stellbrink wird erwachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 29.01.2017
Devid Striesow als Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink in einer Szene des „Tatort - Söhne & Väter“
Devid Striesow als Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink in einer Szene des „Tatort - Söhne & Väter“ Quelle: Manuela Meyer / Sr / Ard / Dpa
Anzeige
Saarbrücken

Das hätten gemütliche Abende werden können für Vater Stellbrink, der endlich Besuch seines großen Sohnes bekommt. Nur leider hat der immer etwas anderes vor, als mit dem Papa Fertiggerichte zu essen.

Da tut einem Vater Stellbrink zwar ein bisschen leid, aber der kommt in seiner Welt schon klar. Der von der Insel Rügen stammende  Striesow ist in seiner Stellbrink-Rolle angekommen. Er wirkt weder albern – wie bei seinem ersten Auftritt in Gummistiefeln – noch altmodisch, Striesow spielt einen Menschen, den es tatsächlich zu geben scheint.

Und der Zuschauer nimmt ihm die Rolle des blitzgescheiten aber etwas schrulligen Kommissars ab, ohne zu zweifeln, ohne zu hinterfragen. Das ist Striesows Verdienst – und deswegen wird auch der Blitzkritiker den Saarbrücken-Tatort immer wieder einschalten.

Die anderen Schauspieler haben es schwer gegen Striesow schwer zu bestehen – allen voran Ermittlerin Lisa Marx (Elisabeth Brück), die auch inhaltlich kaum Akzente setzt. Statt dessen werden problematische Vater-Sohn-Beziehungen in allen Facetten dargestellt, sogar der Lehrausbilder des Hauptverdächtigen Karim nimmt eine Vaterrolle ein. Da hängt der Spannungsbogen schon mal durch wie eine Wäscheleine.

Trotzdem ist ausgerechnet eine Familienszene Highlight im Film: Eine wütende Mutter macht ihrem Zorn Luft und erschießt das geliebte Mopped ihres halbwüchsigen Sohnes.

So skurril, so authentisch. Und der Zuschauer ist erstmal wieder wach. Danke!

Nick Vogler