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arcona-Hotels: Mitarbeiter werben als Botschafter um neue Kollegen

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18:07 20.05.2021
Das „Vju Hotel“ der arcona-Gruppe in Göhren auf Rügen.
Das „Vju Hotel“ der arcona-Gruppe in Göhren auf Rügen. Quelle: arcona HOTELS & RESORTS
Göhren/Sellin

Die lange Schließzeit stellte die Hotelbranche vor die besondere Herausforderung, das bestehende Personal zu halten und gleichzeitig neue Mitarbeiter zu rekrutieren und auszubilden. Wir sprachen mit Cathrin Hagelberg, Personaldirektorin der arcona Management GmbH. Das Unternehmen betreibt auf der Insel Rügen zwei Häuser in den Ostseebädern Göhren und Sellin.

Die Branche sehnt den Saisonstart herbei. Wie gehen größere Unternehmen wie arcona HOTELS & RESORTS mit der Situation um, sehr kurzfristig die personellen Anforderungen dafür erfüllen zu müssen?

Wir werden in Vorbereitung auf die Wiedereröffnung für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verlässliche Dienstpläne erstellen und darauf achten, dass der Wiedereinstieg verantwortungsvoll geschieht. Wie viele unserer Mitbewerber sind auch wir auf der Suche nach Mitarbeitern und so sind unsere Mitarbeiter aktiv als Botschafter unterwegs und werben um neue Kollegen. Für neue Mitarbeiter stellen wir ein lukratives Willkommenspaket in Aussicht. Wir wünschen uns neue Kollegen und Kolleginnen, die mit Leidenschaft in unserer Branche arbeiten oder in unsere Branche wechseln möchten. In unseren Häusern sind auch Quereinsteiger herzlich willkommen.

Darüber hinaus sind wir stolz darauf, ein neues Haus wie das Hotel Kaiserhof in Heringsdorf seit Januar dieses Jahres zu unserer Gruppe zählen zu können, und zeigen damit unseren Mitarbeitern, dass wir auch in herausfordernden Zeiten Perspektiven bieten. Des weiteren verfolgen wir Neubauaktivitäten im Süden Deutschlands mit unserer Kooperationsmarke „Barefoot“. Für das Schloss Cecilienhof in Potsdam ist ein entsprechender Pachtvertrag unterzeichnet worden. Wir hoffen, dass diese Expansion mit tollen Produkten nicht nur für Gäste, sondern insbesondere für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine sichere Entwicklung aufzeigt.

Was unternehmen Sie grundsätzlich und insbesondere in Corona-Zeiten, um Ihre Fachkräfte im Unternehmen zu halten?

Alle unsere Mitarbeiter sind weiterbeschäftigt worden und es wurden bisher keine Urlaubsansprüche gekürzt. Wir haben viel auf Verbindung gesetzt in dieser herausfordernden Zeit. So sind beispielsweise auch Mitarbeiterveranstaltungen online sowie persönlich unter Beachtung aller Hygienestandards organisiert worden. Die Geschäftszentrale hat regelmäßig allen Mitarbeitern eine Videobotschaft übermittelt und sie mit kleinen Geschenken überrascht.

Ihre Mitarbeiter wurden also weiterbeschäftigt. Welche Arbeiten konnten denn erledigt werden, wenn die Hotels geschlossen waren?

Alle Kollegen haben gemeinsam an unseren Betrieben gewerkelt, um die Produkte für die Gäste und gleichzeitig auch für unsere Mitarbeiter noch attraktiver zu gestalten. Während der angeordneten Schließzeit ist das Hotel Hanseatic in Göhren umfassend umgebaut und gleichzeitig mit neuem Markeninhalt versehen worden. Nun kann sich das Haus komplett neu präsentieren, mit neuem Interieur, Namen und neuer inhaltlicher Ausrichtung zum „Vju Hotel – Natur – Rügen“. Das Besondere in dieser Zeit war, dass es Teams gab, die sich in einem ganz anderen Handwerk ausprobiert und behauptet haben. Diese gemeinsamen Aufgaben haben die Teams trotz aller Herausforderungen zusammengeschweißt. Ideen der Mitarbeiter, z.B. im Außer-Haus-Verkauf, haben motiviert und gezeigt, wie viel Kreativität in unseren Kollegen steckt und mit wie viel Engagement sie bei uns tätig sind. Das Feedback der Teams hat gezeigt, dass dieser Zusammenhalt sie ans Unternehmen bindet.

Gleichzeitig haben wir unser Schulungsversprechen auch während der Schließzeit gehalten und in diesem Jahr auf Sprachschulungen fokussiert, um die Integration der Mitarbeiter zu fördern und zu signalisieren, dass wir als Mitglied der Charta der Vielfalt auch hier vorbereitet sind auf neue, internationale Kollegen.

Cathrin Hagelberg ist Personaldirektorin der arcona Management GmbH, die auf der Insel Rügen zwei Häuser in Göhren und Sellin betreibt. Quelle: arcona

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie die Branche in diesem Jahr und in der Zukunft, um die Gästebetreuung auf hohem Niveau fortführen zu können?

Viele Hygieneauflagen und Einschränkungen werden für Gäste und Mitarbeiter gleichermaßen herausfordernd sein, um ein gewohntes, hohes Niveau der Angebotspalette zu halten. Hier sind unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kreativ und versuchen mit authentischem Charme und Fröhlichkeit ein besonderes Urlaubserlebnis zu kreieren, so dass der Gast in diesem Jahr nicht weniger zufrieden nach Hause fährt und hoffentlich gespannt ist auf seinen nächsten Urlaub bei uns.

Bietet Ihr Unternehmen ab September mehr oder weniger Ausbildungsplätze als in früheren Jahren an?

Wir haben eine höhere Anzahl an Ausbildungsplätzen ausgeschrieben und konnten auch alle Auszubildenden während der Pandemie-Zeit im Unternehmen beschäftigen. Die Abschlussjahrgänge haben wir, teilweise mit neuen Methoden wie beispielsweise Lernen mit einer Azubi-App und natürlich auch digitalem Unterricht, auf die Prüfungen vorbereitet. Darauf sind wir sehr stolz und freuen uns auf den nächsten Austausch beim jährlichen Azubitag, den wir leider in diesem Jahr bisher nicht durchführen konnten.

Von OZ